NK-Kalender 2020: Oktober – Gründung SFCV

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Am 12. August 1978 fanden sich die Vertreter von zehn Schalker Fanclubs in einer Gaststätte in Gelsenkirchen-Schalke zusammen, um den Schalker Fan-Club Verband e.V. zu gründen. Zur damaligen Zeit waren die meisten Fußballfans, wenn überhaupt, lose in Fanclubs oder kleineren Gruppierungen organisiert. Eine kollektive Interessensvertretung war in Deutschland noch nicht wirklich vertreten und Strukturen heutiger Größe eigentlich undenkbar. Auch damals war aller Anfang schwer, da Vereine sich nicht wirklich für Faninteressen interessierten. Mit dem rasanten Wachstum der Fanclubzahlen gewann auch der SFCV an Bedeutung und wurde spätestens ab der ersten Ära Assauers zu einer einflussreichen Stimme rund um Schalke. Dieser hatte damals die Vision einer gebündelten und unabhängigen Fanvertretung auf Schalke, unter deren Dach alle Interessen einen Platz finden. Mittlerweile sind aus den ursprünglichen zehn auch deutlich mehr als 1.000 Fanclubs geworden, welche Mitglied des Schalker Fan Club Verbandes sind. Die Größe des SFCV, welcher in 23 Bezirke aufgeteilt ist, lässt sich daher allgemein als Folge einer unverkennbaren Schalker Fanclubkultur sehen, welche sich weit über Bundesland- und Landesgrenzen erstreckt.

Mit dem Mitgliederwachstum ging auch eine Professionalisierung der Strukturen des SFCV einher. Durch die Gründung eines Clubheimes, einer Kneipe auf der Schalker Meile, dem Herausgeben eines Fanzines oder dem Einsatz eines Fanmobils bei Auswärtsspielen wurde der Verband zu einer Anlaufstelle für zahlreiche Schalker, auch solche, die sonst unorganisiert waren. Vereinspolitische Relevanz erlangte der SFCV nicht zuletzt durch das feste Kartenkontingent, welches an Fanclubs verteilt wird, sowie den festen Platz im Aufsichtsrat des Vereins.

Inhaltlich bekennt sich der SFCV zum FC Schalke 04 als eingetragenem Verein und ist ferner Mitglied der vereinsübergreifenden Fanvertretung „Unsere Kurve“. In der Vergangenheit kam es innerhalb der Schalker Fanszene allerdings mehrmals zu Differenzen mit dem eingeschlagenen Weg des SFCV, weswegen 2013 neben unserer Gruppe auch der Supporters Club und die Fan Initiative den Austritt aus dem Fanclubverband verkündeten.


Ruhe in Frieden, Heiner Kördell

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Es ist schon ein paar Jahre her, da feierte unsere Gruppe zusammen Sylvester. Als man nach dem Feuerwerk wieder die Gaststätte betrat, stand dort ein unscheinbarer älterer Herr an der Theke. Er trug eine bunte Fleecejacke, eine dunkle Jogginghose und dazu braune Lederslipper. Gerade bei unseren jüngeren Mitgliedern sorgte sein Anblick ob der eigentlich geschlossenen Gesellschaft ,für ein paar verdutzte Gesichter. Auf die Frage wer das denn sei, wussten einige ältere Mitglieder die Antwort.

Es war Heiner Kördell, Mitglied der legendären letzten Schalker Meistermannschaft von 1958. Ohne zu zögern luden wir ihn ein, den weiteren Abend mit uns zu verbringen. Und schon wenige Augenblicke später saß Heiner mit uns an einem Tisch, und bei frischgezapften Pils und Frikadellen fing er an Geschichten von früher zu erzählen. Mit leuchtenden Augen, ein wenig Wehmut und einer gehörigen Portion Stolz, berichtete er von der Unterschrift unter seinem ersten Vertrag, am Stammplatz von Ernst Kuzzorra in der Vereinskneipe Bosch. Von den Zweifeln Anderer an seiner Person. Anekdoten vom Trainer, der per Telefon bei seinem Vater den Zapfenstreich kontrollierte, sorgten genauso für Erheiterung, wie über den ein oder anderen Schabernack, den er und seine Mitspieler anstellten. Doch am meisten fesselten uns seine Erzählungen zu dem wie er sagte, größten Tag seiner Karriere. Jenem, an dem sein stolzer Vater ihn als Deutscher Meister auf den Schultern trug. Die Stunden vergingen wie im Flug und morgens um vier, ließ es sich der leidenschaftliche Tänzer nicht nehmen, zum Abschluss mit der ein oder anderen anwesenden jungen Dame, noch eine flotte Sohle aufs Parkett zu legen.

