Fragebogen WA-Kandidaten MV 2026 Mitja Müller

Bitte stelle dich kurz vor.

Mein Name ist Mitja Müller, ich bin 34 Jahre alt und seit 1991 Mitglied im Verein. Übers Parkstadion, über den Sitz- bis zum Stehplatz in der Arena bin ich bis heute Dauerkarteninhaber auf Schalke.

Ich bin gelernter Bürokaufmann und staatlich geprüfter Betriebswirt. Heute arbeite ich bei einem der am schnellsten wachsenden Ticketinganbieter der Welt und betreue dort vor allem Sportkunden im In- und Ausland.

Warum bewirbst du dich (erneut) für den Wahlausschuss des FC Schalke 04? Warum sollten die Mitglieder dir am 18. Juli ihre Stimme geben?

Der FC Schalke 04 begleitet mich mein ganzes Leben. Ich bin in Gelsenkirchen geboren und aufgewachsen und besuche seit fast 30 Jahren die Heim- und Auswärtsspiele des Vereins. Wie für so viele ist Schalke für mich mehr als nur ein Club.

Ich durfte den Verein über viele Jahre beruflich aus unterschiedlichsten Perspektiven kennenlernen und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln. Mein beruflicher Weg begann beim Schalker Fan-Club Verband, ging dann beim S04 weiter und führte mich zuletzt über mehr als sechs Jahre in die Rolle des Fanbeauftragten. Insgesamt war ich fast zwölf Jahre im und um den Verein tätig und habe dabei Einblicke in viele Bereiche gewonnen sowie den Austausch mit Fans, Ehrenamtlichen, Mitarbeitenden, Fanclubs und Gremien erlebt.

Diese Erfahrungen möchte ich nun in den Wahlausschuss einbringen. Ich bin überzeugt davon, dass dieses Gremium Menschen braucht, die den Verein, seine Strukturen und seine Mitglieder kennen, unterschiedliche Perspektiven einordnen können und Entscheidungen unabhängig, verantwortungsbewusst und ausschließlich im Interesse des Vereins treffen.

Wie bewertest du die Arbeit des Wahlausschusses in den letzten Jahren? Wo siehst du möglicherweise Verbesserungspotential?

Ob der Wahlausschuss zuletzt immer die richtigen Entscheidungen getroffen hat, lässt sich von außen nur schwer beurteilen, was aber eben auch bedeutet, dass die satzungsgemäße Diskretion über die letzten Jahre immer gewahrt wurde. Das spricht für eine gute und verantwortungsbewusste Umsetzung der Aufgaben im Sinne der Satzung. Leider verliert das Gremium aber zuletzt offenbar immer mehr an Attraktivität, was sich vor allem in der Anzahl der Bewerber auf das Amt des Wahlausschusses widerspiegelt.

Daher sehe ich Verbesserungspotenzial insbesondere in der Kommunikation der Aufgaben des Wahlausschusses zu den Vereinsmitgliedern. Ein passender Workshop über Gremienarbeit auf den nächsten Mitglieder- und Jugendkongressen könnte beispielsweise die Mitglieder stärker und frühzeitig dazu ermutigen, qualifizierte AR-Kandidaten fristgerecht vorzuschlagen oder sich eben auch selbst auf das Amt im Wahlausschuss zu bewerben.

Wie sieht die Arbeit des Wahlausschusses im Optimalfall aus? Was ist dir besonders wichtig?

Wichtig für die Entscheidungsfindung der geeigneten AR-Kandidaten ist ein stetiger Austausch des Wahlausschusses mit den Fans, Mitgliedern, Mitarbeitenden und den anderen Gremien des Vereins. Dafür braucht es keine regelmäßig groß aufgelegten Veranstaltungen, aber nur durch den regelmäßigen Austausch vor Ort kann ein vernünftiges Gesamtbild entstehen, was essenziel
für die Beurteilung der potenziellen Kandidaten des Aufsichtsrates ist.

Hinzu kommt dann die diskrete und verantwortungsbewusste Bearbeitung der Bewerbungen. Die Anhörungen und Entscheidungen sollten weiterhin vertraulich behandelt werden. Das schützt die Bewerberinnen und Bewerber und schafft die Grundlage für ein unabhängiges Auswahlverfahren. Wichtig ist, dass die Entscheidungen des Wahlausschusses ausschließlich im Interesse des FC
Schalke 04 stattfinden und sich wie in der Satzung vorgeschrieben an der Eignung der Kandidaten – unabhängig ihrer Bekanntheit oder Zugehörigkeit – orientieren.

Was macht in deinen Augen einen guten Aufsichtsratskandidaten aus?

Ein guter Aufsichtsratskandidat bringt für mich die notwendige fachliche Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein und eine enge Verbundenheit mit dem FC Schalke 04 mit. Er muss sich seiner Verantwortung bewusst sein und persönliche Interessen hinter die des Vereins stellen. Das Amt erfordert ein hohes Maß an Seriosität und sollte nicht dazu genutzt werden, sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, unterschiedliche Meinungen anzuhören, konstruktiv im Team zu arbeiten und auch in schwierigen Situationen sachlich und lösungsorientiert zu handeln.

Darüber hinaus halte ich unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven im Aufsichtsrat für wichtig. Kein Mitglied muss alles können. Entscheidend ist, dass sich die einzelnen Kompetenzen sinnvoll ergänzen und so ein Gremium entsteht, das den FC Schalke 04 verantwortungsvoll begleiten und kontrollieren kann.

Wie blickst du auf die Arbeit des Aufsichtsrats in den letzten Jahren?

Die vergangenen Jahre waren für jeden Schalker unfassbar herausfordernd und mit Sicherheit hat auch der Aufsichtsrat in der Vergangenheit mit Entscheidungen nicht immer richtig gelegen. Trotzdem sehe ich die Entwicklung im Aufsichtsrat insgesamt positiv. Innerhalb des Gremiums haben sich Arbeitsgruppen gebildet, die fokussiert und strukturiert an Fachthemen arbeiten, was aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Schritt war. So gelingt es, Expertise gezielt einzubringen und führt so im besten Fall zu qualitativ hochwertigeren Ergebnissen. Das Gremium wird inzwischen wieder als Gremium und nicht mehr als eine Einzelperson wahrgenommen. Mit dem Aufstieg in die 1. Liga ist nach den zwei verheerenden Jahren zuvor ein Teilerfolg gelungen, den es jetzt zu bestätigen gilt.

Wie bewertest du die aktuelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Größe, Kooptationsmöglichkeiten etc.)?

Grundsätzlich finde ich die aktuelle Zusammensetzung des Aufsichtsrates in seiner Größe richtig. Durch kooptierte Vertreter kann zusätzliche Expertise einfließen und das Gremium wird dadurch heterogener. Am Ende behält die Mitgliederversammlung mit sechs von elf gewählten Mitgliedern im Gremium eine wichtige Mehrheit und hat so immer die Möglichkeit, den Aufsichtsrat maßgeblich mitzugestalten.