Glückauf Aufsteiger,

fühlt sich das gut an! Eine Saison, von der wir hoffentlich noch lange zehren werden, erreichte ihren Höhepunkt mit dem Betreten der Schalker Mannschaft zum Aufwärmen vor der Düsseldorf-Partie. Das war wahrscheinlich einer der lautesten Momente in der mittlerweile 25-jährigen Geschichte unseres Stadions. Auch wenn es die Studenten aus Münster in ihrem Flyer immer noch für einen Neubau halten, erlebt es auch nach mehr als zwei Jahrzehnten immer wieder neue Höhepunkte.

Blickt man ein Jahr zurück, als wir gegen Elversberg auf dem Tiefpunkt angekommen waren, ist es kaum zu glauben, was aus dieser Mannschaft, dem Trainerteam und dem ganzen Auftreten des Vereins geworden ist. Alle zogen an einem Strang und ordneten sich dem großen Ganzen unter und wurde es dann doch manchmal knapp, sorgte die Kurve für die letzten paar Prozentpunkte und wir brachten die Siege nach Hause. Wir sind zurück in Liga 1 und sich dort wieder zu etablieren, wird eine knüppeldicke Aufgabe, aber wie schon Dennis nach dem Spiel zur Mannschaft sagte, gemeinsam werden wir auch diese meistern!

Während wir in Nürnberg dann eine wunderbar entspannte Zeit mit unseren Freunden verbrachten, steht heute die letzte Partie der Saison an. Auch wenn es in diesem Spiel wieder für uns um nichts mehr wirklich geht, wollen wir natürlich am Ende als Sieger die Meisterschaft feiern. Wir haben es uns verdient.

Ein weniger schönes Thema ist die in einem knappen Monat anstehende nächste Innenministerkonferenz. Seit der letzten Konferenz ist viel passiert, die Polizeigewalt hat ein neues Ausmaß erreicht, der Strafenkatalog wurde vom DFB deutlich verschärft und hinter verschlossenen Türen wird an einer zentralen Stadionverbot-Kommission gearbeitet. Was sich nicht geändert hat, ist dabei das intransparente Vorgehen seitens der Politik, denn außer immer weiteren polemischen Forderungen und dem Versuch, Stadionbesucher in gute und schlechte Fans einzuordnen, kommt dabei nicht viel rum. Wir lassen uns jedenfalls nicht spalten und verweisen dabei gerne auf die ausführliche Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands.

Der wichtigste Termin des Jahres folgt am 18. Juli in der Sommerpause. Während besonders die letzte Mitgliederversammlung unspektakulär beziehungsweise fürs sportliche Abschneiden geradezu harmonisch vonstatten ging, stehen in diesem Jahr neben den üblichen Wahlen einige spannende Punkte auf der Tagesordnung, wie zum Beispiel Satzungsänderungsanträge und Wahlen bzw. Berufungen ins Ehrenpräsidium. Zur Vorbereitung zu diesem Pflichttermin können wir jedem den Text zur MV in dieser Ausgabe ans Herz legen, in dem wir nicht nur die angesprochenen Punkte nochmal ausführlich einordnen.

Bei den letzten Worten wollen wir uns dem Verein auf seiner Aufstiegs-Pressekonferenz anschließen und sie den verstorbenen Schalkern widmen, die diese großartigen Tage rund um den Aufstieg nicht mehr miterleben durften. Stellvertretend für alle Verstorbenen sind die Menschen aus unserer Mitte genannt: Otto, Erich, Rudi, Fabian, Milan und Drüse, wir haben den Aufstieg auch für euch geholt!

Glückauf Schalker,

wahrscheinlich hätten nicht einmal die kühnsten Optimisten damit gerechnet, am heutigen Sonntag in der Kurve zu stehen, unser Stadion komplett in Blau und Weiß erstrahlen zu lassen und nach der obligatorischen Übergabe der Schale den endgültigen Aufstieg ins Oberhaus des deutschen Fußballs zu feiern.

Der S04 ist wieder da! Lautstark war das in den vergangenen beiden Wochen aus unseren heiseren Kehlen zu vernehmen.

Gefühlt waren wir davon in den letzten beiden Jahren so weit entfernt wie Peter Neururer von einem neuen Trainerposten. Im wahrsten Sinne des Wortes mussten wir allerhand Scheiße über uns ergehen lassen und Woche für Woche war es auswärts wie zu Hause ein Kampf für unsere Kurve und jeden einzelnen Schalker, die Motivation aufrechtzuerhalten. Doch in dieser Saison sollte sich das Ganze anders gestalten. Die Geschichte und den Verlauf rund um unseren Trainer und unsere Mannschaft kennt ihr alle selbst, ebenso die besonderen Momente, die wir gerade in den letzten Tagen gemeinsam erlebt haben.

Momente, die sich wahrscheinlich auf ewig in unsere Erinnerungen eingebrannt haben und von denen wir zehren können, wenn wir bei den unattraktivsten Gegnern der Liga im Gästeblock stehen oder sonntags zur Unzeit um 19:30 Uhr anstoßen.

Aber da, wo Licht ist, ist auch Schatten, und bei aller Freude ist es wichtig, aus seinen eigenen Fehlern zu lernen, um an unseren eigenen Ansprüchen in der kommenden Spielzeit weiter wachsen zu können.

Trotz aller Siege und sportlichen Leistungen gab es leider einige Auftritte auf den Rängen, die nicht ansatzweise unsere eigenen Ansprüche erfüllen konnten. Besonders negativ in Erinnerung bleiben hierbei sicherlich unsere Gastspiele in Bochum, Bielefeld und Münster, um nur einige zu benennen. Die Nordkurve und alle anwesenden Schalker präsentierten sich an diesen Tagen unterirdisch und führten uns einmal mehr vor Augen, dass Anspruch und Realität weit auseinander liegen können.

Solche Aussetzer dürfen uns in der neuen Spielzeit nicht passieren! Daher heißt es für uns alle, nicht nach möglichen Gründen oder Ausreden zu suchen, sondern es einfach in jeder einzelnen Minute besser zu machen! Jeder Schalker im Stadion, egal ob in der Kurve, im Gästeblock oder sonst wo, steht da in der Pflicht, das Maximale rauszuholen. Wir als Kurve müssen eben auch dann funktionieren, wenn wir in Rückstand geraten, wenn es einfach mal nicht läuft. Gerade in der ersten Liga werden wir den Wahnsinn jedes Einzelnen dringend benötigen.

Gleiches gilt für unsere Heimspiele. Gerade die Spiele am frühen Samstag- oder Sonntagmittag ließen oftmals das nötige Feuer vermissen. Momente, in denen wir nicht den nötigen Funken von den Rängen auf die Mannschaft transportieren konnten, sondern selbst darauf angewiesen waren, den Funken vom Spielfeld zu erhalten.

Auch gilt es ganz klar, sich seiner Verantwortung bewusst zu werden und wieder einige Gänge nach oben zu schalten! Teile der neuen Gegner werden uns mit ihren Kurven wieder jedes Spiel aufs Neue alles abverlangen.

Was kann für uns als bessere Motivation dienen als die Momente, die uns in dieser Saison geprägt haben? 20.000 Schalker in Düsseldorf, die lautstark und eindrucksvoll den Auswärtssieg gefeiert haben. Unsere Auftritte im Osten des Landes, als die Nordkurve sowohl in Magdeburg als auch in Dresden eine starke Visitenkarte hinterlassen konnte.

Der oftmals beschriebene Wahnsinn, der uns in Darmstadt packte und weit über die abgelaufene Spielzeit hinaus für unseren Verein und unsere Farben am Kabel drehen ließ. Die Torjubel in Elversberg und Paderborn, die auf ewig in unserem Gedächtnis bleiben werden.

Und natürlich unser Aufstiegsspiel gegen Düsseldorf. Als wir mit tausenden Schalkern zur Arena zogen und es für alle spürbar gewesen ist, dass eine ganze Stadt hinter unserem Verein steht. Der Moment, als unsere Spieler den Rasen betreten haben und die ganze Arena in einer vielleicht noch nie erlebten Lautstärke explodiert ist.