Am Freitag erreichte uns die traurige Nachricht, dass Heiner Kördell in der Nacht auf Freitag verstorben ist. Unser Club verliert damit nicht nur eine seiner letzten Legenden, sondern einen großartigen Menschen, der wie kein Zweiter an die Schalker Vereinsfamilie geglaubt und für sie gelebt hat.
Seine Liebe für Schalke sollte jedem von uns als Vorbild dienen.

Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.
Wir werden Heiner ein ehrendes Andenken bewahren.

Ultras Ge, in Erinnerung an einen ganz Großen.


Haltung und Solidarität

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Am Wochenende startet mit den DFB-Pokalspielen die Pflichtspielsaison 20/21. Seit dem zweifelhaften Ende der Saison 19/20 wurde in den vergangenen Wochen häufig über eine mögliche (Teil-)Zulassung von Zuschauern im Profifußball diskutiert. Bedingt durch die unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten ist das Ergebnis nun, dass zwischen leeren Stadien und bis zu 10.000 Zuschauern alles möglich ist. Uns ist bewusst, dass besonders in den unteren Ligen jeder Cent, der durch Zuschauer eingenommen werden könnte, überlebenswichtig ist. Dennoch scheint es zumindest in den Bundesligen an jeglicher Solidarität zwischen den Vereinen zu fehlen. Eine Wettbewerbsverzerrung wird dabei zugunsten attraktiverer Fernsehbilder und unter Verfolgung der eigenen Interessen bewusst heruntergespielt.

Dass die DFL ihr Produkt Fußball so attraktiv wie möglich vermarkten will, liegt in der Natur der Sache. Das „Wie“ scheint dabei völlig egal. Auch wenn die Fernsehgelder und Marketing Erlöse im Vergleich zum Ticketing heute prozentual weit bedeutender sind als vor einigen Jahren, sollte sich ein Verband seiner sozialen Verantwortung bewusst sein. Fußball steht für Leidenschaft, für das Ausgelassene, aber wenn es nicht mal möglich ist, seinen Sitznachbarn bei einem Tor der eigenen Mannschaft zu umarmen, ist spätestens der letzte Funken Emotionen erloschen. Ebenso wird durch das Auswahlverfahren, wer eines der wenigen Tickets erhält, eine Zwei- oder sogar Dreiklassengesellschaft unter den Anhängern geschaffen. Dass Gästefans dabei ganz ausgeschlossen werden, ist dann wohl die Spitze des Ganzen. Mit dem Fußball wie wir ihn kennen, hat dies nichts zu tun.

Noch nie war die Kritik am Produkt Fußball, den Verbänden und Auswüchsen des aktuellen Systems so laut und flächendeckend. Sie zieht sich vom gelegentlich interessierten Zuschauer vor dem Fernseher, über die Pay-TV-Abonnenten bis hin zu den gelegentlichen Stadiongängern. Von den Dauerkarteninhabern und aktiven Fangruppierungen ganz zu schweigen. Es gibt eine breite Ablehnung und emotionale Lossagung vom Fußball und den Vereinen, welche für viele Menschen in diesem Land sonst ein Dreh- und Angelpunkt in ihrem Leben sind.

Bei dieser Fokussierung auf Profit, ist die Sorge, dass die aktuelle Krise dafür genutzt wird, personalisierte Tickets oder die Abschaffung von Stehplätzen grundsätzlich durchzudrücken, nicht unbegründet. Zu oft wurde man bereits von den Verbänden und ihren fanfeindlichen Entscheidungen vor den Kopf gestoßen, so dass die Verantwortlichen keinen Vertrauensvorschuss erwarten können. Personalisierte Tickets und die Abschaffung der Stehplätze wären der letzte Sargnagel in einem zunehmend entfremdeten Geschäft, indem es schon heute vielen Fußballfans schwerfällt sich mit den Entwicklungen und Auswüchsen rund um das Produkt „Profifußball“ zu identifizieren.

