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Mitgliederversammlung 2026
Glück auf Schalker,
eine erfolgreiche und harmonische Saison liegt hinter uns und noch vor wenigen Wochen sind die allermeisten wohl von einer eher unspektakulären Mitgliederversammlung am kommenden Samstag ausgegangen. So auch wir! Ursprünglich wollten wir uns erst am Samstag vor Ort zu den offenen Fragen des von uns gestellten Satzungsänderungsantrags äußern. Vermehrt aufkommende Unwahrheiten und bewusst veröffentlichte Falschinformationen veranlassen uns jedoch dazu, ein paar Punkte einzuordnen und klarzustellen.
Dass der SFCV eine Person aus seiner Mitte in den Aufsichtsrat des Vereins entsendet, stammt aus einer Zeit, in der es keine anderen Fan-Organisationen gab bzw. die nach und nach gegründeten Fan-Organisationen ebenfalls Mitglied im SFCV waren. Dies hat sich im Laufe der Jahre geändert, die Fan-Landschaft ist diverser geworden und mittlerweile gibt es völlig verschiedene Strömungen und Wege, seine Leidenschaft für den FC Schalke auszuleben. Dieses Phänomen empfinden wir ausdrücklich positiv.
Daher war und ist es in unseren Augen logisch, dass man irgendwann über die Gestaltung des Fan-Vertreters, also der Entsendung an sich, sowie auch über die genaue Definition der Rolle dieser Person spricht. Diese Überlegungen gibt es schon seit vielen Jahren und neben uns haben sowohl Personen des SFCV selbst als auch unorganisierte, vereinspolitisch aktive Schalker Überlegungen angestellt, wie dies in Zukunft aussehen könnte.
Selbstverständlich haben wir von unserer Seite aus alle betroffenen Organisationen und Gruppen darüber informiert, dass wir diverse Anträge mit unterschiedlichen Ansätzen zur Entsendung des Fan-Vertreters fristgerecht eingereicht haben. Dadurch waren alle Beteiligten bereits Anfang Februar detailliert informiert, um sich Gedanken über ihre Sichtweise auf die verschiedenen Anträge zu machen und intern darüber zu sprechen. Anschließend gab es neben dem regelmäßigen Austausch rund um die Spieltage sowohl vor dem Heimspiel gegen Karlsruhe als auch vor dem Heimspiel gegen Düsseldorf ein Treffen aller fünf beteiligten Gruppen, um über die Anträge zu diskutieren.
Die vom SFCV veröffentlichte Begründung zur Ablehnung des Antrags, dass man sich nicht besprochen hätte und der SFCV nicht wüsste, wie sich der Kreis zusammensetzen soll, weisen wir somit zurück. Dies ist allen Beteiligten bereits ein halbes Jahr lang bekannt und mehrfach gemeinsam diskutiert worden. Ebenfalls wurde die praktische Umsetzung besprochen. Ähnlich wie beim Sportbeirat (und auch den Gremien) soll eine Geschäftsordnung die Rolle, Zusammenkünfte, Auswahlverfahren etc. regeln. Hierbei haben wir uns bereits gemeinsam darauf verständigt, das Ganze möglichst an bestehende Ordnungen anzulehnen und mit einer Stimme pro Gruppierung/Organisation einfach und fair zu gestalten.
Mit Blick auf die Zusammensetzung möchten wir einen weiteren Punkt anbringen. Bereits seit über vier Jahren gibt es vom Verein das Format der Teamkabine, wodurch der Verein den Austausch mit den organisierten Fans führt. Genau an dieser Zusammensetzung haben wir uns mit den fünf aufgelisteten Fan-Gruppierungen ebenfalls orientiert. Die Zusammensetzung der Runde ist also seit einigen Jahren gelebte und funktionierende Praxis, um Themen – manchmal auch kritisch und kontrovers -, aber vor allem vertraulich, zu diskutieren.
Dabei ist uns eine Sache wichtig zu erwähnen, egal wie man zu unserem Antrag steht: Sowohl dafür als auch dagegen gibt es sicher verschiedene Sichtweisen. Dass der SFCV sein Privileg und die damit einhergehende Machtposition nicht abgeben bzw. teilen will, ist für uns zwar nicht die beste Lösung, aber aus Sicht des SFCV eine Verschlechterung des Status Quo und somit nachvollziehbar. Es gab jedoch zu keinem Zeitpunkt der gemeinsamen Gespräche einen Gegenvorschlag oder ein inhaltliches Gegenargument. Dafür hatte man sich aber darauf verständigt, dass der Antrag ganz im Sinne der endlich eingekehrten Ruhe „lautlos“ behandelt werden soll. Dass sich die Mitglieder auf der Mitgliederversammlung ihre Meinung bilden, abstimmen und das Ganze somit unaufgeregt und demokratisch abläuft. Aus diesem Grund haben wir unseren Spieltagsflyer, den “Blauen Brief”, oder andere Publikationen nicht zu Werbezwecken für den Satzungsänderungsantrag genutzt.
Dass nun die zahlreichen Gespräche und der Austausch der vergangenen Monate geleugnet werden, ist für uns unverständlich und enttäuschend.