Genau das sind die Erlebnisse, die Geschichten, die unseren Akku für die neuen Herausforderungen bis zum Maximum laden, uns antreiben, motivieren und danach streben lassen, nicht nur in unseren Gesängen die Nummer eins aus dem Revier zu sein. Schalker, nutzt die Sommerpause zum Verschnaufen! In der neuen Saison drehen wir von der ersten bis zur letzten Minute an der Kordel, um unseren Traum von Liga eins zu halten.

FC Schalke 04 e.V. – Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895 e.V. 1:0 (1:0)

Vor dem Spiel

Es war angerichtet! Nach den Ergebnissen der vorherigen Wochen konnten wir tatsächlich mit einem Sieg gegen die Fortuna aus Düsseldorf den direkten Aufstieg im eigenen Stadion klarmachen. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht? Auch wenn uns im Oberhaus wieder die ungeliebten Spiele gegen Leipzig oder Hoffenheim erwarten und die zweite Liga von den Mannschaften wohl eine etwas attraktivere Spielklasse ist, ist dann doch die erste Fußball-Bundesliga ohne Zweifel der Ort, wo der FC Schalke 04 hingehört.

Um dem Spieltag einen würdigen Rahmen zu verleihen, riefen wir öffentlich einen gemeinsamen Treffpunkt in Buer aus, um uns auf das Spiel einzustimmen und den Weg zum Stadion mit vielen Schalkern gemeinsam zu bestreiten. Die Laune vor Ort war schon sehr losgelöst und jeder vertrieb sich bei allerhand Köstlichkeiten sowie Kaltgetränken die Zeit bis zum Abmarsch. Der Treffpunkt füllte sich mehr und mehr und sollte schlussendlich aus allen Nähten platzen. Wir marschierten gegen 16:30 Uhr mit gut und gerne 20.000 Schalkern zusammen zum Stadion – rekordverdächtig für eine von uns ausgerufene Aktion. Mit Gesängen konnten wir die Kurt-Schumacher-Straße bis zum Stadion hinunterlaufen, wo an den Straßenrändern, vor allem am Rathaus Buer und am Berger See, immer wieder Massen an Schalkern zum Marsch hinzu stießen. Ein Verkehrschaos war bei dieser Route zwar vorprogrammiert, aber es war auch einfach ein sehr geiles Bild.

Nachdem die Kontrollen am Stadion hinter sich gelassen wurden, ging es ab in den Block zu den üblichen Vorbereitungen. Die Vorfreude in der Arena lag förmlich in der Luft. Es passte von den Rahmenbedingungen einfach alles an diesem Tag.

Nordkurve Gelsenkirchen

Das große Aber: Es musste erstmal ein Fußballspiel gewonnen werden. Extra Motivation brauchte bei dieser Partie niemand. Schon beim Einlauf der Schalker Mannschaft zum Aufwärmen hakten wir uns ein und begrüßten sie mit einer ordentlichen Hüpfeinlage und einigen Fackeln. Ein sehr geiler Augenblick. Angetrieben von sechs Vorsängern war die Nordkurve auch zu Spielbeginn dann direkt da und zündete das Stadion an. Wir brachten direkt eine enorme Lautstärke in Richtung Rasen. Jeder Schalker war bei nahezu hundert Prozent und schrie die Gesänge aus sich heraus. Einfach nur geil! So soll es sein!

Die Mannschaft tat es uns gleich. Der Wille der Truppe, der bei den Topspielen in Elversberg und Paderborn schon zu sehen war, war auch an diesem Tag am Start und es gab keine Zweifel: Die Jungs wollten das Ding zu Hause in Gelsenkirchen ziehen. Nach dem 1:0 durch Karaman hatte keiner mehr das Gefühl, dass es noch schief gehen könnte. Gegen Ende der ersten Halbzeit ließ der Druck unserer Mannschaft nach, wovon wir uns auf den Rängen etwas anstecken ließen. Aber man konnte schon von einer sehr starken ersten Hälfte sprechen.

Die Halbzeit wurde zum Durchschnaufen genutzt und nach dem Pausentee musste erstmal jeder wieder auf das richtige Level kommen. Die Arena hoffte einfach auf das erlösende 2:0, dies war deutlich im weiten Rund zu spüren. Schalke ging auf dem Platz kein großes Risiko mehr ein und hielt hinten den Laden dicht. Die Düsseldorfer waren aber schon hin und wieder in unserem Strafraum präsent. Die Angst und damit einhergehende Anspannung, dass da doch noch ein Ball reinfliegt, drückte bei allen Schalkern ordentlich auf die Stimmbänder. Trotzdem war das weiterhin ein sehr gutes Niveau in der Nordkurve. Auch das Stadion stieg oftmals in die Gesänge ein und gab den Jungs auf dem Rasen den nötigen Rückhalt. Immer wieder untermalten wir die verschiedenen Lieder mit Fackeln. Ein weiteres Tor für die Blau-Weißen hätte wohl endgültig die Dämme brechen lassen. Jede Balleroberungsaktion gegen Ende des Spiels wurde gefeiert und je näher das Spielende rückte, desto mehr erlangte man die Gewissheit, dass wir uns das Ding hier und heute holen. Mit dem erlösenden Abpfiff dann der kollektive Jubel in der Arena. Schalke ist wieder da, wo es hingehört.

Nie mehr 2. Liga!

Gegner

Es war natürlich klar, dass die Fans der Fortuna Schwierigkeiten haben werden, uns bei so einem Spielverlauf im eigenen Stadion Paroli bieten zu können. Die aktive Szene verteilte sich auf Ober- und Unterrang, UD flaggte oben an. Zum Start des Spiels gab es eine schlichte Choreo mit einem großen Spruchband und roten sowie weißen Fackeln. Sah soweit ganz nett aus. Von den Gesängen im Spiel ist in der Nordkurve hin und wieder was angekommen, was gerade in Anbetracht des Spielverlaufs bemerkenswert war. Optisch wirkte der Auftritt auch ganz rund. Man kann den Rheinländern sicher einen ordentlichen Auftritt attestieren, wobei man schon hinterfragen sollte, warum sie nicht alle ihre pyrotechnischen Materialien in ihrem Block halten konnten. Das Werfen von zwei Fackeln in den Nachbarblock in der Halbzeitpause war maximal unnötig.

Nach dem Spiel

Im Vorfeld haben der Verein, einzelne Spieler, der Trainer und auch wir sowie weitere Fanorganisationen darum gebeten, von einem Platzsturm abzusehen. Schön, dass es geklappt hat! Für Platzstürme ist unser Stadion einfach das falsche und birgt zu viele Verletzungsgefahren und ganz nebenbei konnten so alle Schalker zusammen mit der Mannschaft feiern. Das hat man aus dem Aufstieg 2022 auf jeden Fall gelernt. Anders als beim St. Pauli-Spiel vor vier Jahren blieben an diesem Tage also alle Schalker auf ihren Plätzen und die Mannschaft konnte auf dem Grün vernünftig die Korken knallen lassen. Das Team kam zur Kurve und wir feierten sie für den verdienten Aufstieg ins Oberhaus. Somit regierte noch lange im Stadion die Partystimmung und alle lagen sich freudestrahlend in den Armen.

Die Feierlichkeiten in unseren Räumlichkeiten und in der Stadt zogen sich bis in den nächsten Morgen und werden in sehr guter Erinnerung bleiben.

Der S04 ist zurück in Liga 1!

Freunde

Wie sollte es auch anders sein: Bei unserem Aufstiegsspiel unterstützten uns viele Gäste aus Nürnberg, Enschede und Mönchengladbach.
Vielen Dank für eure starke Unterstützung und die verschiedenen Glückwunsch-Gesten.

1. Fußball-Club Nürnberg Verein für Leibesübungen e.V. – FC Schalke 04 e.V. 3:0 (1:0)

Vor dem Spiel

Auch wenn die Spannung nach der bereits letzte Woche eingetüteten Zweitligameisterschaft nicht mehr ganz so hoch war und es sportlich nur noch um die berüchtigte goldene Ananas ging, war trotzdem große Vorfreude auf den Tag zu verspüren. Bereits früh am Morgen machte man sich auf den Weg, um sich schon einige Stunden vorher mit den Freunden aus Nürnberg bei Speis und Trank auf das Spiel einzustimmen – danke hierfür! Anschließend bestritten wir gemeinsam den Weg zum Max-Morlock-Stadion.