„Tausend Freunde, die zusammensteh’n“ ist eine Liedzeile, die Schalker aller Generationen verbindet und die wir nun mehr denn je wörtlich nehmen. Egal ob jung ob alt, egal ob groß ob klein, zusammen sind wir der FC Schalke 04 e.V. Zumindest auf Seiten der Fans werden wir daher solidarisch sein und haben uns unter den aktuellen Umständen vorerst dafür entschieden die Spiele als Gruppe nicht zu besuchen.

Zudem fordern wir von allen Verantwortlichen sich zeitnah und intensiv mit diesen weitreichenden Problemen zu beschäftigen und Lösungsansätze zu liefern, welche Stück für Stück zurück zur Normalität und einer lebendigen Fankultur in unseren Stadien führen.


NK Kalender 2020: September – Magath allmächtig

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Es war bitterkalt auf der Mitgliederversammlung im Mai 2010. Der Mai lockte nicht gerade mit frühsommerlicher Hitze und in der Arena war kurz zuvor das Eröffnungsspiel der Eishockey-WM zu Ende gegangen. Umso hitziger aber waren dann die Diskussionen.

2000 Mitglieder ließen mehr oder weniger geduldig die Ehrungen, Lobeshymnen auf Felix Magath und den Jahresbericht über sich ergehen. Begonnen hatte die Mitgliederversammlung wie seinerzeit üblich um 19:04 Uhr und so wurde es später und später. Nach und nach verließen mehr und mehr Mitglieder die Donnerhalle, doch diejenigen, die an ihren Mitgliederrechten interessiert waren, hielten bis zur Abstimmung über die Anträge aus. 

Vor allem ein Antrag stand im Interesse: Es ging um eine “Lex Magath”. Er sollte wesentlich mehr Kompetenzen bekommen: Der Aufsichtsrat muss über Ausgaben entscheiden, die 300.000 Euro überschreiten. Das sollte nun aufgehoben werden; Magath sollte jetzt eigenständig entscheiden können, nicht mehr die von den Mitgliedern gewählten Aufsichtsratsvertreter.

Zitternd und fluchend harrten also die Mitglieder aus. Erst ließ der Aufsichtsrat die Entscheidung per Handzeichen abstimmen. Bei so einem Antrag eher eine Farce und es wurde schnell unübersichtlich. Die vorhandenen Wahlzettel kamen also doch zum Einsatz, nachdem der Aufsichtsrat nicht mit Argumenten, sondern mit Appellen versuchte, die Mitglieder dazu zu bringen, sich selbst zu entmachten. Doch der Antrag verfehlte dennoch die notwendige Zweidrittelmehrheit.

Und Magath rächte sich: Als Hauptverantwortlichen machte er ausgerechnet SFCV-Vertreter Rolf Rojek aus. Magath entband diesen von seiner Funktion als Fanbeauftragten. Der Dachverband äußerte sich deutlich: „Wir betrachten diese Entscheidung als einen massiven und grundlosen Angriff auf die jahrzehntelang gewachsenen, intakten und durchaus manchmal auch kritischen Strukturen der gesamten Schalker Fanszene.” 

Magath witterte nun überall Feinde. Wer seine Meinung nicht teilte, wurde als “kleine Gruppe” beschimpft. Mehrere tausend Fans trugen in der Folge T-Shirts mit der Aufschrift “kleine Gruppe”. 

Im März 2011 war die Ära Magath dann Geschichte: Der Aufsichtsrat setzte Magath vor die Tür. Es folgte eine Schlammschlacht in der Presse und mit Anwälten, bis beide Seiten entschieden, das Thema doch lieber unter der Decke zu halten, bevor zu viel nach außen drang. Man einigte sich dann “gütlich”.


