Fragebogen WA-Kandidaten MV 2026 Dr. Meinolf Weidenbach

Bitte stelle dich kurz vor.

Mein Name ist Dr. Meinolf Weidenbach, ich werde im August 66 Jahre alt und bin seit 2011 Vereinsmitglied, seit 2012 Dauerkarteninhaber und besuche seit vielen Jahren die meisten der Auswärtsspiele. Schalke 04 ist in unserer Familie Generationen übergreifende Tradition, geprägt durch meinen Vater, der Elektro-Steiger auf Unser Fritz war. Aufgewachsen bin ich in Wanne-Eickel.

Neben meiner Ausbildung zum Chemiefacharbeiter habe ich in der Abendschule die fachgebundene Hochschulreife erworben und Chemie studiert. Nach der Promotion habe ich 35 Jahre in einem Großkonzern in Stade, Niedersachsen bis zu meinem Ruhestand im November 2024 gearbeitet.

Warum bewirbst du dich (erneut) für den Wahlausschuss des FC Schalke 04? Warum sollten die Mitglieder dir am 18. Juli ihre Stimme geben?

Ich bewerbe mich für den Wahlausschuss, weil ich meine Erfahrung, mein Urteilsvermögen und meine Verbundenheit zum FC Schalke 04 in den Dienst unseres Vereins stellen möchte.

Erstens bringe ich viel Erfahrung in der Auswahl und Beurteilung von Menschen mit. Schon während meines Studiums habe ich in Berufungskommissionen für die Neubesetzung von Professuren mitgearbeitet und dort die studentische Perspektive vertreten. Dabei habe ich gelernt, genau zuzuhören, Argumente abzuwägen und auch in schwierigen Diskussionen sachlich zu bleiben.
Zweitens verfüge ich über langjährige Führungserfahrung. In einem internationalen Unternehmen habe ich unter anspruchsvollen Bedingungen Verantwortung getragen: in Wachstumsphasen ebenso wie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. In vielen Personalrunden musste ich Entscheidungen vorbereiten, unterschiedliche Interessen zusammenbringen und tragfähige Lösungen finden.

Drittens zeichnen mich Durchsetzungskraft, Kompromissbereitschaft und Verhandlungsgeschick aus. Besonders wichtig ist mir dabei, Menschen fair zu behandeln. Darauf bin ich auch persönlich stolz: Bei der Abwicklung meiner Abteilung musste keine einzige Kündigung ausgesprochen werden, weil ich für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter ein Jobangebot im Unternehmen erreichen konnte. Das war nur durch gute Vernetzung, Vertrauen und intensive Gespräche möglich.

Diese Erfahrungen möchte ich in den Wahlausschuss einbringen. Mir geht es darum, Kandidatinnen und Kandidaten sorgfältig, fair und mit klarem Blick auf die Interessen unseres Vereins zu beurteilen.

Wie bewertest du die Arbeit des Wahlausschusses in den letzten Jahren? Wo siehst du möglicherweise Verbesserungspotential?

Obwohl meine Bewertung aus guten Gründen der internen Perspektive entbehrt, lassen sich von außen betrachtet positive Elemente identifizieren. Hier steht an erster Stelle aus aktuellem Anlass für mich die Standhaftigkeit gegenüber medialem Druck bei der Auswahl an geeigneten Kandidaten sowie die absolute Vertraulichkeit.  Als verbesserungswürdig halte ich die Außendarstellung, weil offensichtlich immer wieder Unklarheit über die Arbeitsweise und insbesondere die durch Satzung und Geschäftsordnung gesetzten Leitplanken herrscht (§ 7 der Geschäftsordnung des Wahlausschusses).

Wie sieht die Arbeit des Wahlausschusses im Optimalfall aus? Was ist dir besonders wichtig?