Samstagabend, schönster Sonnenschein und egal wie das Spiel ausgehen mag: Wir spielen nächstes Jahr in Liga eins und auch Nürnberg hat den Klassenerhalt bereits eingetütet.

Nordkurve Gelsenkirchen

Bereits vor Anpfiff sang sich die daher gut gelaunte Nordkurve Gelsenkirchen ein, pöbelte mit Blick auf das endlich wieder stattfindende Derby gegen die Schwarzgelben und erwartete die Mannschaft.

Zu Beginn der Partie unterstrichen die ersten Lieder und Klatscheinlagen mit guter Beteiligung vom Oberrang die ausgelassene Stimmung. Auf dem Rasen zeigte unsere Elf eine schwache Leistung und so kam in Minute 20 schon der erste Dämpfer durch ein Eigentor von Schallenberg. Man merkte dem Anhang an, dass es heute nicht um das Ergebnis ging und so wurde mit „Königsblauer S04“ und „S04-Nur du Allein“ direkt nachgelegt.

Vor der Halbzeit wurden die restlichen Schalker im Stadion noch animiert, in die Gesänge einzusteigen. Und weil es so schön war, wurde sogar die Pause für die ein oder andere Gesangseinlage genutzt.

In der zweiten Hälfte startete unsere Elf zumindest ein bisschen besser und konnte auch den ein oder anderen Torschuss verzeichnen. Dennoch fiel noch das verdiente 2:0 und schließlich auch 3:0 für Nürnberg. Der angeheiterte Gästeblock ließ sich die Laune nicht verderben, sodass prompt die Eurofighter besungen wurden und von der Meisterschaft und dem Pokalsieg geträumt wurde. Auch Opa Pritschikowski durfte nicht fehlen. In Erinnerung blieben auch die Wechselgesänge mit den Nebenblöcken.

Alles in allem merkte man der Mannschaft leider an, dass ihr noch die Feierlichkeiten in den Knochen steckte. Die Nordkurve Gelsenkirchen war trotz des Ergebnisses gut aufgelegt und hatte Spaß daran, dass es sportlich um nichts mehr ging. Auch wenn dadurch nicht jedes einzelne Lied die volle Wucht entwickelte, war es dank einer meist guten Mitmachquote ein anständiger Auftritt.

Gegner

Die Nordkurve Nürnberg zeigte eine Choreo zu Ehren der Freundschaft, die sich über die Gegengerade bis in den Gästeblock zog.

Anlassbezogen wurden während des Spiels immer wieder einige Fackeln gezündet. Insgesamt waren die Stimmungsblöcke dauerhaft in Bewegung und auch ansonsten wirkte das wie ein richtig guter Auftritt der Heimkurve. Gegen Ende der Partie zeigten sie noch ein Spruchband:

Bundesliga ohne Schalke ist wie Taxiteller ohne Gyros – Glückwunsch zum Aufstieg!

Auch dafür vielen Dank!

Freunde

Neben unseren Freunden auf der anderen Seite des Achtecks waren auch Abordnungen aus Salerno, Mönchengladbach, Enschede und von Komiti Skopje da. Vielen Dank dafür!

Saison 2025/2026 aus Sicht der SEK SV

Die Saison ist vorbei. Schalke hat sportlich alle Erwartungen übertroffen und den Aufstieg klargemacht. Damit steht fest, dass wir im kommenden Jahr wieder dort sind, wo wir hingehören.

Während für die meisten Schalker, die diese Zeilen lesen, die Saison wahrscheinlich optimal lief und für viel Euphorie und Jubelstimmung sorgte, gab es allerdings auch ein paar Jungs, die diese erfolgreiche Saison nicht im Stadion erleben durften. Die Rede ist dabei von den „Jungs, die draußen stehen“.

Die folgenden Zeilen sollen verdeutlichen, dass – egal, wie hart Staat und Verbände versuchen, uns in unserer Freiheit einzuschränken – sie es niemals schaffen werden, uns von unserem Lebensweg abzubringen. Ultra endet nicht am Stadiontor! Der folgende Rückblick zeigt, wie die Saison für uns lief, und er zeigt vor allem eines: Die Versuche, uns zu isolieren und zu brechen, haben genau das Gegenteil bewirkt.

Los ging die Saison mit einem Heimspiel freitagabends gegen die alte Dame aus Berlin. Um sich für die Unterstützung in der letzten Saison zu bedanken und der Gruppe für den Saisonauftakt die letzte Motivationsspritze mitzugeben, schickten wir die Botschaft „Ihr für uns – wir für euch!“ vor Anpfiff mittels Foto ins Stadion. Der Spruch sollte direkt verdeutlichen, dass man uns nicht trennen kann, und wurde an diesem Tag nicht zum letzten Mal benutzt. Nach dem Spiel liefen wir mit genau diesem Spruchband und einigen Fackeln der Gruppe entgegen und sorgten so für den ersten emotionalen Moment der Saison.

Ansonsten ähnelten sich gerade die Heimspieltage schon sehr oft, und man war recht schnell eingespielt. Bei Auswärtsspielen begleiteten wir die Gruppe, soweit es ging, und ließen uns dann immer, mal mit mehr, mal mit weniger Aufwand, ohne Bullen in der jeweiligen Stadt nieder. Auch hier gab es dann Spiele, die aufregender waren, und Spiele, die an Langeweile kaum zu überbieten waren. Doch es war immer klar, dass auch wenn wir aktuell nicht im Stadion präsent sein können, wir unsere Werte und Ideale auf der Straße vertreten. Egal, wie aussichtslos manche Situationen erschienen, wir durchlebten sie gemeinsam. Auch wenn man am Ende des Tages mit einer blutigen Nase nach Hause fuhr. Mit seinen Freunden gemeinsam für seine Werte einzustehen, ist die Anforderung, die wir an uns selbst stellen, aber auch von unseren Feinden erwarten. Die Saison zeigte jedoch, dass das nicht überall so gelebt wird.

Mussten wir früh in der Saison lernen, dass nicht jeder an einem fairen Wettkampf unter Gleichgesinnten interessiert zu sein scheint, bleibt aber zu sagen, dass wir mit den meisten anderen, mit denen wir uns ein intensiveres Pläuschchen lieferten, gute Erfahrungen machten. Den Jungs, die sich mit diesen Zeilen angesprochen fühlen, gebührt unser Respekt. Ultras!

Ein Highlight in dieser Saison war sicherlich das internationale Testspiel in Dublin. Wir konnten endlich wieder mit unseren Freunden gemeinsam im Stadion das ausleben, weshalb jeder von uns irgendwann mal mit dieser ganzen Sache angefangen hat – Ultra leben, fernab von irgendwelchen Zwängen oder Einschränkungen! Auch wenn wir an diesem Tag im Stadion sehr viel Spaß hatten, kehrten wir leider mit neuen Stadionverboten aus Dublin zurück, und zum Heimspiel gegen Nürnberg füllten sich die Kneipen mit neuen Gesichtern.

Ein weiteres Highlight war das Auswärtsspiel in Kiel. Hier wurden wir erst bei Ankunft in Kiel damit überrascht, dass für uns eine Kartbahn reserviert wurde, und als i-Tüpfelchen gab es via Handy-Live-Übertragung aus dem Stadion eine Choreo für uns. Da selbst der Tifo-Meister in unseren Reihen davon überrascht war und nichts ahnte, ist die Überraschung definitiv gelungen. Heilfroh, dass man uns endlich mal auf dem Schirm hatte (diesmal haben wir es ihnen aber auch wirklich einfach gemacht), begleitete uns ein Zivi bis auf die Kartbahn, lehnte unsere Einladung, mitfahren zu können, dann aber leider ab.

