Glück auf Schalker,

was war das denn für eine bescheuert lange Länderspielpause? Groovte man sich nach der Sommerpause so langsam wieder ein, war auch schon wieder Schicht im Schacht. Die spielfreie Zeit wurde aber von den meisten sinnvoll genutzt und besonders unser zehnjähriges Jubiläum der Freundschaft mit der Curva Siberiano aus Salerno stand dabei im Mittelpunkt. Mehrere dutzende Ultras verlebten verrückte und unglaublich gastfreundliche Tage im Süden von Italien und daher auch nochmal an dieser Stelle: Wir sind dankbar, uns Freunde dieser tra- ditionsreichen Kurve nennen zu dürfen. Auf die nächsten zehn Jahre!

In der letzten Ausgabe hatten wir noch von der guten Stimmung in der Nordkurve berichtet, gegen Elversberg kam der Motor nicht so richtig in Gang. Wie schon mehrfach diskutiert, kann nur der Sonntag-Termin dafür ein- fach kein Grund sein. Aber es ist schon auffällig, dass wir an den anderen Wochentagen deutlich besser in Tritt kommen.

Vor dem Spiel konnten wir etwa 300 Vertreter von 130 Fanclubs bei uns im Club begrüßen. Die Idee hierzu bestand bereits längere Zeit, gerade nach der emotional aufgeladenen MV, war dies für uns nun umso wichtiger, um das Miteinander weiter zu stärken. Neben dem Zeigen unserer Räumlichkeiten und einem fast zweistündigen Austausch in großer Runde, gab es auch nach dem offiziellen Teil viele wertvolle Gespräche und Diskussionen. Ein gelungener Auftakt, der lange überfällig war und sicher wiederholt wird. Mit dem 0:0 mussten wir anschließend dann wohl zufrieden sein, es war zwar definitiv mehr drin, aber jeder Punkt kann und muss mitgenommen werden.

In Freiburg wären die meisten Schalker wohl auch mit einem Unentschieden am Ende zufrieden gewesen, aber so stand bei Abpfiff eine ärgerliche Niederlage. Zumindest die Nordkurve zeigte dabei, dass sie auswärts auch an Sonntagen abliefern kann.

Ultra im Mainstream angekommen

Die Reaktionen auf unsere Bekanntgabe zur Freundschaft mit den Jungs aus Mönchengladbach überraschte uns dann doch etwas, nicht inhaltlich, sondern das Ausmaß dessen. Wenn selbst die Sportschau sich mit diesem Thema beschäftigt oder davon in den Radionachrichten berichtet wird, dann muss man wohl ernüchternd feststellen, dass Ultra endgültig im Mainstream angekommen ist. Eine Nischenbewegung sind wir natürlich schon längst nicht mehr und das Interesse junger Menschen an den Ultra-Gruppen ist nach wie vor ungebrochen. Dabei ist uns unsere Reichweite natürlich bewusst und in vielen Dingen nehmen wir wohlwollend zur Kenntnis, dass sich bei manchen Journalisten inzwischen zumindest ein Mindestmaß an Wissen angehäuft hat, aber dieses Ausmaß an öffentlichem Interesse verblüffte.

Auswärtsverbote in Italien

Die Repressionswelle rollt indes in ganz Europa immer weitern. In dieser Ausgabe möchten wir unseren Blick auf Italien werfen. Unsere Freunde aus Salerno sind inzwischen in der Serie C angekommen und können dort aufgrund von Verboten quasi nicht mehr auswärts fahren. In den anderen Ligen sieht es nicht viel besser aus, Grund genug also, die Verbote genauer unter die Lupe zu nehmen. Ihr findet dazu einen ausdrücklich empfohlenen Text in der aUsGEholt-Rubrik.

Neuer Nordkurven-Kalender

Ab dem kommenden Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 ist es wieder so weit: Der neue Nordkurven-Kalender 2027 ist erhältlich! Wie gewohnt könnt ihr den Kalender am UGE-Infostand sowie an allen Eingängen (außer am Gästebereich) erwerben. Der Preis beträgt auch in diesem Jahr 4 Euro zuzüglich einer Mindestspende von 6 Euro. Darüber hinaus habt ihr ab dem 19. Oktober wieder die Möglichkeit, den Kalender online zu bestellen. Alle wichtigen Infos dazu findet ihr wie immer auf unserer Homepage.

Heute heißt unser Gegner auf dem Rasen und im Gästeblock Mainz 05. Die Zeiten, an denen die Mainzelmännchen den Gästeblock nicht mal ansatzweise voll bekommen, scheinen auch vorbei und so steht uns diesmal wohl ein motivierter Haufen entgegen. Lassen wir nichts anbrennen und schreien sie aus dem Stadion.

FC Schalke 04 e.V. – SV 07 Elversberg e.V. 0:0 (0:0)

Vor dem Spiel

Am vierten Spieltag wartete bereits der zweite Sonntagstermin um 17:30 Uhr auf uns. Wie schön, dass Schalke die Attraktivität und Vermarktung der Bundesliga fördert und TV-Anbieter DAZN auf neue Abonnenten spekulieren darf. Immerhin trafen wir als 17. der TV-Geldtabelle heute auf den Letztplatzierten. Gut, dass das Interesse am jeweiligen Club im Lande wenigstens mit drei Prozent gewichtet wird.

Am Spieltag begrüßten wir eine große Zahl von Vertretern verschiedener, königsblauer Fanclubs zu einem gemeinsamen Austausch am Club75. Eine sicherlich gelungene Veranstaltung, die man in Zukunft wiederholen kann.

Nordkurve Gelsenkirchen

Mit ordentlich Euphorie ging es in das Duell gegen den Mitaufsteiger. Schließlich sollte der erste Heimsieg den Saisonstart perfekt machen. Vor dem Einlaufen der Mannschaften brachten wir die Nordkurve mit einer ausgedehnten S04-Klatscheinlage auf einen veränderten Trommelrhytmus auf Temperatur. Die Kurve fand mit einer hohen Mitmachquote solide ins Spiel. Die bis in die Außenblöcke reichenden Armein lagen zu „Vorwärts Schalke“ wussten dabei besonders zu überzeugen. Schalke legte ebenfalls gut los, wobei die zwingenden Chancen zunächst ausblieben. Die Nordkurve hielt das gute Anfangsniveau konstant bis in die Pause, wobei die Stimmung kaum mal durch das ganze Stadion getragen wurde.

In der zweiten Hälfte geriet der Motor der Nordkurve dann doch teilweise ins Stocken. Elversberg hatte mehr Spielanteile, was wohl den ein oder anderen in Kurve und Arena am Sonntagabend etwas müde machte. Nur in wenigen Momenten konnte die erforderliche Lautstärke erzeugt werden, um wirklich behaupten zu können, alles für die drei Punkte gegeben zu haben. Hier gilt es in den nächsten Spielen wieder nachzulegen und sich nicht durch einen zähen Spielverlauf beeinflussen zu lassen – 90 Minuten Vollgas! Nach dem Abpfiff verabschiedeten wir die Mannschaft mit der S04-Klatscheinlage und einem Punkt mehr auf dem Konto in die Länderspielpause.

