Adventskalender Türchen 24

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Blauer Brief Coronaspezial II

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Glückauf Schalker,

zum Heimspiel gegen den SC Freiburg haben wir die zweite Coronaspezial Ausgabe des Blauen Briefs herausgebracht:

Blauer Brief Coronaspezial SC Freiburg


An den Vorstand des FC Schalke 04

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Lieber Vorstand des FC Schalke 04,

unser Verein steckt derzeit in einer Situation, die so noch keiner von uns erlebt hat. Für diese Krise seid ihr zu großen Teilen mitverantwortlich. Statt auf die Kritik einzugehen, scheint ihr in einer Blase zu leben, die nichts mehr mit der Wahrnehmung vieler Fans und Mitglieder gemein hat. Eure unvergleichbare Dünnhäutigkeit führt dabei zu keiner Verbesserung, sondern einer Verschlimmerung der Lage. Ihr habt Schalke schlicht und ergreifend nicht verstanden. 

„Absolute Priorität hat das Auftreten unserer Lizenzspielermannschaft in der Bundesliga“ heißt es direkt zu Beginn eures Briefes an die Mitglieder und Fans. Dies sehen wir genauso, weshalb wir bei unserer Kritik die Mannschaft ausnehmen, solange sich nicht aufgegeben wird und weiterhin Wille und Kampfgeist zu erkennen ist. Auch für uns steht das Verhindern des Abstiegs an oberster Stelle. Wenn das Auftreten der Mannschaft auch für euch Priorität Nummer Eins hat, wieso stellt sich seit Wochen kein Verantwortlicher öffentlich vor die zu großen Teilen sehr jungen Spieler, um diese zu schützen, anstatt sie medial zerreißen zu lassen? Wie kann es sein, dass ein junger Spieler nach einem Eigentor sichtlich angeschlagen zum Interview muss? Wenn ein „starker Zusammenhalt im Verein“ gefordert wird, solltet ihr nicht mit dem Finger auf Fans und Mitglieder zeigen, sondern mit Taten vorangehen, statt Forderungen zu stellen und etwaigen Kritikern den schwarzen Peter zuzuschieben. Wir befinden uns in einer beispiellosen Negativserie, an der die Anhängerschaft ganz sicher nicht die Hauptschuld trägt. Als Vorstand obliegt euch das operative Geschäft. Dafür seid ihr berufen, dafür werdet ihr bezahlt. Wenn der Verein aber existenziell bedroht ist, dann ist es für uns als Mitglieder die Pflicht, Probleme offen anzusprechen und, soweit erkennbar, euch als Verantwortliche zu kritisieren. 

„Es ist eine Grenze überschritten, wenn Einzelne namentlich zum Buhmann ausgerufen oder zum Alleinschuldigen erklärt werden sollen“ heißt es weiter. Ja, es wurde eine Grenze überschritten. Zum Beispiel als rassistische Äußerungen aus falscher Loyalität nicht benannt, sondern sogar verteidigt wurden. Das Ergebnis fällt dem Verein und seinen Fans bis heute auf die Füße. Es wurde eine Grenze erreicht, als ihr von den Fans verlangt habt, euch ihre finanzielle Situation zu offenbaren, um bereits bezahlten Eintrittsgelder zurückzubekommen. Bei begründeter Kritik hingegen, während einer mittlerweile fast ein Jahr andauernden Sieglosserie, ist sicher keine Grenze erreicht worden. Die öffentliche Kritik an Entscheidungen oder das Anprangern von anhaltenden Fehlentwicklungen sowie Missmanagement gehören untrennbar zu einer lebendigen Vereinskultur dazu.

Auf der nächsten Mitgliederversammlung soll „alles schonungslos auf den Tisch gebracht werden“. Aus Erfahrung wissen wir leider, dass dies mit euch nicht möglich ist. Die Vergangenheit hat immer deutlicher gezeigt, dass die Berichte, vor allem aus den Bereichen Marketing und Finanzen, eher zur Selbstinszenierung, statt wirklicher Berichterstattung genutzt werden.