Zusätzlich zum Stadionverbot gingen uns die Bullen recht häufig mit Betretungsverboten für Heimspiele auf die Nerven, sodass es etwas Aufwand bedeutete, die Heimspiele so gut es ging trotzdem im Kreise der gesamten Gruppe zu verbringen. Aber wir wären nicht wir, wenn wir dafür keine Lösung gefunden hätten. An der einen oder anderen Stelle half es uns sogar, das aufgrund des hohen Kalorienüberschusses dringend benötigte Sportprogramm zu absolvieren. Auch auswärts gab es für die Spiele in Hannover, Düsseldorf, Münster und Bochum Stadtverbote, sodass wir hier etwas ausgebremst, aber nicht gestoppt wurden.

Zum Auswärtsspiel gegen Paderborn liefen dann die ersten Stadionverbote aus. Die Jungs können jetzt endlich wieder im Stadion Gas geben, während der verbliebene Rest weiterhin draußen die Stellung hält.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Saison aus Sicht der SEK SV sehr ereignisreich war und man aus der beschissenen Situation definitiv das Beste gemacht hat. Auch wenn es nicht immer einfach war, gehen wir sicherlich gestärkt aus der Situation hervor. Wir haben Niederlagen erlebt, dafür haben aber die Siege umso besser geschmeckt. Wir sind weiter zusammengewachsen und haben gezeigt, dass uns kein Verbot stoppen kann. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an jeden Einzelnen, der uns in dieser Zeit, in welcher Form auch immer, unterstützt hat. Jede eurer Gesten ist angekommen und hat uns Kraft gegeben – Zusammenhalt ist unser größter Trumpf!

WER UNS BRECHEN WILL, WIRD DARAN ZERBRECHEN!
ULTRAS GELSENKIRCHEN SEKTION STADIONVERBOT

Nordkurve Nürnberg

Aktuelle Lage

Einen Tag nach unserem Aufstieg gastierte der FCN in Fürth. Das Spiel endete 1:1, unten findet ihr noch einen ausführlichen Spielbericht dazu. Letzte Woche schaffte der 1. FC Nürnberg die Sensation und gewann gegen unsere Elf mit 3:0 und sicherte sich somit einen einstelligen Tabellenplatz.
Heute bestreitet der Glubb sein letztes Saisonspiel in Hannover. Im Anschluss geht es in die wohlverdiente Sommerpause.

SvVgg Fürth – 1.FC Nürnberg 1:1 (1:1)

Während die einen nach dem Aufstieg noch eine After Hour starteten, andere glücklich und zufrieden ins Bett fielen, sollte es für mich und meine Reisegruppe mit 30 Minuten „Schlaf“ im Gepäck Richtung Fürth gehen. Kann man sicherlich keinem normalen Menschen verkaufen, beschreibt unsere Kultur aber nur zu gut. Die Freunde im wichtigsten Spiel der Saison zu unterstützen, bleibt Priorität bei all der Freude über den eigenen Erfolg.

Die Fahrt verlief ohne Probleme und es konnte abwechselnd noch ein wenig Schlaf nachgeholt werden.

In Fürth angekommen, wurde der Haufen unserer Brüder begrüßt ehe es auf direktem Wege zum Gästeblock ging um die anstehende 2-teilige Choreo vorzubereiten. Bei strahlendem Sonnenschein verging die Zeit bis zur Stadionöffnung im Fluge und es konnte der Gästeblock betreten werden. Die Ausgangslage vor diesem Derby war deutlich, mit einem Sieg wollte man das Kleeblatt weiter Richtung Abgrund schießen. Unsere Freunde bedienten sich für die Choreo im 17. Jahrhundert und stellten den Kaiserlichen Feldherr Wallenstein zu Roß dar wie er das Fürther Dorf niederbrannte. Gerade die Fackeln hinter den Elementen rundeten hier das Bild perfekt ab. Auf Kommando wechselte sich das schwarze Bild durch Ponchos in ein rot schwarzes und das Spruchband änderte sich von „Wallenstein brannte euch einst nieder“ zu „Heute singen wir brandschatzend unsere Lieder“. Dazu kamen zwei Aufsteller, auf der einen, ein Nürnberger Mob, auf der anderen vier Fürther, die wegrennen. Durch eine Seilkonstruktion wurde den Fürthern das gezogene Material präsentiert. Eine sehr amüsante Idee, die im Block und bei mir auf große Begeisterung stieß.

Der Start ins Spiel ging mächtig schief und das Kleeblatt kam zu mehreren guten Möglichkeiten. Eine davon nutze Futkeu in der 13. Minute. Auch die restliche Spielzeit war das Kleeblatt überlegen, der FCN konnte aber kurz vor der Halbzeit den Ausgleich erzielen. In der zweiten Spielhälfte entwickelte sich ein offenes Spiel, das keiner für sich entscheiden konnte. Die Stimmung war ähnlich wie die Mannschaftsleistung am heutigen Tag von Höhen und Tiefen geprägt. Mit der 2. Halbzeit konnte man aber sicherlich besser leben als mit der Ersten. Während des ganzen Spiels wurden die Gesänge immer wieder durch Fackeln und Rauch begleitet, was mir definitiv positiv in Erinnerung geblieben ist.

Nach Spielende ging es rasch zum Parkplatz, die Brüder wurden verabschiedet und es ging sichtlich angeschlagen vom Tag zurück in die Stadt der 1000 Feuer. Zur Bewertung der Heimseite verweisen wir gerne auf den Spieltagsbericht unserer Brüder und sparen uns jedes Wort. Bleibt zu hoffen, dass die Westvorstadt endlich absteigt und in der Versenkung verschwindet.

Vielen Dank für eure Gastfreundschaft, Schalke und der FCN wird‘s für alle Zeiten geben!

VAK-P Enschede

Aktuelle Lage

Durch ein 2:2-Unentschieden bei AZ Alkmaar und einen 4:0-Heimsieg im letzten Heimspiel der Saison gegen Sparta Rotterdam, steht Twente auf dem dritten Tabellenplatz. Somit haben die Tukker es heute gegen den Meister PSV Eindhoven selbst in der Hand, sich das Ticket für die Qualifikation zur Königsklasse zu sichern. Vor dem Anpfiff des letzten Heimspiels zeigten unsere Brüder zum Abschluss der Saison nochmals eine Choreo. Mit Papptafeln wurde auf dem Vak-P, das Gesicht von Obelix, ihrem Logo dargestellt. Ein absolut gelungenes Bild.

Wir drücken unseren Freunden die Daumen und hoffen, sie in der nächsten Saison durch Europa zu begleiten – bestenfalls in der Champions League.

Come on Twente Enschede – strijden voor Europa!

Komiti Skopje

Aktuelle Lage

Ein Punkt noch, dann hat der FK Vardar die zwölfte Meisterschaft (und die erste seit 2020) sicher. Nach harten Jahren, inklusive dem Abstieg in die zweite Liga, ist der Rekordmeister wieder da, wo er hingehört: An der Spitze der mazedonischen Liga. Beim Schreiben dieser Zeilen hat der Verein bereits sechs Zähler Vorsprung auf Rang zwei und bei zwei ausstehenden Partien trotzdem ein deutlich besseres Torverhältnis. Also sollte eigentlich alles klar sein.

Vorgestern stand das letzte Auswärtsspiel der Saison beim FK Struga am Ohridsee an. Zusätzlich zum Gästeverbot, welches Komiti dort für die meisten Spiele erhält, gab es die Terminierung an einem Freitagnachmittag. Dementsprechend geht der Blick eher zum letzten Saisonspiel, nächste Woche gegen Shkendija im heimischen Nationalstadion. Die ganz große Feier wird dort wohl durch die bekannten Begleiterscheinungen dieser Meisterschaft ausbleiben. Dennoch ist es so natürlich deutlich schöner als die letzten zwei Jahre in der Relegation noch ran zu müssen.

Spannend wird es dann eher im Sommer, wenn der FK Vardar endlich wieder international antreten und Anfang Juli in der Champions League Quali spielen darf.