NK Kalender 2020: August – Antirassismus Paragraph

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„Der Verein ist parteipolitisch und religiös neutral. Er bekennt sich zu den Grundsätzen der Menschenrechte. Er tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen sowie diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen gegenüber anderen Menschen, insbesondere auf Grund ihrer Nationalität, ethnischen Zugehörigkeit, Religion, Geschlecht, sexuellen Orientierung oder Behinderung, aktiv entgegen. In diesem Sinne ist er insbesondere bestrebt, die soziale Integration ausländischer Mitbürger zu fördern.“ Seit 2008 steht dieser Passus in der Satzung und erlaubt so den Vereinsgremien, bei rassistischen Äußerungen auch rechtlich tätig zu werden – so sie es denn wollen.

Vorläufer gab es dazu aber schon früher: 1992 gründete sich die Schalker „Fan-Initiative gegen Rassismus“. Kurz danach machte sie im Stadion mit dem Banner „Schalker gegen Rassismus“ auf sich aufmerksam.  „Wenn man ein Banner ‚Schalker gegen Rassismus‘ im Innenraum aufhängen wollte, hat man das dem Ordner gesagt und ist durchgegangen“, erinnert sich Bodo im Interview des „SCHALKE UNSER“. Und der langjährige SU-Redakteur Peter meint: „In der Nachbetrachtung würde ich das Verhalten des Vereins von damals als orientierungslos bezeichnen. Da gab es zwar dann  Diskussionen darüber, ob wir Flugblätter auf dem Vereinsgelände verteilen dürfen, aber andererseits waren die froh, dass wir was gemacht haben, weil die in den damaligen Strukturen gar nicht in der Lage waren, selbst etwas zu machen.“ „Affenlaute“ und „Asylanten, Asylanten!“-Rufe kamen seinerzeit häufig vor. Es folgten weitere Aktionen zusammen mit den Spielern und dem Trainer. Gemeinsam verteilten sie Flugblätter in der Gelsenkirchener Innenstadt.

Der erste Anlauf, einen Antirassismus-Paragraphen formal zu verankern, stammt vom 5. September 1993: Doch die Ini konnte einen Antrag auf der damaligen Jahreshauptversammlung nicht mehr stellen. Sie wollte festschreiben, Nazi-Symbole  wie Reichkriegsflaggen im Stadion zu verbieten und bei rassistischen Äußerungen Stadionverbot zu verhängen. Doch der Verlauf der Versammlung mit zahlreichen Wahlen verhinderte dies.

Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 e.V. am 5. Dezember 1994 wurdem dann aber auf Antrag der Schalker Fan-Initiative gegen Rassismus von der Satzungskommission zwei Passagen in die Satzung integriert: In Paragraph 2 „Die soziale Integration ausländischer Mitbürger soll gefördert werden“ und in § 4: „Der Ausschluß aus dem Verein kann u.a. erfolgen (…) bei unehrenhaftem Verhalten innerhalb oder außerhalb des Vereins, insbesondere durch Kundgabe rassistischer oder ausländerfeindlicher Gesinnung“.


NK Kalender 2020: Juli – ViaNOgo

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“Das ist doch keine Demokratie hier.” Dieser Satz von Peter Peters wird denjenigen, die sich gegen den Kartenhändler “Viagogo” engagierten, in Erinnerung bleiben. Noch mehr aber, dass der Verein sie mit Hilfe der Polizei vom Gelände werfen ließ, als sie Unterschriften für eine außerordentliche Mitgliederversammlung sammelten.  Dabei steht das Vereinsgelände doch allen Mitgliedern für “Vereinszwecke” zur Verfügung. Und laut Satzung für eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu werben, ist definitiv ein Vereinszweck. Der Vorstand begründete das so: “Wir müssen die Rechte eines Sponsoren schützen.” Und die Rechte der Mitglieder?

Die zählten nicht, und der Sponsor war eben nicht nur ein Sponsor, sondern auch ein Unternehmen, mit dem Schalke einen Vertrag hatte: Statt auf der vereinseigenen Ticketbörse sollten Karten nun über “Viagogo” vertickt werden – zu überhöhten Preisen. Dazu die, die der Verein angeblich nicht anders loswurde. Und das bei chronischer Ticketknappheit seinerzeit.

