Fragebogen AR-Kandidaten MV 2026 Malte Stuckmann

Bitte stelle dich kurz vor.

Mein Name ist Malte Stuckmann, ich bin 48 Jahre alt, geboren, aufgewachsen und wohnhaft in Gelsenkirchen, verheiratet und Vater von 2 Jungs. Ich bin seit fast 20 Jahren selbstständiger Rechtsanwalt in Gelsenkirchen und sitze seit 6 Jahren im Stadtrat.

Warum kandidierst du (erneut) für den Aufsichtsrat des FC Schalke 04? Was qualifiziert dich für die Arbeit im Aufsichtsrat? Warum sollten die Mitglieder dir am 18. Juli ihre Stimme geben?

Schalke ist in einer Phase, in der bloße Emotionen nicht mehr ausreichen, um die wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen zu meistern. Jetzt, wo die Basis des Vereins durch externe Faktoren wie wirtschaftlichen Druck, Probleme im Sponsoring und die Erwartungen der Fans belastet wird sowie durch interne Faktoren wie den Spagat zwischen den traditionellen Werten des e.V. und einer professionellen, wirtschaftlich stabilen Führung, braucht der Aufsichtsrat Menschen, die aus der Praxis wissen, wie man Krisen meistert. Ich möchte meine Erfahrungen im Ausgleich und in der rechtlichen Bewertung genau jetzt einbringen, um die notwendige Stabilität für eine langfristige Erholung zu gewährleisten.

Als Jurist bringe ich die Fähigkeit mit, komplexe Sachverhalte schnell zu durchdringen, Compliance-Anforderungen zu überwachen und Verträge kritisch zu prüfen. Ich durfte lernen, wie man in komplexen Situationen kluge Entscheidungen vorbereitet, wie man zuhört, vermittelt und Lösungen findet. Durch meine Tätigkeit als Ratsherr der Stadt Gelsenkirchen verfüge ich zudem über tiefgreifende Erfahrung in der Gremienarbeit und kenne die politischen sowie administrativen Entscheidungswege unserer Stadt. Mein Schwerpunkt liegt in der Netzwerk-Steuerung und im Interessenausgleich: Ich verstehe es, zwischen unterschiedlichen Akteuren zu vermitteln, ohne die strategischen Ziele aus den Augen zu verlieren.

Ich verspreche keine Luftschlösser. Ich biete Euch die juristische Präzision eines Anwalts, um auf unseren Verein aufzupassen, und das politische und wirtschaftliche Netzwerk, um Schalke in seiner Heimatstadt und der Region wieder stark zu machen. Ich bin kein Selbstdarsteller – ich bin ein Gelsenkirchener, der das Handwerkszeug besitzt, um den e.V. und seine Mitgliederrechte bedingungslos zu verteidigen.

Wie beurteilst du die aktuelle Situation des Vereins? Welche Entwicklungen siehst du positiv? In welchen Bereichen siehst du Verbesserungsbedarf und nicht ausgeschöpfte Potentiale?

Die aktuelle Situation des FC Schalke 04 lässt sich als herausfordernde, aber gestaltbare Übergangsphase beschreiben. Wir befinden uns an einer historischen Weggabelung, an der wir die wirtschaftlichen Altlasten der Vergangenheit endgültig abbauen müssen, ohne dabei die sportliche Zukunft und unsere Identität zu opfern. Die sportliche Klasse zu halten und die Konsolidierung dennoch voranzutreiben, ist eine weitere ambitionierte Aufgabe.

Die Entscheidung, den Vorstand unseres Fußballvereins doch mit einem eigenen Sportvorstand zu besetzen hat sich als selbstredend richtig erwiesen. Der Erfolg der Profimannschaft hat uns endlich wieder dahin gebracht, wo wir hingehören.

Auch in den anderen Abteilungen erleben wir eine herausragende sportliche Eigendynamik:
Die U23 in der Erfolgsspur – unsere Zweitvertretung hat sich in der Regionalliga West zu einer echten Spitzenmannschaft entwickelt und klopft an das Tor zur 3. Liga. Das beweist, dass das sportliche Fundament im Unterbau intakt ist.