Curva Sud Siberiano

Aktuelle Lage

Auch die Salernitana ist am vergangenen Wochenende, nach einer kurzen Pause, in den Playoffs gestartet. Nachdem sie aufgrund des dritten Tabellenplatzes die Gruppenphase der Play-offs überspringen durften, ging es nun gegen die Mainzer Freunde aus Caserta. Nachdem man im März in der Liga noch das Nachsehen hatte, konnte diesmal ein 3:2-Auswärtssieg im Hinspiel geholt werden. Beste Voraussetzungen also, dass am vergangenen Mittwoch die nächste Runde erreicht werden konnte. Das Ergebnis ist beim Schreiben dieser Zeilen aufgrund des Redaktionsschlusses aber leider noch nicht bekannt.

Bekannt ist allerdings, dass sowohl unsere Freunde als auch die Tifosi von Caserta nicht die Auswärtsspiele besuchen durften. Die Entwicklung von Gästeverboten in Italien ist wirklich besorgniserregend und es bleibt zu hoffen, dass dieser Trend in absehbarer Zeit wieder geändert wird.

Sollte Salerno die nächste Runde erreicht haben, stehen als nächstes Gegner aus ganz Italien auf dem Plan. Wir drücken natürlich alle Daumen, dass der Aufstieg in die Serie B doch noch erreicht werden kann.

Nachdem wir bereits die Aufgaben von Wahlausschuss, Aufsichtsrat und Ehrenrat beleuchtet haben, möchten wir uns in der letzten Ausgabe der Saison noch mit dem Ehrenpräsidium beschäftigen. Auch hierbei konzentrieren wir uns wieder auf die wichtigsten Aspekte.

Für eine ganzheitliche Betrachtung der Aufgaben des Ehrenpräsidiums, legen wir jedem wie immer die Satzung unseres Vereins ans Herz.

https://schalke04.de/verein/schalke-04-e-v/satzung 

Aufgaben und Arbeitsweise des Ehrenpräsidiums

Im Gegensatz zu den anderen Vereinsorganen wie zum Beispiel Aufsichtsrat, Wahlausschuss oder Ehrenrat, hat das Ehrenpräsidium keine operativen Aufgaben und ist ein rein repräsentatives Gremium. Es dient der Würdigung langjähriger, verdienter Funktionsträger. Mitglieder des Ehrenpräsidiums können Personen werden, die 20 Jahre Mitglied des Vereins sind und darüber hinaus zehn Jahre Mitglied eines Vereinsorgans waren. Die Organe des Vereins können potentielle Mitglieder für das Ehrenpräsidium vorschlagen und die Mitgliederversammlung diese dann anschließend berufen. Einmal ins Ehrenpräsidium gewählt, kann nur der Ehrenrat diese Berufung widerrufen.

Insgesamt darf das Ehrenpräsidium aus maximal elf Personen bestehen und aus seiner Mitte heraus dann einen Vorsitzenden wählen. Sollte es, wie es aktuell mit Gerhard Rehberg der Fall ist, einen Ehrenvorsitzenden geben, ist dieser gleichzeitig auch Vorsitzender des Ehrenpräsidiums.

Aktuell gehören dem Ehrenpräsidium neben dem Ehrenvorsitzenden Gerhard Rehberg sechs weitere Mitglieder an. Das sind: Dieter Basdorf, Eberhard Bergjohann, Dr. Peter Paziorek, Dr. Ingo Westen, Volker Struckmann, Dr. Herbert Tegenthoff. Elf ins Ehrenpräsidium berufene Personen sind leider bereits verstorben. Dazu zählen zum Beispiel der kürzlich von uns gegangene Manfred Kreuz oder auch Josef Schnusenberg.

Auch wenn das Ehrenpräsidium inklusive des Vorsitzenden nur repräsentative Aufgaben wahrnimmt, so sollte dennoch mit Bedacht gewählt werden. Personen, die in der Vergangenheit bereits Position im Verein zur Selbstdarstellung und Profilierung genutzt haben, gehören sicherlich nicht ins Ehrenpräsidium.

Mitgliederversammlung 2026

Am Samstag, den 18. Juli steht die diesjährige Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 e.V. an. Nach der aktuellen Saison dürften die meisten Schalker wenig zu meckern haben und gerade sportlich lief es in den vergangenen Monaten endlich wieder richtig rund. Dennoch sollte die Mitgliederversammlung auch in diesem Jahr für jedes Mitglied ähnlich wie ein Spieltag als Pflichttermin im Kalender stehen und besucht werden. Dort hat jeder die Möglichkeit, Personen zu wählen, die einen in den Gremien des Vereins vertreten sollen. Und dort gibt es die Möglichkeit, kritische Fragen zu stellen und die inhaltliche Auseinandersetzung zu suchen, um den Verein zu gestalten. Nur weil es sportlich gut läuft, heißt es nicht, dass alles rosarot ist. Zudem stehen turnusmäßig zahlreiche wichtige Entscheidungen wie zum Beispiel Wahlen und Satzungsänderungsanträge an. Dazu möchten wir euch nachfolgend einen kleinen Überblick geben.

Wahlen

Beim Aufsichtsrat scheiden der derzeitige Vorsitzende Axel Hefer und Holger Brauner in diesem Jahr nach dreijähriger Amtszeit aus. Beide haben sich erneut zur Wahl beworben sowie darüber hinaus vier weitere Personen. Aus diesen sechs Bewerbungen hat der Wahlausschuss dann vier Personen, also die maximal mögliche Anzahl, zur Wahl zugelassen. Neben den aktuellen Aufsichtsräten Axel Hefer und Holger Brauner stehen Mitte Juli auch noch Malte Stuckmann und Michael Esken zur Wahl für das Kontrollgremium unseres Vereins.

Auch im Wahlausschuss werden zwei Mitglieder neu gewählt. Wie im Aufsichtsrat scheidet auch hier der Gremien-Vorsitzende Stefan Schorlemmer, sowie Dennis „Elton“ Steckel nach vierjähriger Amtszeit aus dem Gremium aus. Die zur Wahl stehenden Kandidaten sind noch nicht bekannt und werden erst in der Sommerpause veröffentlicht.

Darüber hinaus sollen in diesem Jahr auch neue Mitglieder ins Ehrenpräsidium berufen werden. Das Ehrenpräsidium hat Medienberichten zufolge Clemens Tönnies und Huub Stevens vorgeschlagen. Zum Erstgenannten haben wir uns bereits vor einigen Wochen beim Bekanntwerden des Vorschlags per Spruchband geäußert. Huub Stevens ist dagegen sicherlich weniger polarisierend. Warum er aber ins Ehrenpräsidium anstatt wie andere verdiente Trainer in die Ehrenkabine soll, bleibt wohl Geheimnis des aktuellen Ehrenpräsidiums, die den Vorschlag eingereicht haben.

Satzungsänderungsanträge

Bei den eingereichten Satzungsänderungsanträgen für die diesjährige Mitgliederversammlung ist ein Antrag zur Änderung des Fan-Vertreters im Aufsichtsrat enthalten. Seit vielen Jahren wird ein Aufsichtsratsmitglied vom Schalker Fan-Club-Verband (SFCV) durch dessen Vorstand entsandt. Diese Regelung stammt aus einer Zeit, in der noch alle Fans durch den SFCV, der damals noch Schalker Fan-Club-Dachverband hieß, organisiert waren. Dies ist sicherlich nicht mehr zeitgemäß und bildet die mittlerweile stark gewachsene und viel diversere Fankultur nicht vollständig ab. Der Antrag beinhaltet daher die Änderung, dass neben dem SFCV auch die anderen Fan-Organisationen gleichermaßen berücksichtigt werden und die verschiedenen Akteure gemeinsam einen Fan-Vertreter auswählen. Diese Person soll als Fan-Vertreter für alle Mitglieder und Fans agieren und eine klar definierte Rolle und Aufgabe ausüben.

DFB Pokalsieger 2001

Denkt man an die Saison 2000/2001 zurück, denkt man vor allem an die vier Minuten Meisterschaft, dabei holte Schalke trotz aller Katastrophe in genau dieser Saison den DFB-Pokal. Macht man sich bewusst, dass dieser Titel einer von nur vier in den letzten fünfzig Jahren ist, sollte dieser mehr Würdigung bekommen, als nur ein Beiwerk
neben der verlorenen Meisterschaft zu sein.