Während des Spiels zeigten wir einige Spruchbänder zu unterschiedlichen Anlässen. In Gedenken an Petra, ein langjähriges Mitglied unserer Gruppe, zeigten wir zum Einlaufen ein Trauerspruchband – Ruhe in Frieden Petra! Einem Bruder aus Enschede sendeten wir aufmunternde Worte – Kopf hoch Timo! Dazu äußerten wir uns zum andauernden Konflikt zwischen dem neuen Klubbesitzer von Vardar und der Fanszene – „Es gibt nur einen Vardar“. Zudem gratulierten wir den Jungen Chaoten zum 15. Jubiläum.

Gegner

Rund 2.000 Elversberger fanden am Sonntag den Weg in die Stadt der Tausend Feuer. Wie zu erwarten, muss man zu den Gästen kaum weitere Worte verlieren.

Freunde

Ein großer Dank gilt unseren Freunden aus Nürnberg und Mönchengladbach für den Besuch und die Unterstützung.

SC Rot-Weiß Oberhausen e.V. – FC Schalke 04 e.V. 2:5 (2:1)

Die diesjährige Länderspielpause hat eine Besonderheit, die zunächst auch bis 2030 bestehen bleibt. Ab der Saison 2026/27 werden die bisherigen Länderspielpausen im September und Oktober zu einer einzigen, längeren Pause zusammengelegt. Fast drei Wochen kein Pflichtspiel von Schalke. Dennoch stehen für unseren Verein zwei Testspiele in Oberhausen und Lustenau an, die mir dabei helfen, diese Pause einigermaßen erträglich zu überstehen.

Mit Oberhausen ging es zu einem Gegner, der fast schon vor der eigenen Haustür liegt und den die meisten Schalker aus Duellen gegen unsere Amateure gut kennen. Gerade einmal 13 Tage ist es her, da gastierte unsere U23 noch am selben Ort. Doch das war nicht immer so. Zuletzt 2010/11 spielten die Rot-Weißen noch in der 2. Bundesliga und in den 70ern sogar gemeinsam mit uns in der Bundesliga.

Ähnlich wie beim Testspielgegner Hessen Kassel in der Sommerpause hatte auch dieser Verein immer wieder mit finanziellen und strukturellen Problemen zu kämpfen. Von 1969 bis 1973 spielten die Oberhausener erstmals in der Bundesliga. Danach ging es für einige Jahre zurück in die 2. Bundesliga Nord, die damalige zweigleisige zweite Liga und Vorgängerin der heutigen 2. Bundesliga. Der wohl schmerzhafteste Moment folgte 1988 mit dem Lizenzentzug und dem damit verbundenen Zwangsabstieg in die Verbandsliga Niederrhein. Anschließend dauerte es zehn Jahre, bis man sich zurück in die 2. Bundesliga kämpfte. Dort konnte sich RWO allerdings nicht dauerhaft etablieren. Nach sieben Jahren folgte 2005 der Abstieg in die Regionalliga, ein Jahr später ging es sogar noch tiefer in die Oberliga.

Doch RWO kehrte 2008 in die 2. Bundesliga zurück, hielt sich dort drei Jahre und stieg 2011 in die 3. Liga ab. Nach nur einer Saison folgte der erneute Abstieg in die Regionalliga West, wo der Verein bis heute spielt.

Heute hat der Verein das Glück, Max Meyer in seinen Reihen zu haben. Nachdem er sich 2018 dazu entschied, unseren Verein ablösefrei zu verlassen, um eine Weltkarriere zu starten, trifft man sich acht Jahre später ausgerechnet bei einem Testspiel gegen einen Regionalligisten wieder, wo er mit 31 Jahren zu seinem Jugendverein zurückkehrt. Ganze 20 Minuten bekam er dabei, ehe sein Arbeitstag auch schon wieder beendet war. Mittlerweile äußert er sich reflektiert über die Vergangenheit und schloss noch im vergangenen Jahr eine Rückkehr zu unserem Verein nicht aus. Gott sei Dank blieb uns das erspart.

Das Spiel begann recht holprig. Bereits nach vier Minuten lagen wir 1:0 hinten und fingen uns in der 18. Minute gleich das zweite Gegentor. Na super, das kann ja wieder was werden, dachte ich mir.

Die Mannschaft auf dem Rasen war gespickt mit einigen Jugendspielern, Spielern aus der zweiten Reihe und Profis, die entweder noch nicht zur Nationalmannschaft abgereist oder gar nicht erst nominiert worden waren. Tim Hoogland hatte heute die Ehre zu coachen. Bereits die vorbereitende Trainingseinheit durfte er leiten und sollte dadurch mehr Verantwortung und Erfahrung als Trainer sammeln. Eine weitere gute Geste von Muslic gegenüber seinem Staff und ein schönes Zeichen dafür, wie gut es nicht nur in der Mannschaft, sondern auch im Trainerteam harmoniert.

Kurz vor der Pause gelang Ron Schallenberg noch der Anschlusstreffer. Nach dem Seitenwechsel drehte dann Sylla auf und erzielte tatsächlich 04 Tore. Zur Freude aller Schalker, denn nachdem er in den ersten Spielen der Saison noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, war es schön zu sehen, mit wie viel Freude er wieder auf Torejagd ging – ganz egal, dass es nur ein Testspiel war.

Am Ende stand ein 2:5 für Schalke auf der Anzeigetafel und man konnte zufrieden den kurzen Weg nach Hause antreten.

SC Austria Lustenau – FC Schalke 04 e.V. 0:1 (0:0)

Was war nicht wieder alles an Testspielen in der Verlosung, als es um die lange Länderspielpause im September/Oktober ging. Selbst Dirk Große Schlarmann heizte die Gerüchte weiter an, bis die Pause immer Nähe rückte und spätestens mit der Bekanntgabe von Oberhausen war dann klar, dass nichts mehr Spannendes folgen sollte.

Die Ankündigung von Lustenau war dann nach der kompletten Ernüchterung zuvor schon fast ein kleines Highlight, zumindest bei mir, denn die ansonsten reisefreudige Schalker Allesfahrer-Szene lockte das Spiel nicht gerade hinterm Ofen hervor. Wem kann man es verübeln, viele nutzten die Pause für einen längeren Urlaub, Jubilare wurden gefeiert und auch sonst gab es jede Menge Konkurrenzveranstaltungen. Ich wollte natürlich trotzdem hin und so ging es, nachdem der Samstag fix war, auch an die Reiseplanung. Mein Zeitslot war relativ klein, also hieß der Rahmen möglichst schnell hin und zurück und trotzdem etwas sehen und Spaß haben. Mit dieser Prämisse war eigentlich nur eine Anreise per Flugzeug möglich und so stieg meine Reisegruppe gut gelaunt am Spieltag am Züricher Flughafen in die Bahn Richtung Westösterreich.