Ja, es geht nur gemeinsam. Und Schalke ist größer und wichtiger als jede und jeder Einzelne, als jede Fangruppierung oder alle Angestellten unseres Vereins. Das Jahr 2020 ist zweifelsfrei eines der schwärzesten Kapitel unserer Vereinsgeschichte. Den dringend erforderlichen Neuanfang trauen wir euch nicht zu. Dafür habt ihr zu viel Vertrauen verspielt. Es wurden zu viele Versprechungen gemacht, als dass man euren Floskeln noch glauben könnte. Selbst euer Marketing-Slogan “Wir leben dich” ist zu einer hohlen inhaltsleeren Phrase verkommen. Wir hoffen, dass die schonungslose Analyse im Aufsichtsrat bereits begonnen hat. Es ist an der Zeit auszumisten und den angekündigten Neuanfang mit unbelasteten Personen endlich anzugehen.

Dies ist überfällig und wohl die einzige Chance, den Verein, dem über 160.000 Mitglieder, hunderte Fan-Clubs und Millionen von Fans angehören, am Leben zu halten. Und dies sollte über Allem stehen.


NK-Kalender 2020: Dezember – Deadbull

Posted by UGE Allgemein, eingetragenerVerein

“Wir müssen uns der aktuell zu beobachtenden Entfremdung von unserem Sport stellen.” Dies sollen Worte von Oliver Mintzlaff sein, die man der Bundesliga-Presse Ende November 2020 entnehmen konnte. Mintzlaff ist seit 2014 Stratege im Fußballkonzern von Red Bull, heutiger Geschäftsführer der RasenBallsport Leipzig GmbH und Vorstandsvorsitzender des RasenBallsport Leipzig eingetragenen Vereins. Die Gesellschafter der Leipzig GmbH gehören zu 99% der Red Bull GmbH. Das ist diese Dosenfirma mit dem roten Stier aus Österreich, die es seit 1984 gibt. Mintzlaff sagte im März diesen Jahres es drücke der Schuh im Klub, da wegen Corona Einnahmen ausfallen würden und der Spielbetrieb doch fortgesetzt werden müsse. Mitleid muss man also haben mit den Bullen aus Leipzig. [1], [2]

Leipzig? Ach ja, da steht die Red Bull Arena auf der Fläche des alten Leipziger Zentralstadions, die 2010 in einem Freundschaftsspiel gegen Schalke 04 eröffnet wurde. Es kamen 21.000 Zuschauer. Alles echte Lokalpatrioten, die sich einmal was bieten lassen wollten. Viele von denen sollen heute noch vereinstreu sein. Seit wann gibt es die Leipziger Bullen nochmal schnell? Nein, nicht seit 1984, sondern seit 2009. Da übernahm RB Leipzig das Startrecht vom SSV Markranstädt in der Oberliga Nordost, um einem DFB-Lizenzierungsverfahren, das bis zur Regionalliga reicht, zu entgehen. Man wurde Erster und landete in der Saison 16/17 dann endlich in der Bundesliga. [3]

Im Geschäftsjahr 18/19 hat der Red Bull Konzern seinen Leipziger Markenbotschaftern 100 Millionen Euro Schulden erlassen – ein Schuldenbeteiligungsaustausch ohne große Zinsen und weitere Ansprüche. Nein, hierbei handelte es sich nicht um eine Schenkung, sondern um eine marktübliche Kapitalrücklagenerhöhung durch den Verzicht einer Darlehensforderung. Man wollte schlichtweg die sich angehäuften Transferausgaben in der Bilanz ausgleichen – ein fairer Bundesliga-Wettbewerb eben. Die Schulden betragen so nur noch 86 Millionen Euro bei Konzerngründer und Milliardär Dietrich Mateschitz. [4]

Um im internationalen Fußballgeschäft erfolgreich zu sein, braucht jeder Aspirant heute starke Sponsoren und Investoren. Dies gilt als allgemeine Weisheit. Es gibt allerdings noch Regularien. Die 50+1 Regel vom DFB und die Financial-Fairplay-Regeln der UEFA. An diese Regeln halten sich alle. Es gibt keine Hintertüren und deswegen ist die Kritik an erfolgreichen Vereinen mit starken Investoren eben auch blauäugig und nicht fundiert. Im Sommer 2020 gab es einen Freispruch der UEFA für Manchester City, die hierdurch zur Teilnahme an der Champions-League Saison berechtigt wurden. Viele sprachen danach von einer Schande. Ein Herr Mintzlaff fand das auch nicht gut, forderte eine strengere Überprüfung der Regularien und das Verhindern von Hintertüren. Da fragt man sich, durch welche Hintertür RB Leipzig 2009 ins Leben gerufen wurde, nachdem die Konzepte Red Bull St. Pauli oder Red Bull Düsseldorf in Hinterzimmern gescheitert sind. [5], [6]