Wir möchten in diesem Rückblick nicht nur auf die nackten Ergebnisse gucken, sondern möchten aus Sicht der damaligen aktiven Fanszene berichten. Und zwar von der gesamten Saison, nicht nur vom Finale. Dafür haben wir jede Menge Fanzines gewälzt und aus den gewonnenen Eindrücken neue Berichte geschrieben. Konkret stammen die Informationen aus den Heften: Blaues Blut Nr. 5 und Nr. 6, Dorfmop on Tour Nr. 2, Blau weiße GEschichten Nr. 1, GEballert Nr. 1 und Nr. 2 und Go Ahead Nr. 3.

Taucht also ein in eine andere Zeit, in der die Ultra-Kultur auf Schalke noch in den Kinder-New Balance steckte.

Turn- und Sportverein 1896 e.V. Rain – FC Schalke 04 e.V. 0:7 (0:3)

Das wie jedes Jahr heiß erwartete Los der ersten Runde führte uns wie immer nicht nach Essen, sondern aufs Dorf im tiefsten schwäbischen Bayern.

Immerhin war es ein neuer unbekannter Ort und die noch blutjunge Ultraszene machte sich mit dem Bosch-Bus auf den Weg in den Süden. Nachdem die üblichen Maria-Flaschen vernichtet waren, erreichte der Bus das Georg-Weber-Stadion. Unverschämte 40 DM mussten als Eintritt abgedrückt werden und als Dank erwartete die Schalker Auswärtsschar nur alkoholfreies Bier.

Erstaunlich wenige Allesfahrer hatten sich trotz neuen Grounds auf den Weg gemacht und sahen einen ungefährdeten 7:0 Sieg, wobei ein Tor davon auf das Konto des frisch verpflichteten Andreas Möller ging und demnach eigentlich nicht zählte.

FC St. Pauli e.V. – FC Schalke 04 e.V. 1:3 n. V. (1:1, 1:1)

Nicht nur die damalige Gruppe „Radikale Minderheit“ hatte ihren Namen in Verbindung ihrer Abneigung zu Andreas Möller gefunden (Den Möller-Gegnern wurde von Vereinsseite vorgeworfen nur eine radikale Minderheit zu sein), diese Personalie polarisierte über die Schalker Fanszene hinaus. Kein Wunder also, dass sich auch die St. Pauli Fans dieser Thematik annahmen und zu Spielbeginn ein Spruchband mitsamt Konterfei präsentierten und die Gesichter und Namen „Szepan, Kuzorra, Libuda, Möller“ zu sehen waren. Zumindest für die Radikale Minderheit im Gästeblock eine durchaus gelungene Provokation.

Ansonsten reiste die Ultra-Szene wieder mit dem Bosch-Bus an, verbrachte vor dem Spiel noch eine entspannte Zeit auf der Reeperbahn und musste durch knöcheltiefen Schlamm zum Gästeblock waten. In diesem supporteten ganze 20 Mann dauerhaft, was die damaligen Verhältnisse nochmal deutlich machte. Der Zittersieg wurde in der Verlängerung mehr oder weniger souverän über die Zeit gebracht und das Achtelfinale erreicht.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die beiden Fanzines Schalke Unser und der Übersteiger von St. Pauli zu diesem Spiel eine gemeinsame Ausgabe herausbrachten und sich nicht zur Freude aller annäherten.

FC Schalke 04 e.V. – Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA 2:1 (2:1)

Derby im DFB Pokal, da liegen die Nerven natürlich noch blanker als sowieso schon, aber trotzdem sollte das Spiel natürlich würdig eingeleitet werden. Während in der Nordkurve das Commando 1904 unzählige Doppelhalter zum Intro verteilte, hatte die Radikale Minderheit auf der Haupttribüne im I-Block eine Choreo vorbereitet. Nachdem die Blau-Weißen Papptafeln verteilt waren, wurde das Spruchband „Dortmund verrecke“ an der Balustrade befestigt. Da dies aus mehreren Teilen bestand, klingelte bereits während dieses Vorgangs das Handy eines der Mitglieder. Der Verein wollte wissen, was denn bitte auf dem Spruchband stehen würde. Bisher hatte man im Parkstadion freie Hand bei Choreografien und somit wurde zähneknirschend wahrheitsgemäß geantwortet. Der Verein verbot daraufhin das Spruchband und die Gruppe steckte die Köpfe zusammen, was nun zu tun sei. Die Aktion trotzdem durchziehen und dafür Stadionverbote kassieren? Die Aktion ganz absagen oder nur einen Teil zeigen? Guter Rat war teuer und letztendlich wurde sich für letztere Möglichkeit entschieden. Natürlich hätte man aus heutiger Sicht anders entschieden, zur damaligen Zeit aber wohl ein verständliches Vorgehen. Somit erstrahlte zum Anpfiff ein blau-weißes Papptafelmuster und nur ein Spruchband mit der Aufschrift „Im Pott ist nur für einen Platz“.

Den Gästeblock konnte Dortmund nicht ganz füllen (4.000 – 5.000), was auch damals extrem peinlich war. Immerhin gab es ein schönes Pyro-Intro, aber ansonsten nichts Erwähnenswertes. Das Spiel konnte Schalke trotz früher Führung Dortmunds noch in Halbzeit eins drehen und den Derbysieg nach Hause holen.

Nach dem Spiel sollte es noch an der Gesamtschule Berger Feld ein Aufeinandertreffen zwischen jüngeren Schalkern und Dortmundern geben, die Gerüchteküche besagt aber, dass die Dortmunder doch lieber in den Bus stiegen. Derbysieger!

1.FC Magdeburg e.V. – FC Schalke 04 e.V. 0:1 (0:1)

Als Wintermeister ging es mit breiter Brust in den wilden Osten zum Favoritenschreck, schließlich hatte Magdeburg zuvor sogar den FC Bayern rausgeschossen. Statt mit dem Bosch-Bus wurde diesmal ausnahmsweise mit einem der Busse des SFCV angereist. Dass die Uhren in Sachsen-Anhalt bereits anders tickten, machte nicht nur die Polizeieskorte ab dem Verlassen der Autobahn deutlich, sondern auch das Intro im altehrwürdigen Ernst-Grube-Stadion. Zunächst gab es eine Bänder-Choreografie samt Blockfahne und danach das ganze Spiel über Fackeln und Leuchtraketen, was für neidische Blicke im Gästeblock sorgte. Auf Schalker Seite wurde das Spiel mit dem passenden Spruchband „Auferstanden aus Ruinen“ eingeleitet.

RMG hatte diesmal sogar ein Megafon mit dabei, mit dem aus dem Block heraus versucht wurde, die Schalker Meute zum Mitsingen zu animieren. Dies klappte im Vergleich zu den letzten Spielen auch besser, allerdings auch hier wieder kein Vergleich zur Heimseite. Hier gab es schon einen richtigen Vorsänger, der vor dem Block stand und für damalige Verhältnisse für eine ungeahnte Stimmung sorgte.

Das Viertelfinale konnte per Elfmeter von Jörg Böhme mit 1:0 gewonnen werden, wozu nach dem Spiel 200 Magdeburger nochmal persönlich gratulieren wollten. Auf Schalker Seite war kaum Potential vorhanden und so war man ehrlicherweise froh, dass die Polizei die über dem Platz rennenden Maggis aufhielt. Alles in allem ein echtes Saison-Highlight.

Ebenfalls interessant: Im Gästeblock wurde mittels Doppelhalter pro Buchstabe der Schriftzug FC Schalke 04 gezeigt, diese Doppelhalter werden heute noch von uns genutzt und hingen in der Vergangenheit als Zaunfahne vor dem Block, wenn wir die Amateure unterstützten.

VfB Stuttgart e.V. – FC Schalke 04 e.V. 0:3 (0:3)

Mit dem Bosch-Bus, einem Sonderzug oder mit Autos zog die Schalker Ultra-Szene auf verschiedenen Wegen nach Stuttgart. Mit dabei auch noch 12.000 andere Schalker. Es ist einfach unglaublich, was wir bereits seit jeher für Massen auf die Reise schicken.