Zum Stadion mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu gelangen, ist dabei gar nicht so einfach. Da wir keinen Bock auf tausendmal umsteigen hatten, entschieden wir uns für einen sieben Kilometer langen Gewaltmarsch, inklusive Grenzübertritt zu Fuß. Bei praller Oktobersonne und guter Getränkeversorgung hatte unsere Wanderung aber durchaus Charme. Nachdem wir die Grenzbrücke passiert hatten, führte uns unser Weg über die Deiche am Rheinufer direkt zum Gästeblock. Hier war dann doch mehr los als zunächst angenommen und man lief vielen bekannten Gesichtern in die Arme. Der Einlass war aber zunächst völlig bescheuert. Schalke hatte Karten für zwei verschiedene Bereiche bekommen, während der eine der Gästeblock war, musste man für den anderen das halbe Stadion umrunden. Im Viereck selber waren dann aber die Türen zwischen den Blöcken geöffnet. Warum die Ordner sich also so super angestellt haben, wenn sich am Ende sowieso wieder alles vermischt, wissen sie wahrscheinlich selber nicht. Komplett sinnlos das Ganze.

Nicht vergessen möchten wir an dieser Stelle, großen Dank an die völlig bekloppten Nürnberger zu richten, die auch bei diesem Spiel dabei waren. Irre!

Das Stadion ist trotz Neubau und nur 5.000 Plätzen ein kleiner Hingucker und konnte sich etwas Individuelles bewahren. Die Tribünen sind größtenteils holzvertäfelt und die Flutlichtmasten in eine Art Turm eingebettet. Zudem gab sich der Gastgeber durchaus Mühe beim Catering und hatte ordentlich aufgefahren. Wer die Schalker Testspielfahrer kennt, weiß, dass dies auch bitter nötig ist. Das Spiel wurde natürlich komplett verquatscht und der 1:0-Sieg nebenbei und halbherzig bejubelt. Natürlich durften einige von Umland-Schalkern angestimmte Sprechchöre wie “BVB Hurensöhne” nicht fehlen, die wie immer für großen Fremdscham sorgten. Dieser Impuls, ausgerechnet dieses Lied immer als erstes singen zu müssen, ist schon ein Stück weit faszinierend, was es nicht besser macht. Aber was solls, im Dezember dann bitte alle.

Von der Heimszene wurden auch einige Gesichter erspäht, aber auch sie traten, völlig verständlich, nicht im Stadion auf. Die Szene auf der Nordtribüne hat in den letzten Jahren durchaus ein paar Schritte nach vorne gemacht und die Bilder rund um ihre Derbys gegen Bregenz und Altach sorgten auch in unseren Gefilden für Aufsehen. An diesem Tag ließen aber auch sie es entspannt angehen.

Für uns ging es nach dem Spiel noch an den Bodensee nach Bregenz, wo wir einen entspannten Spätsommerabend verbrachten, bevor uns der Flixbus in der Nacht zurück zum Flughafen Zürich brachte.

Gerne mehr von solchen Spielen.

Sport-Club Freiburg e.V. – FC Schalke 04 e.V. 2:1 (1:1)

Vor dem Spiel

Sonntags 17:30 Uhr in Freiburg ist, um es einmal wirklich platt und provokant zu sagen: Einfach nur asozial. Die ursprüngliche Leitlinie der 300km-Regel für Sonntagsspiele, wird von der DFL seit einigen Jahren nahezu gänzlich ignoriert, weshalb es regelmäßig vorkommt, dass Fans an einem Sonntag vierstellige Entfernungskilometer zu überbrücken haben. Selbst die einfache Möglichkeit, wie am vergangenen Sonntag, das Spiel von uns auf 15:30 Uhr zu schieben und die Partie Köln-Gladbach auf 17:30 Uhr, um den weit reisenden Fans entgegenzukommen, scheint für die Verantwortlichen der Liga nicht möglich zu sein. Profitieren tun davon vielleicht noch Pay-TV Sender und Bullen, die ein Derby lieber im halbwegs hellen abhandeln als in der Dämmerung. So wirklich profitieren tut am Ende aber niemand und am allerwenigsten die, für die der Fußball am meisten bedeutet. Die Fans.

Nordkurve Gelsenkirchen

Mit Betreten des Gästeblocks nutzten wir die Möglichkeit und begrüßten per Spruchband einen Bruder zurück in unseren Reihen, der sich die letzten Monate ausschließlich jenseits der Stadiontore bemerkbar machen durfte. Willkommen zurück! Da Freud und Leid bekanntlich oft nah beieinander liegen, sendeten wir einem Mitglied unserer Gruppe per Spruchband ebenfalls Genesungs- und Unterstützungswünsche nach Hause. Halte durch, Bernd!

Wir starteten nach der langen Länderspielpause mit einem etwas melodischeren Lied in die kommenden Minuten und besangen „das Trikot, das wir tragen“ einige Minuten durchgehend. Der Blau-Weiße Motor lief langsam an und wurde durch „1904, 1904 FC Schalke 1904“ aufgewärmt. Die S-0-4-Klatscheinlage zu Spielbeginn brachte den Gästeblock dann langsam auf Betriebstemperatur, wurde aber nach zehn Minuten durch das erste Gegentor kurzzeitig abgewürgt. Der direkte Neustart verlief top und so konnten wir bis zum Ausgleich ein sehr gutes Niveau erreichen. Mit dem Ausgleich durch Gantenbein in der 30. Minute entwickelte sich kurzzeitig eine geile Ekstase zu „Oh S04, du ganz allein“, die wir bis in die Halbzeitpause halten konnten.

Mit drei Vorsängern im unteren Bereich und einem Vorsänger im Oberrang klappte die Koordination, auch von Wechselgesängen, die wir im Laufe der ersten und zweiten Hälfte immer wieder in den Support einbauten, gut. Tifo-Einsatz und Zaunbeflaggung sahen in beiden Rängen ebenfalls gut aus. Rund um die gelb-rote Karte für den SC Freiburg sowie Mitte der ersten Halbzeit entwickelten sich Lieder wie „Kohle unter unser’n Füßen“ und „um die halbe Welt sind wir gefahr’n“ zu langlebigen Klassikern unter den Königsblauen Gästen. Leider schaffte Schalke es nicht, das Unentschieden in Überzahl über die Zeit zu bringen und kassierte fünf Minuten vor Ende das 2:1 durch Goto. Somit katapultierte sich der SC auf den ersten Tabellenplatz und feierte dies entsprechend nach Abpfiff. Ehrlicherweise hätte man sich einen solchen (Teil-)Erfolg ein wenig lauter und emotionaler vorgestellt. Wir verabschiedeten die sichtlich geknickte Mannschaft und den leicht angefressenen Miron dennoch mit Applaus, man darf halt auch mal verlieren, wenn der Einsatz stimmt.

Gegner

Die Gegenseite zeigte in den ersten Spielminuten ein Spruchband, um auf die beschissene Anstoßzeit um 17:30 Uhr gepaart mit der für uns weiten Entfernung aufmerksam zu machen. Der Topos der arbeitslosen Schalker kam offensichtlich auch nicht um den Schwarzwald herum und diente bei Corillo als Untermauerung des eigenen Spruchbands.