Der sportliche Durchmarsch unserer Damenmannschaft in Richtung 2. Frauen-Bundesliga ist eine absolute Erfolgsgeschichte. Hier entsteht gerade eine völlig neue, hochemotionale Schalke-Identität, die auch wirtschaftlich und fan-kulturell riesiges Potenzial besitzt.
Und schließlich führen wir das Auswärtsfahrerranking ebenso an wie wir den Zuschauer-Weltrekord für eine zweite Liga aufgestellt haben.

Unsere finanzielle Konsolidierung läuft bisher fast ausschließlich über das Prinzip „Sparen und Gesundschrumpfen“. Das reicht nicht aus. Schalke ist wirtschaftlich immer noch viel zu abhängig von tabellenplatzabhängigen TV-Geldern und klassischem Trikotsponsoring. Das ungenutzte Potenzial: Schalke ist die Herzkammer des Ruhrgebiets. Wir müssen den Verein als die führende B2B-Plattform und als Wirtschaftshub der gesamten Region etablieren. Wir müssen Erlösmodelle entwickeln, die unberührt vom Wochenendergebnis fließen – durch digitale Netzwerke, regionale Wirtschaftskooperationen und eine offensive Vermarktung unserer Infrastruktur abseits der Spieltage.

Wie bewertest du die Arbeit des Aufsichtsrates in den letzten Jahren? Wie sieht in deinen Augen eine gute Zusammenarbeit im Gremium sowohl nach innen als auch außen aus?

Das Gremium hat in einer der schwersten wirtschaftlichen Krisen unserer Vereinsgeschichte das Überleben des e. V. gesichert und den harten Kurs der Konsolidierung mitgetragen. Das war Pflicht und Verantwortung, und diese Leistung verdient Respekt.

Aber zur Wahrheit gehört auch: Die Kür wurde viel zu oft verfehlt. Die Arbeit des Aufsichtsrates war in der jüngeren Vergangenheit von zu vielen internen Störgeräuschen, Indiskretionen und öffentlichen Debatten geprägt. Wenn Interna aus dem Sitzungszimmer in den Medien landen, beschädigt das massiv das Vertrauen von Mitgliedern, Fans und vor allem von potenziellen Sponsoren. Ein Aufsichtsrat darf niemals Unruhe in den Verein tragen – er muss der Fels in der Brandung sein.

Gute Arbeit im AR bedeutet eine klare Trennung zwischen der Arbeit nach innen und dem Auftreten nach außen. Ein guter Aufsichtsrat ist kein Alibi-Zirkel für den Vorstand. Nach innen erwarte ich eine Diskussionskultur, die von maximaler juristischer und wirtschaftlicher Präzision geprägt ist. Pläne des Vorstands müssen kritisch hinterfragt und in Best-, Base- und Worst-Case-Szenarien zerlegt werden. Die unterschiedlichen Kompetenzen im Raum – ob aus der Wirtschaft, der Kommunalpolitik oder der Fanszene – müssen gleichberechtigt gehört werden. Gute Entscheidungen entstehen durch Reibung, nicht durch Harmoniesucht.

Sobald eine Entscheidung im Gremium demokratisch getroffen wurde, gilt das Prinzip der absoluten Geschlossenheit. Es darf kein Nachkarren, keine anonymen Spitzen und keine Leaks an die Presse geben. Der Aufsichtsrat ist das Kontrollorgan im Hintergrund, nicht die Showbühne. Die öffentliche Bühne gehört dem operativen Vorstand und der Mannschaft. Sponsoren und Partner investieren nur dann Millionen in den FC Schalke 04, wenn sie wissen, dass ihre Interna und Verträge in den Gremien absolut diskret und professionell behandelt werden.

Wie bewertest du die aktuelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Größe, Kooptationsmöglichkeiten etc.)? Und welche Fachkompetenzen bringst du ins Gremium ein?

Das Gremium verfügt zwar über unbestrittene Expertise in den Bereichen der globalen Großwirtschaft und der klassischen Finanzkontrolle. Was dem Aufsichtsrat in seiner jetzigen Konstellation jedoch fehlt, ist die operative rechtliche Durchsetzungskraft im Alltag und die tiefe, wirksame Vernetzung direkt vor Ort.
Schalke ist im Moment kein stabiler Großkonzern, der im ruhigen Fahrwasser einfach nur verwaltet werden muss. Wir befinden uns in einem permanenten, harten juristischen und wirtschaftlichen Konsolidierungsprozess. Es fehlt an aktiven Praktikern, die es gewohnt sind, tagtäglich Verträge zu sezieren, Risiken proaktiv abzuwehren und handfeste Interessen im Ring zu vertreten. Reine Kontrollmentalität reicht nicht aus, um den Vorstand strategisch und rechtssicher zu leiten.