Nicht viel besser wurde es auf der ordentlichen Mitgliederversammlung. Alle Anträge der Initiative “viaNOgo” hatte der Aufsichtsrat nicht zugelassen, zunächst sogar ohne Begründung. Anscheinend verfasste der Aufsichtsrat die Schreiben so kurz vor Ablauf der Ablehnungsfristen, dass die Schreiben per Kurier zugestellt werden mussten. Den Grund für die Ablehnung ergab erst das in der Satzung vorgeschriebene Einigungsgespräch: Die Anträge würden in das operative Geschäft eingreifen. Und natürlich sprang der Ehrenrat auch hier dem Aufsichtsrat willfährig zur Seite.

Es gab zahlreiche Redebeiträge gegen den Viagogo-Vertrag und einen Eilantrag: Wenn schon der ursprüngliche Antrag nicht zugelassen worden war, so sollte doch jetzt ein – nicht bindendes – Meinungsbild eingeholt werden. Eile war auch geboten: Nur zwei Tage, dann wäre der Vertrag zwischen Schalke und “Viagogo” wirksam geworden. Nach einigem Hin und Her ließ Jens Buchta als Versammlungsleiter die Abstimmung zu: “Ja gut, dann stimmen wir eben ab.” Der Antrag bekam per Handzeichen deutliche Zustimmung, es musste also jetzt das Meinungsbild eingeholt werden. Und ebenso deutlich wurde klar: Die Schalker stimmten gegen den Viagogo-Vertrag.

Eine Woche später dann die Überraschung: Der Vertrag wurde direkt aufgekündigt. Wie Jahre später aber herauskam, nicht wegen der Abstimmung. Schalke hatte bereits vor der Mitgliederversammlung aus dem Vertrag herausgewollt, weil das Unternehmen Schalke unter Druck gesetzt und mehr Karten als vereinbart gefordert hatte.


NK Kalender 2020: Juni – Eingetragener Verein

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Die Rechtsform „eingetragener Verein“ stellt im Fußball und speziell auf Schalke ein hohes Gut dar. Um dies auch in unserer Satzung zu verankern, wurde auf der Mitgliederversammlung 2016 ein Satzungsänderungsantrag zur Änderung von „§11 Auflösung gestellt“. Der Antrag sah vor §11 um die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung zu erweitern, so dass eine Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung ebenso wie die Auflösung des Vereins eine ¾ Mehrheit benötigt. Über 2/3 der anwesenden Mitglieder stimmten für diesen Antrag, so dass dieser Antrag von der Versammlung angenommen wurde. Durch diese Änderung ist sichergestellt, dass die Vereinsverantwortlichen die Lizenzspielerabteilung nicht gegen den Willen der Vereinsmitglieder ausgliedern kann. Eine wegweisende Änderung unserer Satzung und die erneut verdeutlicht hat wie wichtig den Schalkern ihr e.V. ist.

§ 11 Auflösung des Vereins und Ausgliederung der Fußball- Lizenzspielerabteilung

Der Verein wird aufgelöst, wenn in einer besonderen, zu diesem Zweck einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung die Auflösung mit Dreiviertel-Mehrheit der abgegebenen Stimmen beschlossen wird.

Die Fußball-Lizenzspielerabteilung gehört zum Verein. Eine Ausgliederung der Fußball-Lizenzspielerabteilung – gleich ob im Wege des Umwandlungsgesetzes oder einer Vielzahl von Einzelübertragungen – und sonstige Maßnahmen nach dem Umwandlungsgesetz, die die Lizenzspielerabteilung zum Gegenstand haben, bedürfen der Zustimmung einer besonderen, zu diesem Zweck einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung mit einer Dreiviertel-Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Die Abstimmung in den außerordentlichen Mitgliederversammlungen nach Absatz 1 und 2 erfolgen durch schriftliche Stimmabgabe.