Generell musste man jedoch feststellen, dass der Auftritt der Heimkurve ziemlich schwach war und es keine positive Entwicklung zum letzten Gastspiel gab. Die Gruppen im unteren Bereich der Tribüne wirkten völlig isoliert und auch das Stadion konnte nur zwei Mal in Teilen mitgenommen werden. Das war wirklich nicht viel.

Freunde

Vielen Dank an unsere Freunde vom FCN für eure Unterstützung!

Nach dem Spiel

Die Rückreise in den Pott gestaltete sich verhältnismäßig zügig. Durch die relativ gute Infrastruktur am/um das Stadion kamen wir gut weg und erreichten zeitig, aber definitiv zu spät, Gelsenkirchen.

CURVA SUD SIBERIANO

Reisebericht 10 Jahre Schalke und Salerno – Freundschaftsfeier

10 Jahre “bianco azzurro e granata” waren für mich Grund genug, unseren Brüdern im Mutterland der Ultra-Bewegung endlich mal einen Besuch abzustatten und die Freundschaft gemeinsam gebührend zu feiern.

Durch verschiedene Umstände und eine späte Buchung führte die Anreise meiner Reisegruppe über einen etwas weiter entfernten Flughafen von Salerno. Die deutsche Bahn sorgte bei der Fahrt zum Flughafen direkt mal durch einen Notarzteinsatz für etwas Stress, aber der Alman in uns hat natürlich genug Puffer eingeplant und so konnte der Billigflieger nach Süditalien bestiegen werden. Bereits die ersten Eindrücke zeigten, dass der Süden doch eine andere Welt ist als Westeuropa. Der Tag wurde entspannt mit Sightseeing, Gelato und Pizza verbracht, die Klamotten wurden fachgerecht das erste Mal eingesaut und am Freitag ging es dann per Reisebus weiter nach Salerno. Einmal quer über den Stiefel sollte ungefähr 04 Stunden dauern, die zwei Euro Aufpreis für mehr Beinfreiheit im Bus waren definitiv eine gute Investition. Die Fahrt war soweit auch ganz entspannt mit gutem Ausblick auf die Landschaft Italiens, aber als wir Salerno näher kamen, machte sich langsam ein ekliger Geruch im Bus breit. Kurz darauf lief eine Mitfahrerin panisch mit Smartphone in der Hand zum Busfahrer und zeigt ihm augenscheinlich, wie Rauch vor ihrem Fenster aufstieg. Leider wurde nicht der neue Papst gewählt, sondern es gab wohl irgendwelche Probleme am Reifen. Der Bus hielt in der nächsten Haltebucht, ein fachgerechter Blick auf das Hinterrad und erstmal Ratlosigkeit beim Fahrer. Aber drei Zigaretten später hat sich der Qualm dann auch verzogen und die Fahrt konnte fortgesetzt werden. Während wir dann so über Sicherheitsstandards philosophierten, erreichten uns die ersten Bilder der anderen bereits in Salerno angekommenen Ultras. Dort fand an diesem Wochenende eine große Militärveranstaltung mit einem Auftritt der bekannten Kunstflugstaffel “Frecce Tricolori” zur Ehre der italienischen Luftwaffe statt. Ausgemachtes Highlight waren aber nicht irgendwelche alten Flieger, sondern ein unfassbar süßes Schweinchen, mit dem nach zahlreichen Streicheleinheiten erstmal Fotos an der Promenade geschossen wurden.

Freitag

Am Freitagabend ging es dann mit dem Linienbus zur Location der Feier. Der fuhr überraschend pünktlich und so waren wir Deutschen allen Klischees entsprechend natürlich schon kurz vor der ausgerufenen Zeit da. Lange Warten mussten wir aber nicht, bevor wir von unseren Brüdern sehr herzlich empfangen wurden. An Küsschen rechts, Küsschen links muss ich mich noch gewöhnen, aber beiden Seiten war die Freude deutlich anzumerken. Die Location selbst übertraf dann alle Erwartungen deutlich. Ein schicker, großer Beach Club direkt am Strand und spätestens als die „Salerno und Schalke“-Fahnen hingen, konnten Ibiza und Co. im Vergleich einpacken. Die Bar zeigte sich anfangs etwas überfordert mit dem Durst der Schalker, aber bekam das zum Glück im Laufe des Abends gut in den Griff. Nach ausgiebig cena mit Pasta und Grillteller konnte die Party dann so richtig losgehen. Die Kommunikation war zwar weiterhin etwas holprig, aber inzwischen hat ja jeder einen Übersetzer in der Tasche. Dazu konnte man wieder feststellen, dass Konsum verbindet und wenn man gemeinsam singt und pogt, kommt es auch nicht darauf an, ob man nun jedes Wort versteht. Für mich durchaus beeindruckend, auf wie viele, teils bekannte aber auch unbekannte Melodien, die Salernitani Lieder für ihren Verein gedichtet haben.

Die Curva Sud Siberiano war bei der Feier mit mehreren Gruppen vertreten, vom Alter her waren alle Generationen dabei. Ultra in Italien ist alleine durch die Tradition und das Alter der Bewegung nochmal ein ganz anderer Schnack als in Deutschland. UGE steuert aktuell auf den 25. Geburtstag zu, aber auch das ist ja nur ungefähr halb so alt wie manche Gruppe in Salerno. Und dennoch mangelt es auch dort nicht an Nachwuchs, das Feuer wird über Generationen weitergetragen. Ganz im Sinne dieses Pathos richteten dann auch einzelne Führungspersönlichkeiten der verschiedenen Gruppen ihre Worte und Danksagungen an die Gäste. Alles auf italienisch mit folgender Übersetzung versteht sich. Zum Abschluss waren wir an der Reihe und ein Vertreter von uns fasste die letzten zehn Jahre der Freundschaft auf italienisch zusammen. Mille grazie, für diese gemeinsame Zeit!

Im Anschluss durfte auch das obligatorische Besingen des Kuchens nicht fehlen, das gehört einfach dazu. Darauf folgte ein riesiges Feuerwerk und erhellte mehrere Minuten den italienischen Nachthimmel. Zum Abschluss der Party ging es kurz hinunter zum Strand, um gemeinsam die Freundschaft, untermalt von einigen Fackeln, zu besingen.

Die Location wurde dann geschlossen verlassen und wir haben uns auf die Autos unserer italienischen Gastgeber verteilt. Schönes Chaos auf dem Parkplatz und danach ließen sie es sich auch nicht nehmen, aus der Straße an der Küste entlang eine Rennstrecke zu machen. Wer danach noch Durst hatte, wurde in Salernos Altstadt fündig, um die Nacht ausklingen zu lassen.