An erster Stelle steht für mich, dass der Wahlausschuss gemäß §1 der Geschäftsordnung „seine Tätigkeit … inhaltlich ausschließlich am Wohle des Vereins zu orientieren“ hat. Im Optimalfall heißt das, unvoreingenommen, kritisch, objektiv und ergebnisoffen gemäß den in §5 vorgegebenen Kriterien einen geeigneten Kandidaten aus den Bewerbungen auszuwählen. Dies soll sowohl lautlos als auch respektvoll gegenüber allen am Verfahren beteiligten Personen stattfinden, aber im direkten Dialog transparent und nachvollziehbar sein. Insbesondere sollte auch noch einmal dafür geworben werden, dass für das Ehrenamt interessierte Mitglieder für Aufsichtsrat oder Wahlausschuss gerne das Gespräch suchen sollten, um Hürden für eine Bewerbung abzubauen und somit eine größere Auswahl zu ermöglichen.

Was macht in deinen Augen einen guten Aufsichtsratskandidaten aus?

Neben den allgemeinen, in §5 der Geschäftsordnung vorgegebenen Kriterien für die Auswahl einer geeigneten Person halte ich eine gute Kenntnis über die Aufstellung des gerade amtieren Aufsichtsrates, den internen Abläufen und Bedürfnissen bei der Besetzung der jeweiligen Ausschüsse von großer Bedeutung. In diese Bedarfsanalyse muss auch der Vorstand mit einbezogen werden. Somit ergänzt ein guter Aufsichtsratskandidat oder -kandidatin den vorhandenen zielgerichtet im Sinne der sportlichen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung des Vereins, fügt sich harmonisch in die Abläufe ein und trägt mit seiner Persönlichkeit und dem Leben der Werte des FC Schalke 04 zur positiven Außendarstellung des Vereins bei.  Ganz persönlich würde ich mir noch mehr Diversität im Aufsichtsrat wünschen, was die einzelnen Lebensläufe, beruflichen und gesellschaftlichen Hintergrund anbelangt, so wie es unser Verein mit seinen nun mehr als 210.000 Mitgliedern vorgibt.

Wie blickst du auf die Arbeit des Aufsichtsrats in den letzten Jahren?

Nach teilweise ruinösen Jahren in der zweiten Liga unter enormen Kostendruck wurden durch die Wiedereinsetzung eines Sportvorstands und die Erstellung eines Sportkonzepts als Schalke-DNA eine erfolgsversprechende Strategie geschaffen, die dem Sport nicht nur neues Leben eingehaucht hat, sondern professionell auf Bundesliganiveau gehoben hat. Nach Zeiten der Austerität war der Einsatz einer Findungskommission mit der Bestellung von Frank Baumann als Sportvorstand und den sich darauf ergebenen weiteren Besetzungen in kritischen Positionen wie Trainer, Scouting etc. richtungsweisend. Die sehr erfolgreiche Refinanzierung der Anleihe, die Ablösung der landesverbürgten Darlehen sowie der Anteilsverkauf an die Genossenschaft bieten dem Verein neue Möglichkeiten in der Finanzierungsstruktur (aus dem Mitgliederbrief 20). Bei letzterer würde ich mir wünschen, dass nach dem Aufstieg und durch die derzeitige Roadshow eine neue Dynamik einsetzt, um die anfänglich sehr ambitionierten Ziele erreichen zu können. Insbesondere aber hoffe ich, dass öffentliche Kritik seitens eines Aufsichtsratsmitglieds, welches durch den Ehrenrat gerügt wird und in Folge durch die Parteien vor Gericht gebracht wird, nicht einen Rückfall in vergangene Zeiten bedeutet, sondern in Zukunft kontroverse Position im Gremium, und nicht in der Öffentlichkeit, ausgetragen werden.

Wie bewertest du die aktuelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Größe, Kooptationsmöglichkeiten etc.)?

Mit der derzeitigen Anzahl mit bis zu elf Mitgliedern, wobei drei Mitglieder bedürfnisgerecht kooptiert werden können, halte ich den Aufsichtsrat für gut aufgestellt. Insbesondere die Aufteilung in die einzelnen Ausschüsse gemäß den aktuellen Herausforderungen eines modernen Bundesligavereins halte ich für sehr professionell.