NK Kalender 2020: Januar – Marinho Transfer

Posted by UGE Allgemein, eingetragenerVerein

Wer wollte nicht schon mal gefragt werden, ob Schalke einen Spieler verpflichten soll, oder lieber nicht? Wie jeder Schalker weiß, ist bei uns vieles möglich und auch das gab es schon. 

1975 wollte der damalige Präsident Günther Siebert den Brasilianer Francisco Marinho, Verteidiger vom FC Botafogo Rio de Janeiro, verpflichten. Leider war der Spieler kein Schnäppchen und sollte 1,4 Mio. DM Ablöse und noch 240.000 DM Handgeld kosten. Siebert war so begeistert von Marinho, so dass er auch den Einwand vom damaligen Trainer Ivica Horvat ignorierte, der viel lieber einen Stürmer haben wollte, weil man schon genügend gute Abwehrspieler hätte. Da dieser Transfer aber sehr viel Geld kosten würde, wollte Siebert die Fans befragen. Also wurde Marinho zum Heimspiel gegen die Bayern am 8. März 1975 eingeladen. Dazu bekam jeder Fan einen Stimmzettel, wo er über die zwei Fragen „Marinho kaufen?“ und „Marinho-Zuschlag?“ – also ob der Transfer durch erhöhte Eintrittspreise finanziert werden soll – abstimmen konnte.

Das ist schon kurios genug, aber Schalke wäre nicht Schalke, wenn damit die Geschichte beendet wäre. Am Tag nach dem Spiel waren die 30 Urnen plötzlich leer und lediglich 450 von insgesamt 70.000 verteilten Stimmzettel waren in einem Pappkarton auffindbar. Siebert vermutete, dass die Müllabfuhr die Zettel bereits abgeholt hatte. Trotzdem wurden die 450 Zettel ausgezählt und 75% waren für einen Kauf und 60% gegen einen Zuschlag. Diese kleine Stichprobe reichte Siebert als Bestätigung für sein Vorhaben. 

Der Verwaltungsrat machte Siebert allerdings am Ende einen Strich durch die Rechnung. Der Transfer wurde mit der Begründung „Die Förderung der Jugendarbeit muss Vorrang vor spektakulären Spielereinkäufen besitzen.“ abgelehnt. So kurios die Geschichte auch ist, diese Haltung wäre auch in der aktuellen Zeit oftmals wünschenswer


Leseempfehlung

Posted by UGE Allgemein, eingetragenerVerein, Infostand, Spieltage

Erschienen in: Blauer Brief Nr.06 Saison 19/20

Eingetragener Verein – Zum Interview mit Alexander Jobst

In der Derby-Ausgabe des Schalker Kreisels wurde unser Vorstand für Marketing und Kommunikation, Alexander Jobst, zu einem Interview gebeten. In diesem ging es um Themen wie eSports, Clemens Tönnies und Sponsoring. Jobst hat sich allerdings auch zur Schalker Zukunft als eingetragener Verein geäußert und ziemlich deutlich gesagt, dass dies nur funktionieren kann, wenn kontinuierlich das internationale Geschäft erreicht wird. Ist dies nicht der Fall, müsse man eine Diskussion anstoßen und sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden. Entweder bekenne man sich zum eingetragenen Verein und gibt sich in der Zukunft mit Platz zehn bis zwölf zufrieden oder man geht einen anderen Weg, um wieder Anschluss an die Tabellenspitze zu finden. Hiermit ist zweifellos eine Ausgliederung der Profiabteilung gemeint. Es ist erst einmal verständlich und richtig, dass sich unser Vorstand Gedanken darüber macht, wie man Einnahmen generieren kann. Das von ihm gewählte schwarz-weiß-Denken, sowie überhaupt die Schlussfolgerung, dass eine Ausgliederung die Lösung wäre, sind für uns nicht ansatzweise nachvollziehbar.weiterlesen