Samstag

Am Samstag war dann Spieltag. Für die Salernitana ging es auswärts nach Crotone, mit circa 350 Kilometer Strecke eine der weiteren Reisen in der italienischen Drittklassigkeit. Nun hätte ich gerne etwas von der entsprechend kurzen Nacht geschrieben, doch leider machten uns die italienischen Behörden nur wenige Tage vor der Reise einen Strich durch die Rechnung. Keine Gästefans bei dem Spiel in Crotone und so fiel die Fahrt für uns ins Wasser. Ob wirklich die vielen deutschen Namen bei der Bestellung ausschlaggebend waren oder was sonst die Gründe waren, wird leider ein Geheimnis bleiben. Scheiß Willkür! In dieser Ausgabe findet ihr in der ausGEholt – Rubrik einen ausführlichen Text zur absurden Situation für die Ultra-Szenen bzw. für alle Auswärtsfahrer in Italien.

Statt also nach Crotone ging es für uns mittags in ein Cafe, wo unsere Brüder schon wieder für beste Verpflegung sorgten. Auffällig, dass viele ältere Semester “Vecchi Ultras ‘77” Shirts trugen. Ein Hinweis auf die Panthers 77, die so etwas wie den Ursprung der Ultra-Bewegung in Salerno ausmachen und sich dann in den 80ern mit anderen Gruppen zur Granata South Force zusammenschlossen. Die genauen Hintergründe findet ihr in Ausgabe sechs aus 2025/26 zum Nachlesen. Klingt irgendwie bescheuert, aber 1977 kannten sich meine Eltern noch nicht mal. Das Spiel wurde dann gemeinsam in einem Kino und Sozialzentrum geschaut, wozu die Szene auch öffentlich aufrief. Während des Spiels wurde fast durchgängig gesungen, aber auch wenn das Liedgut fantastisch ist, blieb das Ansingen einer Leinwand für mich dann doch etwas befremdlich. Vielleicht ist das für unsere Brüder ein Stück weit mehr Alltag, wenn man regelmäßig nicht auswärts fahren darf, aber gewöhnen könnte ich mich daran definitiv nicht. Das Fußballspiel selbst war übrigens ein absolut grausamer Kick.

Für die Abendgestaltung teilten wir uns auf verschiedene Gruppenräumlichkeiten auf. Ein Teil fuhr zu IGUS 1989, ungefähr eine halbe Stunde außerhalb der Stadt. Für mich ging es zum Centro Storico im Herzen von Salerno und auch hier fehlten mir wieder die Worte für die unfassbare Gastfreundschaft. Aus den umliegenden Lokalen wurden Pizza und Pasta aufgetischt, das Bier war kalt und auch die Reisegruppe Verliererkraut kam voll auf ihre Kosten. Gut, es war eine kleine Umstellung für den deutschen Apothekenpatienten, der nur noch Blüte gewohnt ist, aber geschmeckt hat die Schokolade trotzdem hervorragend. Grazie mille per il fumo!

Sonntag

Mit viel zu wenig Schlaf im Gepäck stand am Sonntag dann nochmal ein volles Programm an. Bereits am Vorabend reservierten sich die verbliebenen Schalker einige Vespas, um sich Sonntagvormittag pünktlich auf die Zweiräder zu schwingen und die wunderschöne Amalfiküste zu erkunden – samt anschließender Bootstour. Der motivierte Mob fand sich überpünktlich am Verleih ein und war bester Laune. Das sollte sich in den folgenden Minuten allerdings ein wenig ändern. Aufgrund mir bis heute unerklärlichen Umstände war der Verleih schlicht überfordert, die Ausgabe vernünftig über die Bühne zu bringen, weshalb eine gute Stunde ins Land ging, bis dann jedermann auf seinem Gefährt saß. Einzig das wunderbare Schauspiel zweier Touristen, die sich bei der Einweisung ihrer Roller so dämlich anstellten, dass sie schlussendlich mit den Worten “No Scooter, No Scooter” wieder abgewiesen worden sind, erheiterte die Gemüter dann doch ein wenig.

Mit einstündiger Verspätung ging es dann endlich los und für mich ging es erst einmal darum, mich an das Gefährt zu gewöhnen – so saß ich in meinem Leben tatsächlich noch nie auf einem Roller. Nach ein paar Kurven war auch das gemeistert und es ging munter die kurvige Strecke der Amalfiküste entlang. Ich hatte wirklich große Erwartungen an die Fahrt, aber mein Gott ist das ne geile Nummer mit der Vespa bei sonnigen 25° am Meer entlang zu düsen, da wurden alle Erwartungen nochmal übertroffen. So vergingen die rund zwei Stunden Fahrtzeit mit zwei, drei Pausen wie im Flug und wir kehrten am Zielort ein. Nach kurzer Stärkung und Versorgung für die Bootstour wurden diese dann auch geentert.

So schipperten wir bei bestem Wetter genüsslich über das Tyrrhenische Meer und bestaunten das wunderbare, süditalienische Panorama. Gelsenkirchen in allen Ehren, aber so verwöhnt sind unsere Brüder bei Ihren Besuchen hier vermutlich nicht. Da wir die Roller noch rechtzeitig abgeben mussten, machten wir uns früher, als allen vermutlich lieb gewesen wäre, auf den Rückweg.

Die Rücktour sollte vom Ausblick noch einmal atemberaubender werden als die Hintour, da wir nun besten Blick auf Salerno hatten und der Stadt wahrlich entgegen fuhren. Schon Kilometer stadtauswärts staute sich allerdings der Verkehr, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Als nun waschechter Italiener übernahm man natürlich die Fahrweise jener und schlängelte sich nur so durch den Verkehr. Einige Nahtoderfahrungen und an den Kopf geworfene “vaffanculos” später, brachten wir die Roller sicher und auf die Minute genau zurück. Dat war ‘ne Nummer.

Auch der Sonntag wurde gemeinsam bei Centro Storico ausgeklungen und so ließ man es sich bei bestem Speis und Trank gut gehen, ein äußerst runder Abschluss des Jubiläumswochenendes!

US Salernitana 1919 – SSC Bari 2:1 (0:1)

Nachdem das Jubiläumswochenende erfolgreich abgeschlossen werden konnte, blieben meine Reisegruppe und ich noch ein paar weitere Tage in der Stadt. Da wir allerdings aufgrund eines Konzerts in London am zweiten Samstag der Länderspielpause bereits vorweg Flüge in die englische Hauptstadt buchten, hatte keiner von uns das Spiel gegen Bari so richtig auf dem Schirm.

Ein spontaner Geistesblitz genügte, um einen Blick auf den Spielplan zu werfen und langsam aber sicher reifte die Idee, mit einem Teil der Reisegruppe den Trip um rund 20 Stunden zu verlängern. Dann kommen wir halt nach London nochmal wieder. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde schließlich alles Notwendige für Sonntags gebucht und auch die Frage nach der fehlenden Unterkunft konnte sich rechtzeitig klären lassen.

Nach einer sehr kurzen Nacht ging es in London zum Flughafen und anschließend mit der gewählten Billigairline erneut nach Italien. In Salerno angekommen, bezogen wir das Zimmer für die kommenden Stunden nach dem Spiel und machten uns auf den Weg zu den Räumlichkeiten von Centro Storico.