Die Größe und Zusammensetzung des AR ergibt sich aus unserer Satzung und wurde durch unsere Mitglieder bestimmt.
Persönlich sehe ich die Größe des Aufsichtsrats mit den aktuellen elf Personen an der absoluten Obergrenze des Sinnvollen. Ein Aufsichtsrat ist kein Parlament, sondern ein operatives Kontrollgremium. Wird ein solches Gremium zu groß, droht es träge zu werden, und die Gefahr von Fraktionsbildungen und Indiskretionen steigt. Die aktuelle Größe ist funktional, darf aber unter keinen Umständen weiter aufgebläht werden. Effizienz entsteht durch die Qualität und Komplementarität der Köpfe, nicht durch die Quantität.
Kooptationen sind ausschließlich dafür da, um im absoluten Ausnahmefall eine akute, unvorhergesehene Fachlücke im Gremium zu schließen (z. B. wenn plötzlich spezifisches sportliches oder hochkomplexes wirtschaftliches Know-how benötigt wird).

Ein Aufsichtsrat glänzt nicht durch die Prominenz seiner einzelnen Köpfe, sondern durch die Ergänzung der Kompetenzen. Ich trete an, um genau die Lücken zu schließen, die aktuell offen sind.

Ich bringe die aktive Rechtspraxis eines selbstständigen Anwalts ein, um den e. V. und seine Verträge zu schützen, und kombiniere dies mit meiner Erfahrung als Gelsenkirchener Ratsherr, um die vorzunehmenden Infrastrukturprojekte vor unserer Haustür rechtssicher und politisch erfolgreich anzuschieben.

Seit einigen Jahren verfolgt der Verein sehr konsequent den Weg der finanziellen Konsolidierung. Wie schätzt du die bisherige Umsetzung ein und wie sollte damit in Zukunft weiter verfahren werden?

Die finanzielle Konsolidierung der letzten Jahre war die Überlebensgarantie für Schalke als eingetragenen Verein. Nach den existenziellen Krisen der Vergangenheit gab es zu diesem harten, schmerzhaften Weg keine Alternative. Die Vereinsführung hat hier Verantwortung bewiesen, die Verbindlichkeiten spürbar reduziert und die Lizenzierung gesichert. Das war die Pflicht – und diese Umsetzung verdient Respekt.

Jetzt stehen wir vor der Kür, und hier sehe ich die aktuelle Umsetzung an einer kritischen Grenze: Wir dürfen Schalke nicht zu Tode sparen. Ein reiner Sparkurs ist kein Geschäftsmodell für die Zukunft. Wenn die Konsolidierung ausschließlich über den Verzicht bei sportlichen Investitionen läuft, riskieren wir den dauerhaften Verlust der sportlichen Konkurrenzfähigkeit. Und ohne sportlichen Erfolg brechen am Ende die Einnahmen noch schneller ein als die Schulden sinken.
Jede Investition in den Kader muss künftig so austariert sein, dass sie uns im Best-Case nach vorne bringt, aber den Verein im Worst-Case wirtschaftlich nicht das Genick bricht. Der Erfolg muss kaufmännisch abgesichert und durch die Entwicklung eigener Talente aus der Knappenschmiede untermauert werden, statt teure Risiken auf dem Transfermarkt einzugehen. Daneben müssen wir aufhören, finanziell zu 100 % vom sportlichen Wochenendergebnis und klassischen TV-Geldern abhängig zu sein. Wir müssen das wirtschaftliche Potenzial abseits des Rasens radikal ausschöpfen. Schalke muss zum stärksten Wirtschaftshub und zur führenden B2B-Plattform der Region ausgebaut werden.

Seit anderthalb Jahren gibt es die Fördergenossenschaft Auf Schalke eG. Hast du Anteile bei der eG gezeichnet und wenn ja/nein, warum? Und wie blickst du generell auf die Genossenschaft?