Dass man Fan-Clubs und deren Mitglieder mit kostenlosen Bussen und sogar Tickets zur MV drängt, ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern überschreitet eine rote Linie.
Ein Punkt, der uns aber besonders erschrocken hat, ist, dass der SFCV auf der eigenen Mitgliederversammlung Ende Mai die eigene Satzung geändert hat. Wurde der AR-Vertreter des SFCV früher vom Vorstand aus der eigenen Mitte entsandt, kann dies nun grundsätzlich jede Person (bestimmt durch Vorstand & Beirat) sein. Ergänzt wurde hier der Zusatz, dass diese Person explizit die Interessen des SFCV vertritt. Dies halten wir nicht nur für schwierig mit der Satzung des Vereins vereinbar, sondern ist vor allem ein beispielloser Wortbruch zu den gemeinsamen Gesprächen und Vereinbarungen im Vorfeld.
Das Vorgehen vom Vorstand und dem Beirat des SFCV ist für uns unverständlich: Es wird sich nicht an getätigte Absprachen gehalten, sondern dazu unnötigerweise der AR-Sitz des Fan-Club Verbandes isoliert und von den restlichen Schalker Mitgliedern abgetrennt, statt im Aufsichtsrat für alle Schalker Fans und Mitglieder einzustehen.
Auch wenn oft spekuliert wird, dass wir diesen Sitz für uns beanspruchen wollen, können wir ganz klar sagen, dass dies nicht der Fall ist. Wir haben in allen Treffen klar geäußert, dass wir mit unserem Antrag nicht das Bestreben verbinden, eine Person aus unseren Reihen in den Aufsichtsrat entsenden zu wollen. Uns geht es um eine Stärkung der Position sowie eine Legitimation auf breiterer Basis.
Zu einzelnen Kandidaten für die Wahl zum Aufsichtsrat oder Wahlausschuss möchten wir uns nicht äußern. Allerdings werden sowohl unser Antrag als auch die Wahlen immer wieder mit dem Thema Eintrittskarten in Verbindung gebracht. Dies ist eine bewusste Manipulation und anscheinend ist einigen Wenigen jedes Mittel recht, um die eigenen Privilegien zu verteidigen. Den eigenen Fan-Clubs und Mitgliedern immer wieder mit dem Verlust von Tickets zu drohen, wenn man nicht zu MV erscheint und abstimmt, wie es vorgegeben wird, ist auf jeden Fall beispiellos und ein großer Tabubruch.
Hinzu kommt eine offensichtliche Ungleichbehandlung der AR-Kandidaten und eine mehrfach wechselnde Empfehlung beim Wahlausschuss, die nur politisch-taktisch und kein bisschen fachlich getrieben sein kann.
Man konnte in den vorherigen zwei Spielzeiten viele Dinge bemängeln und kritisieren. Aber nach einer herausragenden 70-Punkte-Saison die aktuell handelnden und damit verantwortlichen Personen in Frage zu stellen, ist schon eine spannende Bewertung, die am Ende aber bei der Wahl jeder für sich treffen muss. Ganz egal wen man wählen möchte, der Aufsichtsrat hat sicherlich nichts mit einer Kartenvergabe zu tun und die Wahl sollte völlig unabhängig davon getroffen werden. Das ist Teil des operativen Geschäftes und liegt somit beim Vorstand und nicht in den Gremien.
Wir befürworten eine unabhängige Fan-Club-Kultur und haben auch kein Problem mit gewissen Privilegien für Fan-Clubs, wie zum Beispiel finanzielle Unterstützung oder Kartenkontingente, um gemeinsame Fahrten zu realisieren. Außerdem haben wir in der Vergangenheit auf Schalke mehrfach gezeigt, was man gemeinsam auf die Beine stellen kann. Daher ist uns die Zusammenarbeit mit den Fan-Clubs wichtig. Auch aus diesem Grunde ermutigen wir seit langem die Fan-Clubs, wieder sichtbarer zu werden und ihre Fahnen in der Arena aufzuhängen. Auch wir wissen, welches Faustpfand wir mit der breiten Masse, der riesigen Fanszene und vor allem gut aufgestellten und organisierten Fan-Clubs haben, von der auch wir in vielen Teilen profitieren.
Abschließend bleibt uns zu sagen, dass wir gerne auf diese Erklärung verzichtet hätten, um den eingeschlagenen Weg im Umgang miteinander beizubehalten. Die vergangenen Jahre waren von einem vertrauensvollen direkten Austausch geprägt, der seit dem großen Umbruch 2021 nicht mehr über die Öffentlichkeit geführt wurde. Dahin wollen wir umgehend zurückkehren und miteinander statt übereinander sprechen. Allerdings ehrlich und direkt!
Am Samstag sollten sich alle anwesenden Mitglieder daher ihr eigenes Bild davon machen und entscheiden, welche Kandidaten sie am geeignetsten finden, ob sie die einzelnen Anträge als Verbesserung bewerten oder eben ablehnen und ob sie den zuletzt eingeschlagenen Weg weiterverfolgen möchten.
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