Im Fall der Auflösung des Vereins fällt das Vereinsvermögen mit Zustimmung des Finanzamtes an die Stadt Gelsenkirchen, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke zu verwenden hat, und zwar in erster Linie im Sinne des § 2 dieser Satzung; dies gilt nicht, soweit die Mitgliederversammlung mit Dreiviertel-Mehrheit der abgegebenen Stimmen vor dem Auflösungsbeschluss einen anderen gemeinnützigen Verwendungszweck bestimmt. Die Durchführung dieses Beschlusses ist abhängig von der Zustimmung des Finanzamtes.

Die Änderung dieser Regelungen in § 11 bedarf einer Mehrheit von Dreiviertel der abgegebenen Stimmen der Mitgliederversammlung.


NK Kalender 2020: Mai – Günter Siebert

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Günter Siebert, welcher am 15. Dezember 1930 im hessischen Kassel geboren wurde, zählt sicherlich zu den „besonderen Persönlichkeiten“, die je in den Diensten des FC Schalke 04 e.V. gestanden haben. Anders kann man es wohl nicht bezeichnen, denn der ehemalige Angreifer prägte die blau-weiße Vereinsgeschichte über 30 Jahre nicht nur mit seinem großen Anteil an der letzten Deutschen Meisterschaft 1958, sondern auch in seinen späteren Tätigkeiten im Verein.

Nachdem er im Jahr 1951 von seinem Heimatverein CSC 03 Kassel nach Gelsenkirchen wechselte, spielte er zunächst für zwei Jahre relativ ereignislos im königsblauen Dress. Nach seinem Abschied kam er nach nur 24 Monate jedoch zurück und hatte fortan eine deutlich erfolgreichere Zeit. Außerdem war es die Geburtsstunde der Geschichte Schalke und der Sonnenkönig, wie er im Verein auch bekannt ist.

Neben seinem Erfolg im Schalker Trikot mit 61 geschossenen Toren in 118 Spielen bewies der Stürmer bereits früh seine geschäftsmännischen Fähigkeiten. Er baute sich ein Laden auf, welcher wenig später zu einer Kiosk-Kette in Gelsenkirchen und sogar in der Region wurde. 1964 wird er zum Vize-Präsidenten des Vereins gewählt. Diese Posten übernahm Siebert für die nächsten drei Jahren, bis er im Alter von 37 Jahren das amtierenden Vereinsoberhaupt Fritz Szepan ablöste. Der zu dieser Zeit jüngste Vereinsboss der Liga baute mit klugen Personalentscheidungen und einem besonders feinen Riecher für Talente, ein junges motiviertes Team auf, welches 1972 zu ihrem Höhepunkt kam. Die Mannschaft rund um Stan Libuda, Klaus Fischer und Co. holte im hannoverschen Niedersachsenstadion mit einem eindrucksvollen 5:0 Sieg über den 1. FC Kaiserslautern den DFB-Pokal nach Gelsenkirchen. Zudem feierte man eine Woche zuvor bereits die souveräne Vize-Meisterschaft drei Punkte hinter dem FC Bayern München.

Vier Jahre später ist die Ära Siebert auf Schalke durch die Beteiligung am Bundesliga-Skandal von 1971 allerdings vorerst vorbei. Trotzdem blieb er Schalke erhalten. Für seine leidenschaftlichen Reden war er bereits bekannt und so konnte eben eine dieser Reden auf der Jahreshauptversammlung 1978 überzeugen. Die anwesenden Mitglieder des e.V.´s wählten ihn anschließend, damals noch per Direktwahl, wieder zum „ihrem“ Präsidenten. Die finanzielle Lage von Schalke 04 nahm Siebert als Grund für den Rücktritt aus seiner zweiten Amtsperiode nach nicht einmal einem halben Jahr. Anfang 1987 kehrte er nochmal in sein Amt zurück, um im September 1988 endgültig das Handtuch zu werfen.

Günter Siebert verstarb im Alter von 86 Jahren am 16.Juni 2017 in einem Pflegestift in Eckernförde.


NK Kalender 2020: April – Neue Satzung 1994

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Der Verwaltungsrat stürzte im Jahr 1994 den Vorstand, verlangte Neuwahlen und warf ihm in einer öffentlichen Schlammschlacht von einer Pressekonferenz zur nächsten Inkompetenz vor. Die Beurlaubung von Rudi Assauer durch den amtierenden Vorstand um Helmut Kremers, der überraschend zum Präsidenten gewählt worden war, wurde zum Bumerang. Zwischen Verwaltungsrat und Vorstand war nichts mehr zu retten.