Nein, ich habe keine Anteile gezeichnet.
Die Idee einer Genossenschaft ist theoretisch hervorragend. Schauen wir uns den FC St. Pauli an: Dort wurde das Modell mit Leben gefüllt, über 22.000 Mitglieder haben sich beteiligt und in kürzester Zeit über 29 Millionen Euro eingesammelt. Und das, obwohl die Anteile dort sogar teurer waren als bei uns.
Unser Vorstand hat die 50-Millionen-Euro-Marke als Ziel ausgerufen – und wir sind bei rund 7,5 Millionen Euro stagniert. Das ist eine krachende Lücke zwischen Anspruch und Realität.

Der Grund für diese Stagnation ist kein mangelndes Potenzial unserer Basis, sondern ein Vertrauensproblem. Die eG wurde auf Schalke in einer Phase gegründet, in der der sportliche Erfolg komplett ausblieb. Schlimmer noch: Man hat die Führung der Genossenschaft mit genau denselben Entscheidern besetzt, die auch im Verein die sportliche und wirtschaftliche Situation zu verantworten hatten.

Als selbstständiger Rechtsanwalt und als Schalker habe ich damals für mich entschieden: Mir fehlt schlicht das Vertrauen in die handelnden Personen, dass dieses Geld dort in den richtigen Händen ist, um etwas Gutes zu bewirken. Ohne Vertrauen zeichnet man keine Anteile.

Wie blicke ich also generell auf die eG? Das Werkzeug „Genossenschaft“ ist richtig und wichtig, um die Arena als unser zentrales Asset zu sichern, die Bilanz des e.V. zu entlasten und unabhängig von Investoren zu bleiben. Aber ein Werkzeug ist nur so gut wie der Handwerker, der es bedient. Es ist also auch Aufgabe eines Aufsichtsrats sich um die Wiederherstellung dieses Vertrauens bei den Mitgliedern zu bemühen. Dann wird auch die Genossenschaft erfolgreich sein.

Welche konkreten Ziele hast du, wenn du gewählt wirst? Welche großen Herausforderungen siehst du in den kommenden drei Jahren deiner möglichen Amtszeit?

Ziel ist es wirtschaftlich unabhängig zu werden von Spielergebnissen und Tabellenplätzen durch eine Weiterentwicklung des gesamten Areals Berger Feld und eine Zusammenarbeit mit Unternehmen auf Augenhöhe als Partner.

Als Ratsherr kenne ich die baurechtlichen und politischen Hebel im Rathaus aus meiner Arbeit. Ein konkretes Ziel ist es, als direktes Scharnier zur Stadt die planungsrechtlichen Weichen für den Ausbau des Berger Feldes unter Berücksichtigung der Vereinsbedarfe zu stellen.

Gleichzeitig werde ich im Gremium ein Schweigen nach außen einfordern. Wir streiten intern hart in der Sache, aber wir schweigen professionell nach außen. Nur ein ruhiger Verein gewinnt das Vertrauen von großen, seriösen Wirtschaftspartnern zurück.

Die bisherige Konsolidierung war überlebenswichtig, aber reiner Verzicht baut keine wettbewerbsfähige Mannschaft. Die größte Herausforderung wird es sein, die Schulden weiter abzubauen und gleichzeitig die finanziellen Mittel für den sportlichen Erfolg der Profis und der Knappenschmiede bereitzustellen. Wenn wir uns zu Tode sparen, bleiben wir nicht erstklassig – und ohne 1. Liga brennt die wirtschaftliche Hütte erst recht. Wir müssen in der 1. BuLi blieben.

Zudem muss der Erfolg der U23 und der Damenmannschaft als weiteres Aushängeschild gefestigt werden.

Und schließlich muss die Knappenschmiede gestärkt werden. Angefangen von echten Umkleiden und keinen Provisorien bis hin zu einem Ausbau eines Fussballinternats.

Wie stehst du zur Rechtsform des eingetragenen Vereins beim FC Schalke 04? Welche Vor- und möglicherweise auch Nachteile ergeben sich dadurch für unseren Verein?

Er ist das Fundament und Kern des FC Schalke 04. Gerade in einer Zeit, in der der moderne Profifußball immer seelenloser wird und Vereine zu reinen Renditeobjekten für anonyme Investoren oder Milliardären verkommen, ist unsere Rechtsform unser größtes Qualitätsmerkmal und unser wichtigstes Alleinstellungsmerkmal.