Dort war schon allerhand los und die riesigen Behälter für selbst gekochte Pasta leerten sich, wie der Kühlschrank, recht flott. Dass in der Serie C enorm viele Spiele ohne Gästeanhang (Salerno darf nur zu circa drei bis vier Auswärtsspielen in der Saison anreisen) ausgetragen werden, ist wahrscheinlich bekannt. Zu den Reiseverboten in Italien sei euch an dieser Stelle ein Text in der Rubrik „aUsGEholt“ ans Herz gelegt, es ist echt krank, was da abgeht.

Die Verbote taten heute allerdings nichts zur Sache, da beide Fanszenen seit vielen Jahren eine Freundschaft eint. Nähere Infos dazu findet ihr in Ausgabe 14 der Saison 24/25. Dementsprechend waren schon einige Baresis in der Stadt unterwegs und auch an den Räumlichkeiten gab es sowohl mit den Gästen als auch den Gastgebern gute Gespräche.

Nachdem sich die Curva Sud Siberiano am Stadion getroffen hatte, wurden mehrere Schwenker der verschiedenen Gruppen ausgepackt und sich auf halben Weg zum Gästeblock gemacht. Etwa 90 Minuten vor Anpfiff trafen die Gäste aus Bari ein und es ging ein rund zwanzigminütiges Spektakel los. Diverse Fackeln und Rauch, geile Gesänge zur gegenseitigen Begrüßung und Fahnenschwenken auf beiden Seiten. Fußballherz – was willst du mehr?!

Da es für mich das erste Spiel im Arechi war, ging es nach Betreten des Stadions erstmal standesgemäß in die letzte Reihe vom Oberrang der Heimtribüne um Eindrücke zu sammeln. Wahnsinnig beeindruckend und dennoch recht surreal, dass das Teil erst im September 1990 eröffnet wurde. Ursprünglich hätten mal etwas mehr als 45.000 Besucher Platz gefunden, nach mehreren Umbauaktionen fasst es aktuell offiziell noch rund 30.000 Zuschauer. Diese finden in den sportlich schwierigen Zeiten allerdings leider so gut wie nie den Weg ins Stadion, weswegen letztlich knapp 15.000 Zuschauer das Spiel vor Ort verfolgten.

Aktuell laufen bereits weitere Umbaumaßnahmen rund um das Arechi, der Gästeblock zieht demnächst vorübergehend in den Oberrang der Hintertortribüne, dafür wurden dort bereits Plexiglasscheiben installiert. Voraussichtlich ab kommendem Jahr darf dann für eine gewisse Zeit im Stadion gar nicht gespielt werden. Um einen Sportplatz sollen dann provisorische Tribünen aufgebaut werden, damit der Ligabetrieb weitergehen kann. Wie allerdings für Italien typisch, kann man weder einen genauen Zeitplan nennen, noch sagen, ob es wirklich genauso stattfindet, wie es aktuell geplant ist.

Vor Spielbeginn gab es im Stadion noch eine Spruchbandaktion, um gegen die „Multiproprietà“ zu protestieren. Das ist ein Eigentümer mehrerer Vereine, im Beispiel von Bari ist er ebenfalls Eigentümer von Napoli.

Dazu wurden in der Curva Sud über 20 Spruchbänder mit dem gleichen Wortlaut „no alle Multiproprietà“ gezeigt, von der Brüstung im Oberrang dazu der Spruch: „liberate la Bari“ (Befreit Bari). Auf der Haupttribüne hing über das gesamte Spiel ein Spruchband „liberate il calcio dalle Multiproprietà“ (Befreit den Fußball von Multiproprietà) und auf der Gegengerade wieder eins mit „no alle Multiproprietà“ (Nein zu Multiproprietà).

Beide Halbzeiten konnte ich mir ein dauerhaftes Grinsen einfach nicht verkneifen und guckte mich mehrfach sprachlos um. Was hier an Leidenschaft von nahezu allen Altersklassen an den Tag gelegt wird, ist einfach eine ganz andere Welt. An der ein oder anderen Stelle wird es sich um drei bis vier Generationen gehandelt haben, die einfach Bock hatten, für ihren Verein alles reinzuwerfen. Großeltern, Eltern, Kinder… teilweise sogar schon deren Kinder – mit welch einer Überzeugung da bis zur absoluten Ekstase am Rad gedreht wird… Wahnsinn!

Zum Spiel selbst kann ich euch gar nicht viel berichten, zu krass waren für mich die Eindrücke drumherum. In der 10. Minute ging Bari durch einen Elfmeter in Führung, welche bis kurz vor Schluss standhielt. Beeindruckend hierbei fand ich, dass trotz Gemelaggio, Torschütze und andere Spieler die Heimkurve mit ausgedehntem Jubel provozierten, was von der Kurve auch größtenteils zurückbepöbelt wurde. Lescano und Djamanca konnten das Spiel vor Ende noch drehen, sodass auf der Anzeigetafel am Ende ein 2:1 aufleuchtete. Zum Schluss bleibt einfach nur übrig, Danke zu sagen!

Danke für insgesamt sieben Tage, wo wir von vorne bis hinten verpflegt worden sind. Diese Herzlichkeit werde ich so schnell nicht vergessen und ihr könnt euch sicher sein, dass ihr mindestens genauso herzlich willkommen seid, wenn ihr uns das nächste Mal besucht.

Bianco azzurro e Granata – Schalke e Salerno allez!

SOTTOCULTURA MÖNCHENGLADBACH

VfL Borussia Mönchengladbach – FSV Mainz 05 3:4 (1:2)

Drei Spiele, zwölf Gegentore, null Punkte.

Ein mehr als ernüchternder Start in die Saison für unsere Freunde aus der Vitusstadt. Dennoch trafen wir uns bei bester Laune und bestem Fußballwetter zum letzten Mal an der ehrenwerten Base. Der Spieltag gegen Mainz bedeutete somit Abschied nehmen nach über zehn Jahren!

Das Spiel gegen die Mainzer startete zunächst vielversprechend und entwickelte sich besonders in der zweiten Halbzeit zu einem recht offenen Schlagabtausch. Die Nordkurve Mönchengladbach steigerte sich dem Spielverlauf entsprechend und feuerte ihre Elf immer wieder mit ansprechender Lautstärke nach vorne! Auf Seiten der Mainzer konnte man auch einen geschlossenen Auftritt wahrnehmen, laut wurde es allerdings erst nach den Toren so wirklich. Leider bestätigte sich die Formkurve der Fohlenelf auf dem Platz und man ging durch individuelle Fehler wieder ohne zählbares Ergebnis nach Hause. Das 3:4 gegen Mainz bedeutete somit die vierte Niederlage in Folge. Der Frust saß nach den Führungstreffern der Mainzer tief, woraufhin der Support verstummte. Nach dem Spiel ließ man sich die Laune allerdings nicht von der brotlosen Kunst auf dem Rasen
verderben und feierte mit ordentlich Leuchtclips und der ein oder anderen Fackel den Abschied von der Base. Die Gastfreundschaft war wie immer herzlich für uns Schalker, es ist einfach nur schön, so intensive und besondere Momente mit euch zu teilen! Vielen Dank dafür! Den Jungs um Sottocultura steht sportlich gesehen wohl eine schwere Saison bevor, die wir natürlich gemeinsam mit euch bestreiten! Danke, Freunde!