Zum Intro in der ersten Halbzeit präsentierte die RMG ein Spruchband mit der Aufschrift „GEboren um für Schalke zu sterben“ und dazu jede Menge Fahnen und Doppelhalter, was insbesondere für die damaligen Zeiten gut aussah. Das Commando Cannstatt war 2001 schon gegründet und zeigte, dass sie schon vier Jahre Erfahrung auf dem Buckel hatten. Das Rauch- und Fackelintro sorgte ähnlich wie in Magdeburg für offene Münder im Gästeblock. Da half auch nicht die kleine und gelungene Mülltüten-Choreografie im Sitzplatzbereich zum Wiederanpfiff, die von RMG und C1904 gemeinsam geplant und durchgeführt wurde.

Im restlichen Stadion herrschte ansonsten Tristesse und es war nicht ansatzweise ausverkauft. Schalke spielte wie beflügelt auf und ging rasch mit 3:0 in Führung, was auch den Endstand bedeutete. Die ganz große Euphorie blieb nach Abpfiff erstaunlicherweise aus, schließlich war es das erste große nationale Finale nach fast 30 Jahren, nichtsdestotrotz halte es natürlich trotzdem aus 12.000 Kehlen: BERLIN BERLIN WIR FAHREN NACH BERLIN!

1. FC Union Berlin e.V. – FC Schalke 04 e.V. 0:2 (0:0)

Und wieder strömten die Massen. Obwohl viele Schalker bei der Kartenvergabe leer ausgegangen waren und es sich um einen Gegner aus der Stadt des Final-Ortes handelte, schafften es letztendlich rund 40.000 Königsblaue ins Olympiastadion. Damals noch ohne Dach, aber dafür mit genauso viel Charme. Die Schalker Szene bereitete eine schlichte Choreo vor, im Oberrang wurden blaue und im Unterrang weiße Papptafeln verteilt, dazu die Spruchbänder „Machts unseren Ahnen nach und werdet zu Legenden“ und „Ihr denkt ihr seid Eisern – Wir sind aus Kohle und Stahl“. Sah halbwegs okay aus. An komplizierte Muster traute man sich nicht heran, da ein genauer Bestuhlungsplan fehlte. Das Ergebnis, wenn man es dennoch versuchte, konnte man auf der Gegenseite sehen, denn dort war der geplante Schriftzug mit Papptafeln nicht zu erkennen.

Der Schock der vier Minuten Meisterschaft saß natürlich noch tief und es fiel Mannschaft und Kurve schwer ins Spiel zu kommen. Natürlich war der DFB-Pokal ein Riesenerfolg, wenn einem aber der große Traum aus den Händen gerissen wurde, ist es gar nicht so einfach diesen Erfolg zu akzeptieren. Jörg Böhme war es dann mal wieder, der mit zwei Toren für den souveränen 2:0 Sieg im Finale sorgte.

Die Laola-Welle schwappte durchs Rund und auch in den Heimblöcken sah man immer wieder Leute in blau gekleidet aufspringen. Der zweite Titel innerhalb von vier Jahren war eingeheimst, aber es brauchte noch einige Zeit, damit dieser auch die Würdigung erfuhr, die er verdiente.

Auch in dieser Saison haben wir wieder die Eindrücke gesammelt, die gegnerische Fanszenen sowohl bei Auswärts- als auch bei Heimspielen von der Nordkurve Gelsenkirchen gewonnen haben. An Rechtschreibung oder sonstigen Dingen haben wir dabei nichts verändert.

Hinrunde

Hertha BSC (H) – hb98.de

Für die Heimseite lief anschließend [Anm.: nach der Choreo] natürlich alles nach Plan, so erwies sich das Überemotionalisieren des Schalkerseins (Spruchbandchoreo mit dem Memepotential der letzten Jahre) vor Anpfiff als Stimmungsfördernd, denn später klinkten sich ein paar Mal die restlichen Bereiche der Arena mit ein, auch wenn es gefühlt nur zwei Lieder waren. Hertha erwies sich ebenfalls als toller Gast und wehrte sich nicht großartig, so dass alle Königsblauen einen von vorne bis hinten schönen Saisonauftakt hatten, der immer wieder mit einigen Stimmungsfackeln untermalt wurde.

Lautern (A) – Unter die Haut

Bei den Gästen aus Gelsenkirchen sah es auch nicht übel aus. Gerade die gerne mal kritisierte Zaunbeflaggung war an diesem Abend ordentlich, die Nordkurve-Fahne passt halt auch perfekt längenmäßig vor den gesamten Gästebereich. Lautstärkentechnisch ist das wie immer schlecht einzuschätzen, aber immer mal wieder drang etwas rüber und optisch sah das mit gut verteilten Fahnen auch ordentlich aus. Viel zu meckern gibt es also nicht. Natürlich hatte man im Vorfeld etwas auf eine optische Aktion und/oder das ein oder andere verbotene Element spekuliert, aber da die UGE einerseits beim eigenen Heimspiel eine große Choreo inklusive “Frag mal den Ralle”-Referenz abgeliefert hatte und man andererseits wohl Hände und Köpfe für die Besichtigung von Heidelberg frei haben wollte, beschränkte sich die Szene aus dem Pott verständlicherweise auf das Standardprogramm.

Magdeburg (A) – Planet MD

Schaute man in Richtung des Gästeblocks sah man zahlreiche Schalker, welche sich wie gewohnt hinter ihren wichtigsten Zaunfahnen UGE, HUGOS und Marler Jungs aufreihten.
Zusätzlich hing oben im Block die große „Nordkuve Gelsenkirchen“ Fahne und einige verteilte Schwenker sollten das Blockbild unterstützen. Hier muss ich wirklich mal anmerken – für mich persönlich leider wohl eines der unansehnlichsten Zaunfahnenbilder, die Ultradeutschland zu bieten hat. Stimmungstechnisch dagegen ging es auf beiden Seiten gut ab. Schon eine Viertelstunde vor Spielbeginn knallte das erstmal „Kämpfen und Siegen” sowie „Einmal blauweiß immer blauweiß” durch das HKS und auch unsere Gäste konnten nach Anpfiff vereinzelt mal einen Akzent setzen.

Hannover (A) – I Block

Der FC Schalke 04 brachte etwas weniger als 10.000 Fans mit, die sich auf auf einem großen Teil der Südtribüne breitmachten. Enttäuschten UGE, Hugos und Co. die letzten Male mit der Zaunbeflaggung, sah das dieses Mal deutlich besser aus. Während die Gruppenfahnen an einer Rohrkonstruktion befestigt wurden, hing die große „Nordkurve Gelsenkirchen”-Fahne vorneweg. Ein weiterer Punkt, der im Bezug auf das Kurvenbild positiv hervorzuheben ist, ist, dass nun nicht mehr bloß im von der Szene genutzten Sitzplatzbereich, sondern ebenso im Steher nebenan organisiert supportet wurde. Im Grundsätzlichen konnte man die Gelsenkirchener des häufigeren vernehmen, was aber natürlich nicht zuletzt auch an deren schierer Masse, dem Spielverlauf und der angesprochenen miesen Stimmung unsererseits gelegen haben dürfte. Alles in allem war das jedoch ein absolut solider Auftritt.

Rückrunde

Hertha BSC (A) – hb98.de

Aus Solidarität mit den verletzten und schwerverletzten Hertha-Fans verzichteten auch die Gästefans rund um die Ultras Gelsenkirchen auf die akustische und optische Unterstützung ihrer Mannschaft. Angesichts des Verhältnisses zwischen den Fanszenen von Hertha BSC und Schalke 04 haben wir höchsten Respekt vor der Reaktion der Nordkurve Gelsenkirchen!

Lautern (H) – Unter die Haut

Das Fazit zur Gegenseite fällt ähnlich aus: Die Choreo war sehenswert, der Support besser als noch bei den beiden Spielen zuvor. Die sportlich gute Ausgangslage und ein Trainer, der zumindest mir als Außenstehendem den Eindruck vermittelt, als würde er zum Verein passen, tun da sicher ihr übriges.

Bochum (A) – Blick in die Kurve

Der Gästeanhang erlebte keinen Sahnetag und bleibt außerhalb einer ansehnlichen Schalparade eher durch das trostloses Zaunfahnenbild in Erinnerung. Nicht unerwähnt sollen aber die großen Transparente gegen die ausgesprochenen Betretungsverbote sein.