Vorteile: Schalke gehört den Schalkern. Der Souverän sind die Mitglieder. Unabhängig von Religion, Herkunft, Status o.ä. gilt – eine Person, eine Stimme.
Absolute Immunität gegenüber Investoren. Keine Ausgliederung in eine Gesellschaft, bedeutet keine Anteile, die gekauft werden können.

Nachteile: keine Anteile – kein schnelles Geld durch Anteilsverkäufe. Plus ein strenges Lizensierungsverfahren und die Haftung beim e.V. sind schärfer.
Die Herausforderungen des e. V. sind in Wahrheit kein Wettbewerbsnachteil, sondern unser größter Leistungsanreiz. Wir müssen den Erfolg kaufmännisch über ein professionelles Risikomanagement absichern, unsere eigene Jugend in der Knappenschmiede konsequent fördern und Schalke abseits des Rasens als führende B2B-Plattform der Region positionieren, um neue Erlösquellen zu erschließen.

Vereine und auch Verbände sind in den vergangenen Monaten verstärkt in den Fokus der Politik, insbesondere der Innenminister, geraten und werden mit Debatten rund um die Sicherheit in Fußballstadien unter Druck gesetzt. Wie kann und sollte sich der FC Schalke 04 dort positionieren?

Bei dieser Frage müssen wir als FC Schalke 04 eine klare, selbstbewusste und unmissverständliche Haltung einnehmen.

In regelmäßigen Abständen gerät der Fußball in den Fokus von Innenministern, die das Thema Stadionsicherheit für medienwirksamen Aktionismus nutzen.
Forderungen nach Kollektivstrafen, personalisierten Tickets, dem Verbot von Stehplätzen oder der pauschalen Kriminalisierung von aktiver Fankultur und Pyrotechnik lösen keine Probleme, sondern schaffen neue Gräben und zerstören das Vertrauen zwischen Fans, Vereinen und Behörden.

Schalke darf sich nicht zum Erfüllungsgehilfen von repressiver Verbandspolitik oder innenpolitischen Profilierungsversuchen machen lassen. Unsere Fans und die organisierten Fanclubs sind kein „Sicherheitsrisiko“, sondern das größte Kapital und die emotionale Herzkammer unseres Vereins. Als e. V. stehen wir bedingungslos zu unseren Mitgliedern und Fans und weisen politische Forderungen nach Kollektivstrafen oder der Abschaffung von Stehplätzen entschieden zurück.

Sicherheit in Fußballstadien entsteht nicht durch härtere Strafen, den massiven Ausbau von Überwachung oder den Ausschluss ganzer Blöcke. Sicherheit entsteht durch Kommunikation, Prävention und verlässlichen Dialog auf Augenhöhe. Schalke verfügt über hochentwickelte, bewährte Kommunikationsstrukturen zwischen dem Verein, den Fan und den Sicherheitsorganen. Diesen „Schalker Weg“ des internen Dialogs müssen wir offensiv verteidigen. Wenn es Probleme gibt, regeln wir das als Schalker Familie intern – und nicht über Pressemitteilungen von Innenministerien.

So hat es schon beim vorletzten Heimspiel mit dem erbetenen Unterlassen des Rasensturms funktioniert. So funktioniert es auch bei dieser Frage.
Schalke 04 darf bei den Tagungen von DFL und DFB nicht stumm am Tisch sitzen, sondern muss als einer der größten Vereine Deutschlands eine Führungsrolle in dieser Debatte einnehmen. Wir müssen den Innenministern mit harten Fakten begegnen: Die Stadien in Deutschland sind bereits heute so sicher wie nie zuvor. Wir müssen Allianzen mit anderen Traditionsvereinen schmieden, um eine starke, geschlossene Front gegen die fortschreitende Repression und die versuchte Kriminalisierung von Fankultur zu bilden.
Als Aufsichtsrat und als Ratsherr werde ich mein politisches Netzwerk und mein juristisches Handwerkszeug nutzen, um sicherzustellen, dass Schalke 04 ein sicherer, aber eben auch ein freier Ort für lebendige Fankultur bleibt.