Staatsapparat, Auswärtsverbote und Tessera in Italien – und was die Raststätten Autogrill damit zu tun haben

Dass die italienischen Ultras bereits seit Jahren – ja sogar Jahrzehnten – unter erheblicher Repression und Willkür des Staates leiden, das dürfte allen Lesern bekannt sein. Dass aber inzwischen ein erheblicher Teil der Auswärtsfahrten von Vereinen der Profiligen nicht von den Fans angetreten werden darf, hat in den letzten Jahren eine erschreckende und empörende Entwicklung genommen. Weil Auswärtsfahren in Italien längst kein selbstverständliches Grundelement der Fußballkultur mehr ist, wollen wir euch in diesem Artikel die fanfeindliche Sicherheitsarchitektur Italiens vorstellen.

Samstag, Spieltag. Die Mannschaft spielt auswärts. Die Fans haben sich vorbereitet, Busse organisiert, Fahnen gepackt, die Vorfreude wächst. Und dann kommt die Nachricht, wenige Tage vor dem Spiel:

“Divieto di vendita dei biglietti ai residenti nella provincia di …”
“Kein Kartenverkauf für Gästefans mit Wohnsitz in der Provinz ….”

So erleben es in Italien etliche Fußballfans regelmäßig. Nicht, weil jeder einzelne eine Straftat begangen hätte. Sondern weil eine Behörde zu der Einschätzung gelangt ist, dass von der Begegnung ein Risiko für die öffentliche Sicherheit ausgehen könnte. Häufig bezieht sich das Verbot für den Erwerb von Eintrittskarten auf die Bewohner der Provinz, in der der Gastverein ansässig ist. Man bedient sich hier eines einfachen Tricks: Ganze Gästeblocksperren sind schwerer zu begründen und durchzusetzen als beschränkter Zugang. Es ist ja offensichtlich, was mit der Beschränkung erreicht wird – man schließt den Kern der Fans und die Ultras aus und schafft sich so die Probleme vom Hals.

Daher sieht man in italienischen Gästeblöcken bei dieser Art der Beschränkung nur eine Handvoll Personen. Ein absurdes Beispiel dazu hat sich im März beim Spiel der Salernitana in Potenza abgespielt: Der Verkauf von Tickets an Personen mit Wohnsitz in der Provinz Salerno war untersagt und infolgedessen wurde exakt ein Ticket an jemanden von außerhalb verkauft. Diese Person fand sich dann alleine im Gästeblock wieder.

Ein Stadionverbot ist grundsätzlich eine personenbezogene Maßnahme. Einer konkreten Person wird der Zugang zu Sportveranstaltungen untersagt. Das Auswärtsverbot funktioniert anders, denn die Maßnahme richtet sich nicht gegen ein bestimmtes individuelles Fehlverhalten, sondern nach einem geografischen Merkmal, nämlich dem Wohnort, und ist damit eine Kollektivmaßnahme. Wie konnte es in Italien so weit kommen, dass jede Woche solche Maßnahmen mit der Gießkanne verteilt werden?

Ein wichtiges Ereignis in dieser Entwicklung war die Einführung der Tessera del Tifoso ab 2009. Die Karte wurde vom Innenministerium als Instrument zur Verbesserung der Sicherheit kommuniziert und eingeführt. Wir brauchen an dieser Stelle wohl nicht näher auf den Einsatz dieser Karte einzugehen, die Gründe des gläsernen Fußballfans sind offensichtlich und bekannt. Sie wurde 2017 zwar reformiert, sodass sie nicht mehr bei jedem Spiel zwingend notwendig ist, wird aber bis heute als Kontrollinstrument eingesetzt und jeder, der regelmäßig auswärts fahren will, muss die personalisierte Karte bei seinem Verein registrieren lassen.

Gebracht hat der Protest der Ultras, der darauf folgte, wenig, denn die Entwicklung ist keineswegs bei der Tessera stehen geblieben. Das italienische Überwachungs- und Verbotssystem wurde über die Jahre immer weiter ausgebaut: zehnjährige Stadionverbote mit mehrjährigen Meldeauflagen, sogar Stadionverbote ohne Fußballkontext, Videoüberwachung, Auflagen für einzelne Spiele, Schließungen ganzer Autobahnabschnitte bei Anreisen bis hin zur vollständigen Schließung des Gästesektors und mehrmonatigen, pauschalen Reiseverboten. Mit einem Gesetzesdekret von August 2014 wurde schließlich auch die Möglichkeit des angeordneten „Divieto di trasferta“ – also das Verbot des Verkaufs von Tickets für Personen mit Wohnsitz in der Provinz des Gastvereins – gesetzlich verankert.

Wer über Risiko und Nicht-Risiko entscheidet ist eine komplizierte Kette aus Behörden und Sicherheitsbeamten. Eine wichtige Rolle spielt das Osservatorio Nazionale sulle Manifestazioni Sportive – ONMS, das nationale Beobachtungsorgan für Sportveranstaltungen beim italienischen Innenministerium. Das ONMS ist ein administratives Beratungsorgan. Es überwacht die Situation, bewertet Spiele und weist Risikostufen bzw. Maßnahmen zu, kann jedoch keine Verbote direkt verfügen, sondern sie nur empfehlen.

Das CASMS (Comitato di Analisi per la Sicurezza delle Manifestazioni Sportive) wird dann bei Spielen mit besonderem Gefährdungspotential oder anderen Bedenken angerufen, um weitere Analysen durchzuführen und mögliche Gefahren für die öffentliche Sicherheit abzuschätzen. Kommt es dann zur Empfehlung für Beschränkungen oder Verbote, werden diese von den Präfekten und lokalen Polizeibehörden umgesetzt. Bei so vielen Entscheidern und Gremien wundert es natürlich niemanden, dass die Fans erst wenige Tage vor dem Spiel wissen, ob sie überhaupt anreisen dürfen. Das macht nicht nur die persönliche Planung jedes Fans, Buchungen bei Busunternehmen und kurzfristige Urlaubsanträge auf der Arbeit zu einer Katastrophe, sondern schränkt auch klar in der Ausübung des Rechts auf Beschwerde ein.

Recherchiert man die Zusammensetzung der ONMS, springt einem die geballte Fußballkompetenz entgegen: So sitzen dort unter anderem ein Vertreter von Italo (der Privatbahn) und der Betreiber von Autogrill (den Autobahnraststätten). Besonders pikant ist dieses Detail, weil Autogrill bereits seit Jahren mit der Polizei kooperiert und gezielt Busse an bestimmte Raststätten gefahren werden, um die Fans dort Kontrollen zu unterziehen. Damit ist Autogrill nicht lediglich ein beliebiger Gastronomiebetreiber am Rand des Spieltags, sondern Teil jener Infrastruktur, über die Fanbewegungen auf den Reisewegen organisiert und kontrolliert werden. Das Centro di Coordinamento Salernitana Clubs berichtete nach der Rückfahrt aus Barletta vor wenigen Wochen, mehrere Raststätten seien für die Fans nicht zugänglich gewesen. Nach Darstellung des Fanverbands habe dies auch Familien, Kinder und ältere Menschen betroffen, die keine Möglichkeit hatten, die Toilette aufzusuchen, weil Autogrill diese gesperrt habe.