Am 5. Dezember 1994 wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, um über einen Änderungsantrag der Vereinssatzung abstimmen zu lassen. Kern des Antrags war es, dass der Vorstand nicht mehr durch eine emotionsgeladene Mitgliederversammlung gewählt wird, sondern gesondert durch den gewählten Aufsichtsrat. Dieser bestellt einen unabhängigen Vorstand und kontrolliert diesen nach Eignung. Seine Entscheidung ist nicht anfechtbar. Durch diesen Änderungsantrag erhoffte man sich eine Führungsstruktur ähnlich wie in einem Wirtschaftsunternehmen zu etablieren und das nach zuletzt turbulenten Jahren nun die nötige Ruhe für den Erfolg auf Schalke einkehrt. 946 der 1229 gültigen Stimmen entschieden sich für die Änderung, zuvor musste aber Rudi Assauer noch einmal an die anwesenden Schalker appellieren „Ich bitte Sie inständig, die neue Satzung anzunehmen. Das ist für den Verein die letzte Chance.“ Einen Tag später trat der amtierende Notvorstand um Kremers wie verabredet zurück. Schluss mit den oft herbeigerufenen „Schalker Verhältnissen“.

Unser Verein stellte damit den Vorreiter für eine „moderne Vereinssatzung“ in der Bundesliga. Am 12. Dezember 1994 war es dann soweit und der Vorstand wurde bestellt. Gerd Rehberg und Josef Schnusenberg übernahmen die Vorstandstätigkeiten ehrenamtlich. Die erstmalig zwei hauptamtlichen Vorstandsmitglieder waren Rudi Assauer und Peter Peters. Ab den 17. August 1995 bildeten den ersten Aufsichtsrat auf Schalke Clemens Tönnies, Jürgen W. Möllemann, Herbert Burdenski, Hans Kleine-Büning, Dr. Peter Paziorek und Rüdiger Höffken.

Die neue Satzung schloss den Umstrukturierungsprozess nach Abbau des angehäuften Schuldenbergs ab und die leere Vereinskasse gewann die ein oder andere Mark dazu.


Taten sagen mehr als tausend Worte

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Mit Verwunderung haben wir am Dienstag das Statement der Vorstände Jochen Schneider und Alexander Jobst zur Kenntnis genommen. Man hätte Verständnis für Fans und Mitglieder und glaubt, die aktuelle Situation ließe sich nur im Dialog lösen und so das Vertrauen zurückgewinnen. Einen Dialog zum jetzigen Zeitpunkt lehnen wir entschieden ab. Nach unserer Aufarbeitung am Montag und den fünf darauffolgenden Spruchbändern im Laufe der Woche, haben wir unsere zentralen Kritikpunkte und Forderungen sehr deutlich gemacht. Zusätzlich zu unserer Veröffentlichung haben sich mit dem SFCV, dem Block-5-Forum, dem Supporters Club und der Fan-Initiative diverse Fan-Organisationen und Vertretungen geäußert. Zu den aktuell grundlegenden Problemen im Verein bedarf es daher keiner Erklärung und Aussprache mehr. Es kann keine zwei Meinungen zu den Ursachen für die aktuelle Unzufriedenheit der meisten Schalker geben.

Bevor ein glaubwürdiger Dialog stattfinden kann, erwarten wir von den Vereinsverantwortlichen Taten. Es braucht eine glaubwürdige und schonungslose Aufarbeitung der aktuellen Situation und begangenen Fehler. Darüber hinaus wirft das Interview von Kornelia Toporzysek weitere elementare Fragen zur Vorgehensweise innerhalb des Vereins auf. Es muss daher ernsthafte Konsequenzen sowie einen grundlegenden Neuanfang geben. In der Sommerpause haben die Verantwortlichen nun die Gelegenheit ein glaubhaftes Konzept und die Weichen für die Zukunft zu erstellen. 

Vertrauen gewinnt man nicht durch Dialoge, sondern durch Taten!


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