Fragebogen WA-Kandidaten MV 2026 Dennis Steckel

Bitte stelle dich kurz vor.

Mein Name ist Dennis Steckel den meisten besser bekannt als Elton, 47 Jahre alt, staatlich geprüfter Betriebswirt.

Gelernt habe ich ursprünglich Sparkassenkaufmann, da ich recht schnell gemerkt habe, dass täglich Anzug tragen mir nicht so liegt, bin ich in die Insolvenzverwaltung gewechselt, wo ich 10 Jahre tätig war. Danach ging es über Umwege in die Selbstständigkeit. Seit 2015 bin ich geschäftsführender Gesellschafter eines Metallbaubetriebes. Darüber hinaus engagiere ich mich seit 25 Jahren im Supportersclub, davon über 18 Jahre im Vorstand und seit letztem Jahr als Präsident.

Warum bewirbst du dich (erneut) für den Wahlausschuss des FC Schalke 04? Warum sollten die Mitglieder dir am 18. Juli ihre Stimme geben?

In der Vereinspolitik engagiere ich mich nunmehr seit über 20 Jahren und durfte unser Leitbild mitgestalten. Die Möglichkeit der Mitbestimmung und Mitgestaltung unseres Vereins ist mit das höchste Gut, was wir haben. Für mich gehört dazu, Verantwortung zu übernehmen, sich gerade zu machen und auch unpopuläre Entscheidungen zu Wohle des Vereins zu treffen. Mit Unterbrechungen gehöre ich seit nunmehr 14 Jahren dem Wahlausschuss an und kann somit eine gewisse Erfahrung einbringen. Trotz der langen Zeit im Wahlausschuss habe ich zu keinem Zeitpunkt die Bodenhaftung verloren. Ich weiß, wo ich herkomme, ich weiß, wo ich hingehöre. Teil der Kurve, Teil des Ganzen.

Wie bewertest du die Arbeit des Wahlausschusses in den letzten Jahren? Wo siehst du möglicherweise Verbesserungspotential?

Die eigene Arbeit zu bewerten hat immer einen Beigeschmack und kann nicht objektiv sein, das überlasse ich lieber anderen. Dennoch versuche ich es einmal…. Im Großen und Ganzen empfinde ich die Entscheidungen als gut. Bei dem einen oder anderen Ausrutscher, der sich erst hinterher als solcher rausstellt, ballt man schon mal die Faust in der Tasche, wenn man realisiert, dass man von Kandidaten, die zugelassen wurden im Zulassungsverfahren dreist angelogen wurde. Natürlich denkt man in solchen Momenten darüber nach, ob es nicht besser wäre, die Geheimhaltung des Wahlausschusses aufzuheben und diejenigen öffentlich zur Verantwortung zu ziehen, andererseits bietet die Geheimhaltung einen gewissen Schutz für die redlichen Bewerber. Niemand möchte als Ablehnungsgrund über sich in der Zeitung lesen, dass es ungeordnete wirtschaftliche Verhältnisse gibt, die Strukturen unseres Vereins gänzlich unbekannt sind oder es einfach nicht gereicht hat. Daher legen wir jedem Bewerber/jeder Bewerberin nahe, ihre Kandidatur erst nach der Zulassung öffentlich zu machen. Dies erspart den Bewerbern die Schmach nicht zugelassen worden zu sein und dem Gremiun unnötige Diskussionen. Oftmals verfügt der Wahlausschuss über mehr Informationen, sei es durch Vorstand, Ehrenrat und diverse Auskünfte, die über die Bewerber eingeholt werden. Auf dieser Grundlage, in Verbindung mit den ausführlichen Fragebögen und den persönlichen Gesprächen mit den Bewerbern trifft der Wahlausschuss ausschließlich zum Wohle des Vereins seine Entscheidung.

Wie sieht die Arbeit des Wahlausschusses im Optimalfall aus? Was ist dir besonders wichtig?

Im Optimalfall stehen deutlich mehr Bewerber als Plätze zur Verfügung. Dies war leider in den letzten Jahren nicht immer der Fall, so dass es Situationen mit 3 Bewerbern gab, bei denen eine Person aus formalen Gründen nicht zugelassen wurde. Dann bleiben am Ende nur zwei Bewerbungen für 2 Plätze übrig. Unschön, aber nicht zu vermeiden. Von daher wünsche ich mir, dass sich mehr Mitglieder trauen eine Bewerbung einzureichen, denn nur wer die Wahl hat, kann auch die Besten für unseren Verein auswählen. Die Wahl in den Wahlausschuss ist immer ein Vertrauensvorschuss der Mitglieder, alle Mitglieder des Wahlausschusses versuchen immer diesem Vertrauensvorschuss gerecht zu werden.

Was macht in deinen Augen einen guten Aufsichtsratskandidaten aus?

Eine gute Kandidatin oder ein guter Kandidat steht mit beiden Beinen fest im Leben. Die Bewerbung sollte aus dem unbändigen Wunsch heraus den Verein nach vorne zu bringen erfolgen und nicht um das Amt des AR für die persönliche Befriedigung des Egos zu nutzen. Idealerweise bringen die Bewerber Kompetenzen mit, die dem Verein nutzen. Niemand braucht den zweiten Wirtschaftsprüfer oder den zweiten Marketingexperten im AR. Es muss eine gewisse Teamfähigkeit vorhanden sein, um sich integrieren zu können, aber gleichzeitig seine Meinung vernünftig einzubringen. Verschwiegenheit sollte eine Selbstverständlichkeit sein, die Zeiten, an denen die Boulevardpresse mit am Tisch sitzt oder Dispute öffentlich ausgetragen werden, müssen der Vergangenheit angehören.

Wie blickst du auf die Arbeit des Aufsichtsrats in den letzten Jahren?

Die tägliche Arbeit des AR zu beurteilen ist nicht möglich. Der Verzicht auf einen Sportvorstand war in der Nachbetrachtung ein Fehler. Das Einräumen des Fehlers und die Verpflichtung von Frank Baumann zeigen, dass der AR in der Lage ist, Fehler zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und Fehler zu beheben. Was letzten Endes mit der Verpflichtung von Frank Baumann und Miron Muslic zum Aufstieg geführt hat. Ärgerlich ist dennoch, dass Unstimmigkeiten von Mitgliedern des AR vor Gerichten ausgetragen werden. Eine gewisse Ruhe schadet unserem Verein nicht, ganz im Gegenteil, sie ermöglicht es allen, sich auf ihre Aufgaben zu konzentrieren.

Wie bewertest du die aktuelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Größe, Kooptationsmöglichkeiten etc.)?

Der Aufsichtsrat hat mit seinen 11 Mitgliedern eine ausreichende Größe. Mir persönlich ist wichtig, dass die Mehrheit der AR-Mitglieder von der Mitgliederversammlung gewählt wird. Sofern Spezialkenntnisse benötigt werden, können diese kooptiert werden.

In der Breite ist der Aufsichtsrat derzeit gut aufgestellt. Zusammen mit dem Sportbeirat werden alle benötigten Fachkenntnisse abgedeckt. Oftmals wird er Wunsch laut, dass wir einen Juristen im Aufsichtsrat benötigen. Diesen Wunsch kann ich nachvollziehen, allerdings arbeiten wir im Bereich der Rechtsangelegenheiten mit mehreren Kanzleien zusammen, um die jeweiligen speziellen Rechtsgebiete abzudecken. Diese Themen sind so komplex, zum Beispiel in der Vertragsgestaltung bei Spielerverträgen, dass es dazu Spezialisten bedarf, die wir beauftragen.

Alles für Schalke!