Leseempfehlung

Posted by UGE Allgemein, eingetragenerVerein

Erschienen in: Blauer Brief Nr.04 Saison 19/20

Eingetragener Verein – Zum Rücktritt von Kornelia Toporzysek

Am 30. Juni wurde auf der Mitgliederversammlung in einer Blockwahl der neue Ehrenrat gewählt. Anschließend geriet dieser rund um die Tönnies-Affäre in den Mittelpunkt und erntete aufgrund des weichen Urteils jede Menge Kritik. Nachdem die letzten Wochen etwas Ruhe eingekehrt war verkündete Kornelia Toporzysek am 17.09. via Twitter ihren Rücktritt aus dem Ehrenrat. „Ich bedanke mich für das Vertrauen, glaube aber nicht daran, dass die vereinsinternen Strukturen eine meinem Amtsverständnis entsprechende Erfüllung der Aufgaben des Ehrenrates zulassen” lautete ihre Begründung für diese Entscheidung. Wir haben natürlich alle keinen Einblick über die internen Abläufe des Ehrenrats. Wenn allerdings eine Richterin des Oberlandesgerichts nach nicht einmal drei Monaten im Amt solch drastische Konsequenzen für sich zieht, ist es äußerst bedenklich und stimmt nachdenklich. Zudem wirft es sicherlich, einmal mehr, kein gutes Licht auf unseren Verein. Neben der Entscheidung an sich machte in den vergangenen Tagen und Wochen jedoch vor allem der Umgang des Vereins mit dieser Personalie fassungslos.weiterlesen


Unsere Sicht der Dinge zur Causa Tönnies:

Posted by UGE Allgemein, eingetragenerVerein

Glückauf Schalker,

vor nur wenigen Wochen hielt unser Finanzvorstand Peter Peters eine viel beachtete und umjubelte Rede über die Schalker Werte und darüber, dass Rassismus auf Schalke keinen Platz hat. Nach der Aussage des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und der Entscheidung des Ehrenrates in dieser Causa scheinen die Worte von Peter Peters nichts als leere Phrasen gewesen zu sein.

Die Aufgabe des Ehrenrates ist es laut Satzung, unter anderem tätig zu werden, wenn ihm grob unsportliches oder vereinsschädigendes Verhalten von Mitgliedern oder Organmitgliedern bekannt wird.

Dass Clemens Tönnies Aussage rassistisch ist, ist unumstritten. Wie vereinsschädigend es gleichzeitig ist, zeigt das in diesem Fall völlig angebrachte Medienecho.

Es ist das zweite Mal in der jüngeren Vergangenheit, dass der Ehrenrat im Fokus der Mitglieder und Medien steht. Zuletzt war es beim Aufsichtsrat Dr. Horn der Fall. Ihm wurde unsportliches Verhalten vorgeworfen, da er versucht haben soll, Clemens Tönnies zum Rücktritt zu bewegen. Der Ehrenrat suspendierte Dr. Horn daraufhin für zwölf Monate von seinem Amt.

Für uns stellt sich hieraus natürlich die Frage, wo der Ehrenrat den Maßstab ansetzt. Inwiefern ist ein „unsportliches Verhalten“ also schlimmer zu werten als ein „diskriminierendes“?

Im Fall Clemens Tönnies begnügt sich der Ehrenrat jedenfalls mit der von Tönnies selbstauferlegten Sanktion, für drei Monate sein Amt ruhen zu lassen.

Vergleicht man diese beiden Fälle und vor allem den immensen Imageverlust des FC Schalke 04 e.V., so wird das Verhalten des Ehrenrats zur Farce. An dieser Stelle muss man sich fragen, ob der Ehrenrat mit zweierlei Maß misst und inwiefern er unabhängig urteilen kann.

Einmal mehr scheint eine einzige Person größer zu sein als unser ganzer Verein.

Das Ergebnis des Ehrenrates ist für uns in keiner Art und Weise akzeptabel!

Die jahrelange Antirassismusarbeit auf Schalke wird durch diese Entscheidung nicht nur mit Füßen getreten. Dieser Beschluss schädigt das Image unseres Vereins nachhaltig. Wie sollen wir Mitglieder in Zukunft bei ähnlichem Verhalten reagieren? Ist Wegsehen erwünscht? Ist einmal kein Mal und alles halb so wild?

Wir fordern daher, Clemens Tönnies die oftmals symbolisierte und angesprochene „Rote Karte“ zu zeigen und, dass der Verein Schalke 04 seiner Verantwortung gerecht wird!


Copyright 2020 Ultras Gelsenkirchen | Impressum | Datenschutzerklärung