NK Kalender 2020: Februar – Leitbild

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Im Jahr 2011 versammelte sich eine diverse Mischung von Schalkern, von Vereinsoffiziellen über Vertreter der großen Fanorganisationen bis hin zu unorganisierten Mitgliedern, um einen Wertekodex für unseren Verein zu schaffen. Die Notwendigkeit dafür war spätestens seit der Magath-Ära mehr als offensichtlich und eine Wiederholung solcher Zeiten sollte unmöglich gemacht werden. Nach mehreren Monaten Arbeit wurde der Öffentlichkeit der fertige Entwurf präsentiert, um in einem breiteren Rahmen Rückmeldungen einzuholen. Diese fielen größtenteils positiv aus, schließlich beschloss die Mitgliederversammlung am 3.6.2012 das Leitbild mit einer überwältigenden Mehrheit. Auf der Mitgliederversammlung im Jahr 2015 erfolgte eine Erweiterung.

Inhaltlich deckt das Leitbild die wichtigsten Grundpfeiler der Schalker Identität und des gemeinsamen Selbstverständnisses ab. So werden darin explizit die die Herkunft und Wurzeln des Vereins festgeschrieben, aus welchem wiederum die ebenfalls enthaltene soziale Verantwortung resultiert. Auch für das heutige Zusammenleben in der Schalker Vereinsfamilie wurden Regeln wie Dialogbereitschaft oder respektvolle Toleranz etabliert. Dazu zählt auch, dass Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten der Spielbesuch ermöglicht werden soll und sich klar zum Antirassismus bekannt wird. Auch sportlich ist im Leitbild ein langfristiges Konzept als Zielvorstellung angepeilt, das spezifisch auf die Entwicklung der eigenen Jugend aufbauen soll. Ein manchmal in Vergessenheit geratener Punkt ist auch das Gebot zu einer blau-weißen Spielkleidung, welche bei jeder Möglichkeit getragen werden soll. Neben all diesen und weiteren Punkten ist der wichtigste Teil des Leitbildes jedoch gleich der erste Satz: 

„1. Der Name unseres Vereins ist und bleibt Fußball-Club Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V. Er ist und bleibt ein Verein im Sinne des deutschen Vereinsrechts.“  

Dieses ganz eindeutige Bekenntnis zum eingetragenen Verein bietet letztendlich die Grundlage aller demokratischen Strukturen auf Schalke und ist daher die Kernstütze unseres Vereins. Insofern dient das Leitbild auch als von der Mitgliederversammlung verabschiedete Mahnung an Vereinsoffizielle, die mit Gedanken an eine Abkehr vom eingetragenen Verein spielen könnten. Natürlich hat das Leitbild nicht alle Fehlentwicklungen im Verein verhindert und auch in Zukunft werden kritische Vereinsmitglieder dabei gefragt sein, das Vereinsleben mitzugestalten und sich aktiv einzumischen. Insbesondere auf den Mitgliederversammlungen hat sich das Leitbild dafür als Argumentationsgrundlage in den letzten Jahren etabliert. Insgesamt bietet es einen festen Kompass, an dem sich ein jeder orientieren kann und an denen sich alle Entscheidungen auf Schalke messen lassen müssen. 


NK Kalender 2020: Januar – Marinho Transfer

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Wer wollte nicht schon mal gefragt werden, ob Schalke einen Spieler verpflichten soll, oder lieber nicht? Wie jeder Schalker weiß, ist bei uns vieles möglich und auch das gab es schon. 

1975 wollte der damalige Präsident Günther Siebert den Brasilianer Francisco Marinho, Verteidiger vom FC Botafogo Rio de Janeiro, verpflichten. Leider war der Spieler kein Schnäppchen und sollte 1,4 Mio. DM Ablöse und noch 240.000 DM Handgeld kosten. Siebert war so begeistert von Marinho, so dass er auch den Einwand vom damaligen Trainer Ivica Horvat ignorierte, der viel lieber einen Stürmer haben wollte, weil man schon genügend gute Abwehrspieler hätte. Da dieser Transfer aber sehr viel Geld kosten würde, wollte Siebert die Fans befragen. Also wurde Marinho zum Heimspiel gegen die Bayern am 8. März 1975 eingeladen. Dazu bekam jeder Fan einen Stimmzettel, wo er über die zwei Fragen „Marinho kaufen?“ und „Marinho-Zuschlag?“ – also ob der Transfer durch erhöhte Eintrittspreise finanziert werden soll – abstimmen konnte.