Als Red Bull Leipzig Fan bleibt einem zwar die Vereinsmitgliedschaft verwehrt, man darf sich aber an tollem Fußball und erfolgreicher Arbeit erfreuen. Wer möchte, kann sogar Fördermitglied mit Gold-Status werden, um den Nachwuchsbereich mit Geld zu füttern. Als Leipziger Bulle hat man auch das Privileg, bei den Spielen von Red Bull New York in der MLS, von Red Bull Bragantino in Brasilien oder den Champions League Spielen von RB Salzburg mitzufiebern. Wem gar nicht mehr zu helfen ist, der kann auch die Kicks des FC Liefering in der zweiten österreichischen Liga schauen. Das ist die zweite Mannschaft von RB Salzburg, sie heißt nur etwas anders. Überall kann man sich an modernem Fußball erfreuen, bis die besten Spieler irgendwann nach Leipzig durch die Hintertür dürfen – Escape Room Red Bull. Die U23 von Schalke 04 spielt aktuell in der Regionalliga West. Ein Verein hat nämlich grundsätzlich eine zweite Mannschaft, die in einer unterklassigen Liga spielt, um Talente aus der U19 weiterhin ausbilden zu können. Leider melden sich immer mehr zweite Mannschaften vom Spielbetrieb ab. Der Dosenbulle kennt diese Probleme nicht. [3]

Diese Auszüge aus dem Wesen und der vermeintlichen Erfolgsgeschichte von RB Leipzig sollen eines in Erinnerung wecken: Red Bull Leipzig war und wird nie ein Fußballverein sein. Am Anfang stand nie der Verein, sondern ein milliardenschwerer Konzern, der ein ausgeklügeltes Marketingkonzept entworfen und dieses in Perfektion umgesetzt hat. Dieses Marketing gewinnt Anhänger, die sich als Fans sehend ins Stadion begehen, aber letzten Endes Opfer sind. Diese Menschen vertreten keine anderen Werte, als jene, die ein Konzern einmal geschaffen hat, um sich selbst zu bereichern und zu bespaßen. Dass es Red Bull innerhalb von elf Jahren fast bis ins Finale der Champions League geschafft hat, lässt den Kampf gegen die Maschinerie nicht einfacher werden. Dass die Bullen hier ausgerechnet an dem aus Katar finanzierten PSG scheiterten, brachte einige kontroverse Artikel in der internationalen Presse zum Vorschein, die teilweise wesentliche Kritikpunkte gegen Red Bull herausstellten [7]. Bei den Äußerungen eines Herrn Mintzlaff kann einem hierzulande allerdings nur kotzübel werden. Dies sollte jedoch anspornen, den Kampf gegen Red Bull unermüdlich weiterzuführen. Durch die sich veränderte Fußballwelt im Jahr 2020 wird das in Zukunft nicht leichter, doch der Kampf wird weitergehen. 

Die Geschichte des FC Schalke 04 e.V., die in diesem Kalender aufgegriffen wurde, ist eine Andere. Dies ist die Geschichte eines Fußballvereins von 1904 mit 160.000 Mitgliedern. 

Lasst uns die Mitgliederrechte unseres Vereins weiter stärken. Für immer eingetragener Verein!

Quellen:

[1] 

https://www.kicker.de/das-wuerde-den-deutschen-fussball-ordentlich-durcheinanderwirbeln-790341/artikel

[2]

https://www.kicker.de/mintzlaff_das_ist_einfache_mathematik_-772432/artikel

[3]

https://de.wikipedia.org/wiki/RB_Leipzig

[4]

https://www.kicker.de/hopp_von_schenkung_kann_keine_rede_sein_-776952/artikel

[5]

https://11freunde.de/artikel/mintzlaff-und-die-hintert%C3%BCren/2378944

[6]

https://www.welt.de/sport/fussball/2-bundesliga/article140232412/Red-Bull-wollte-den-FC-St-Pauli-kaufen.html

[7]

https://www.nytimes.com/2020/08/18/sports/soccer/champions-league-leipzig-psg.html


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