Bochum (A) – Schallermann (Münster)

Als abschließendes Fazit zum Gästeanhang lässt sich meiner Meinung nach festhalten, dass sie mit Sicherheit zu den Schwergewichten in punkto Gewalt in Deutschland gehören und dies am Spieltagswochende (wie ihr eh alle von Finstergram und Co. wisst) auch unter Beweis gestellt haben bzw. unter Beweis stellen wollten. Supportmäßig war das in Bochum gar nix, dazu Al-Kaida Hans Bin-Laden Schwenker im Stehplatz Block, aber kein Vorsänger in eben diesem Block geschweige denn eine vernünftige Zaunfahne dort am Zaun.

Dresden (H) – Zentralorgan

Die Wessis hinterließen keinen wirklich bleibenden Eindruck. Zu selten konnte ein größerer Bereich in der Nordkurve mitgenommen werden. Viel Leerlauf, in dem wenig zu vernehmen war. Die Momente, in denen das Stadion mit einstieg wussten aber entsprechend zu überzeugen. Vor allem nach den Toren konnte dabei auch der arrogant, verwöhnte Sitzplatzmalocher mitgenommen werden. Minuten, die vom in Deutschland inzwischen vermehrt verbreiteten Bundesliga-Sitzplatzpublikum abwichen. Das wars dann aber auch. Mit Spruchbändern wurde Kritik an Tönnies verbreitet und die Stadion- und Betretungsverbotler gegrüßt.

Bielefeld (H) – Infozettel Südtribüne

In den letzten Minuten wurde es dann noch einmal hitzig, als der ungeliebte VAR eingriff und ein Tor unserer Arminia wegen Abseitsstellung aberkannte. Dabei sollte jedem Fußballfan klar sein, dass der Videobeweis den Emotionen in unserem schönen Sport nachhaltig schadet. Die folgende Freude bei den Fans des „Kumpel- und Malocherclubs” erschien demnach ziemlich deplatziert. Ansonsten zeigte sich die Nordkurve über weite Phasen in eindrucksvoller Natur, mit beeindruckender Lautstärke und viel Bewegung aufden Rängen, auch wenn das Pyro-Intro mit Blinkern und Rauch zu Beginn etwas unkoordiniert wirkte.

Münster (H) – Schallermann

Die Gegenseite rund um die „Ultras Gelsenkirchen“ und „Hugos“ beschränkte sich zum Großteil auf das Wesentliche. Das ganze Spiel über trumpfte bestehend aus Motivschwenkern auf. Vor Spielbeginn wurde außerdem noch eine Helene-Fischer-Umdichtung intoniert. Den Wahnsinn spürten allerdings nicht alle in der Nordkurve und auch mich ließ das Lied nicht zwingend atemlos zurück. Brachial kam allerdings alles andere was das Schalker Kuttenliedgut so zu bieten hatte, vor allem gegen Spielende konnte man zum Teil nur noch schwer seinen eigenen Gedanken folgen. Mein Fall ist diese Art von Liedgut allerdings weiterhin nicht. Am gesamten Rest der Stadionerfahrung Gelsenkirchen kann ich aber im Verlauf nichts positives mehr abgewinnen. Der Neubau stellt für mich einfach die absolute Fußballdystopie dar. Dank Sporthallenfeeling und Pre-Game-Unterhaltung á la „Song des Spielchtachs“ hat sich über die Jahre echt eine ganz eigene Fußball-Subkultur abseits der Ultragruppen gebildet. Fischerhut, Komasaufen und Pogo zu „Beila Beila“ inklusive. Gutes Gelingen in Liga 1.

Paderborn (A) – Pfauenschrei

Der Support der Schalker wurde seinem Ruf an diesem Tag nicht gerecht. Über weite Strecken des Spiels kam nur wenig bei uns an und Teile vom Gästeblock schienen sich auch eher auf das Sonnenbaden zu konzentrieren, als auf die Unterstützung der eigenen Mannschaft. Wirklich laut wurde es erst nach dem Führungstreffer und beim Pöbeln gegen Dortmund nach dem Spiel. Positiv hervorzuheben ist aber der passende Einsatz von vereinzelten Fackeln und Rauchtöpfen nach den Toren. Zusammenfassend gab es in dieser Saison auf jeden Fall schon Szenen, die mehr abgerissen haben.

Bochum: Rund um das Heimspiel des VfL Bochum gegen Hannover 96 kam es in der Innenstadt zu Scharmützeln zwischen Anhängern beider Lager, woraufhin mehrere Bochumer festgenommen oder zeitweise in Gewahrsam genommen wurden. Im Stadion sorgte vor allem der Einsatz der BFE für Aufregung. Behelmte und vermummte Bullen positionierten sich im Bereich der Ostkurve und des Umlaufs bis in die Mundlöcher. Hintergrund soll eine geplante Festnahme im Bereich der Ostkurve gewesen sein. Die aktive Szene stellte daraufhin den Support ein und stellte sich der Polizei in den Weg, um eben jene Maßnahmen zu verhindern. Nach verbalen Auseinandersetzungen drang die Staatsmacht in Richtung der Blöcke vor, wodurch einige Bochumer Verletzungen erlitten. Auch nach dem Spiel kam es bei der Begleitung der Fans zu weiteren Festnahmen. Kritisch bewertet die Fanhilfe vor allem das unverhältnismäßige Vorgehen der Polizei. Die starke Präsenz der BFE im Bereich der Ostkurve wirkte provokativ.

Dresden: Die Schwarz-Gelbe Hilfe Dresden kritisiert die Praxis von Betretungsverboten gegen Fußballfans und schildert einen konkreten Fall aus dem Jahr 2023, wo ein Dynamo Anhänger bei dem Auswärtsspiel gegen den VfL Oldenburg Betretungsverbot für die Stadt Oldenburg erhielt und dagegen klagte. Nach mehr als drei Jahren erklärte das Verwaltungsgericht Oldenburg das Verbot für rechtswidrig. Das Gericht kritisierte vor allem, dass die Polizei ihre Maßnahmen auf Vermutungen statt auf konkrete Gefahren gestützt habe und das Verbot sowohl räumlich als auch zeitlich unverhältnismäßig gewesen sei. Das Urteil ist ein wichtiges Zeichen gegen pauschale Einschränkungen von Fußballfans und gegen die übermäßige Polizeipraxis im Namen der “Gewaltprävention”.

Kolumbien: Bei der Partie zwischen Independiente Medellín und Flamengo im Copa Libertadores kam es aufgrund von Protesten der heimischen Fans zu Ausschreitungen und einem Spielabbruch. Kurz nach Anpfiff zündeten die Anhänger aus Medellín Bengalos, warfen Gegenstände auf das Spielfeld und versuchten, dieses zu stürmen, woraufhin der Schiedsrichter die Partie unterbrach. Da sich die Situation nicht beruhigte, wurde das Spiel nach langer Unterbrechung endgültig abgebrochen. Dem Verein droht nun eine 0:3-Wertung sowie weitere Strafen durch die CONMEBOL. Hintergrund der Proteste ist der Konflikt gegen die Vereinsführung von Medellín, da wohl die Klubspitze für die sportliche Krise verantwortlich ist.

ODE AN DIE FANZINES

Die Interviewreihe mit verschiedenen Fanzines ist nun zwar abgeschlossen, dennoch möchten wir euch aber auch in Zukunft am Stand Fanzines in kleiner Stückzahl anbieten, die normalerweise nicht für jeden direkt zugänglich sind, wir aber mit gutem Gewissen weiterempfehlen können. Denn was nützt es, wenn wir immer wieder zum Lesen von Heften auffordern, aber nur ein kleiner Teil an diese rankommt.

C’est la vie Ausgabe 9

Das Heft aus Darmstädter Feder bietet neben eigener Spielberichte auch ein Interview mit drei Gründungsmitgliedern der Ultras Darmstadt, Freundschaftsberichte, eine Vielzahl an Hoppingtexten und jede Menge mehr.

Das alles bekommt ihr für 5€ am Stand.