Das ist schon kurios genug, aber Schalke wäre nicht Schalke, wenn damit die Geschichte beendet wäre. Am Tag nach dem Spiel waren die 30 Urnen plötzlich leer und lediglich 450 von insgesamt 70.000 verteilten Stimmzettel waren in einem Pappkarton auffindbar. Siebert vermutete, dass die Müllabfuhr die Zettel bereits abgeholt hatte. Trotzdem wurden die 450 Zettel ausgezählt und 75% waren für einen Kauf und 60% gegen einen Zuschlag. Diese kleine Stichprobe reichte Siebert als Bestätigung für sein Vorhaben. 

Der Verwaltungsrat machte Siebert allerdings am Ende einen Strich durch die Rechnung. Der Transfer wurde mit der Begründung „Die Förderung der Jugendarbeit muss Vorrang vor spektakulären Spielereinkäufen besitzen.“ abgelehnt. So kurios die Geschichte auch ist, diese Haltung wäre auch in der aktuellen Zeit oftmals wünschenswer


Leseempfehlung

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Erschienen in: Blauer Brief Nr.06 Saison 19/20

Eingetragener Verein – Zum Interview mit Alexander Jobst

In der Derby-Ausgabe des Schalker Kreisels wurde unser Vorstand für Marketing und Kommunikation, Alexander Jobst, zu einem Interview gebeten. In diesem ging es um Themen wie eSports, Clemens Tönnies und Sponsoring. Jobst hat sich allerdings auch zur Schalker Zukunft als eingetragener Verein geäußert und ziemlich deutlich gesagt, dass dies nur funktionieren kann, wenn kontinuierlich das internationale Geschäft erreicht wird. Ist dies nicht der Fall, müsse man eine Diskussion anstoßen und sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden. Entweder bekenne man sich zum eingetragenen Verein und gibt sich in der Zukunft mit Platz zehn bis zwölf zufrieden oder man geht einen anderen Weg, um wieder Anschluss an die Tabellenspitze zu finden. Hiermit ist zweifellos eine Ausgliederung der Profiabteilung gemeint. Es ist erst einmal verständlich und richtig, dass sich unser Vorstand Gedanken darüber macht, wie man Einnahmen generieren kann. Das von ihm gewählte schwarz-weiß-Denken, sowie überhaupt die Schlussfolgerung, dass eine Ausgliederung die Lösung wäre, sind für uns nicht ansatzweise nachvollziehbar.weiterlesen


Leseempfehlung

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Erschienen in: Blauer Brief Nr.04 Saison 19/20

Eingetragener Verein – Zum Rücktritt von Kornelia Toporzysek

Am 30. Juni wurde auf der Mitgliederversammlung in einer Blockwahl der neue Ehrenrat gewählt. Anschließend geriet dieser rund um die Tönnies-Affäre in den Mittelpunkt und erntete aufgrund des weichen Urteils jede Menge Kritik. Nachdem die letzten Wochen etwas Ruhe eingekehrt war verkündete Kornelia Toporzysek am 17.09. via Twitter ihren Rücktritt aus dem Ehrenrat. „Ich bedanke mich für das Vertrauen, glaube aber nicht daran, dass die vereinsinternen Strukturen eine meinem Amtsverständnis entsprechende Erfüllung der Aufgaben des Ehrenrates zulassen” lautete ihre Begründung für diese Entscheidung. Wir haben natürlich alle keinen Einblick über die internen Abläufe des Ehrenrats. Wenn allerdings eine Richterin des Oberlandesgerichts nach nicht einmal drei Monaten im Amt solch drastische Konsequenzen für sich zieht, ist es äußerst bedenklich und stimmt nachdenklich. Zudem wirft es sicherlich, einmal mehr, kein gutes Licht auf unseren Verein. Neben der Entscheidung an sich machte in den vergangenen Tagen und Wochen jedoch vor allem der Umgang des Vereins mit dieser Personalie fassungslos.weiterlesen


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