ONMS: nationale Beobachtungs- und Bewertungsinstanz
CASMS: analysiert Spiele mit besonderen Sicherheitsproblemen und schlägt konkrete Maßnahmen vor
Präfekt: erlässt vor Ort die konkrete Verfügung
Questore/Polizei: liefert Informationen und ist an der Umsetzung bzw. Sicherheitsplanung beteiligt Innenminister: besitzt daneben eigene gesetzliche Befugnisse für bestimmte längerfristige Auswärtsverbote

Was sagt es über das italienische Sicherheitsverständnis aus, wenn die Reisewege der Fans so stark Teil der Sicherheitsarchitektur geworden sind, dass Bahnunternehmen und ein Raststättenbetreiber in das nationale Gremium zur Bewertung von Sportveranstaltungen eingebunden werden, ein Fanvertreter hingegen nicht?

Wie eine Gefahrenlage dann bei den Sitzungen definiert wird, bleibt das Geheimnis des Gremiums, denn die Begründungen sind teils so absurd, dass sie nur als willkürlich beschrieben werden können. Als gutes Beispiel kann man dafür die Partie der Granata in Crotone nennen, für die das Verbot ausgesprochen wurde. Während sechs Monate vorher die Fahrt dorthin noch erlaubt war, wurde dieses Mal die Präsenz der Fanszene als ein Sicherheitsrisiko eingestuft und der Verkauf von Tickets an Einwohner der Provinz Salerno untersagt. Die offizielle Begründung verweist auf einzelne Aufeinandertreffen am Spieltag im März, die zu Störungen der öffentlichen Sicherheit geführt hätten. Aber auch allein die Größe und Präsenz einer Fanszene kann zum Problem werden, so ist die “erwartete Mobilisierung” Teil der Sicherheits-Gleichung. Das Argument: Mehr Auswärtsfahrer – mehr potenzielle Personen bei einer Eskalation. So wird also eine starke Auswärtskultur bei Fanszenen zu einem Bestandteil der Risikobewertung.

Wie oft die Behörden inzwischen zu diesem Mittel greifen, zeigt eine parlamentarische Dokumentation zum Jahr 2023. Diese weist 240 CASMS-Maßnahmen aus, darunter 188 „Divieti di Trasferta“ – also Auswärtsverbote – , gegenüber 79 im Jahr 2022, ein klarer Anstieg ist hier also erkennbar.

Quelle: https://www.senato.it/service/PDF/PDFServer/DF/444969.pdf

Im Mai dieses Jahres kritisierte der F.I.S.S.C. (Dachverband italienischer Fanclubs), dass Anhänger der Salernitana für eine Auswärtsfahrt nach Ravenna nur mit der Tessera zugelassen wurden – obwohl zwischen den Fans beider Vereine seit Jahren ein entspanntes Verhältnis besteht. Gleichzeitig verwies die F.I.S.S.C. auf andere Fälle, in denen trotz vorheriger schwerer Vorfälle Auswärtsfahrten ohne vergleichbare Einschränkungen möglich gewesen seien. Der Verband kritisierte deshalb ausdrücklich die aus seiner Sicht inkonsistente und intransparente Anwendung der Restriktionen und stellte dem das Prinzip entgegen: “Die persönlichen Verantwortlichkeiten müssen persönlich bleiben.”

Dass sich nicht alle Vereine dieses Vorgehen gefallen lassen, zeigt der Fall Cagliari im April 2025: Für das Spiel in Empoli wurde den in Sardinien wohnenden Anhängern von Cagliari die Auswärtsfahrt untersagt. Begründet wurde dies unter anderem mit früheren Vorfällen bei den Partien beider Vereine. Cagliari Calcio akzeptierte die Entscheidung nicht und zog vor das Verwaltungsgericht der Toskana (TAR Toscana). Das Gericht gab dem Verein im Eilverfahren Recht und setzte das Auswärtsverbot außer Kraft.

Besonders bemerkenswert war die Begründung: Die Behörden hatten lediglich allgemein auf frühere “problematische Vorfälle” verwiesen. Konkret wurde unter anderem auf angeblich “oppositionelles” Verhalten von Cagliari-Fans bei Spielen in Empoli 2022 und 2024 verwiesen – ohne näher auszuführen, worin dieses Verhalten tatsächlich bestanden hatte oder wie schwerwiegend es gewesen war. Nach Auffassung des Gerichts reichte diese pauschale Darstellung nicht aus, um eine besondere Rivalität oder konkrete Gefahrenlage zwischen den Fangruppen von Empoli und Cagliari zu belegen.

Noch interessanter: In den behördlichen Unterlagen zur Begründung wurde zusätzlich auf eine stärkere Rivalität zwischen Cagliari und Florenz verwiesen. Das Gericht sah keine ausreichende Begründung dafür, weshalb frühere Konflikte der Cagliari-Fans mit Gruppen anderer Vereine eine konkrete Gefahrenlage für die Begegnung mit Empoli begründen sollten. Dafür wären konkrete Anhaltspunkte und eine ausführlichere Begründung erforderlich gewesen. Die bloße Annahme, eine Gefahr könne sich aufgrund der räumlichen Nähe auf einen anderen Ort und eine andere Fangruppe “übertragen”, reiche nicht aus. Das TAR verwies stattdessen auf mildere Maßnahmen: Verkauf von Tickets ausschließlich für den Gästebereich, gegebenenfalls nur an Inhaber einer Tessera sowie verstärkte Ordner- und Polizeikontrollen.

Der Fall zeigt damit deutlich, dass ein Auswärtsverbot nicht die zwangsläufige Folge einer behördlichen Risikoeinschätzung ist. Es handelt sich um eine konkrete staatliche Maßnahme, deren Begründung nachvollziehbar und auf die jeweilige Begegnung bezogen sein muss. Wenn aus früheren Vorfällen lediglich pauschal ein Risiko für ein völlig anderes Spiel konstruiert wird, kann selbst ein Verwaltungsgericht die Maßnahme wieder kassieren. Warum nicht mehr Vereine gegen diese Maßnahmen vorgehen, lässt sich anhand der öffentlich zugänglichen Quellen nicht abschließend beantworten. Denkbar sind unter anderem Kosten- und Zeitaufwand eines verwaltungsgerichtlichen Verfahrens sowie die (vermutlich bewusst gewählte) kurze Vorlaufzeit zwischen Erlass der Maßnahme und Spielbeginn.

Die Kurven Italiens haben ihren Unmut in den vergangenen Jahren immer wieder mit kreativen Aktionen zum Ausdruck gebracht. Regelmäßig sind in allen vier Ligen Spruchbänder, Protestaktionen und Stimmungsboykotte zur Thematik zu sehen. So haben beispielsweise die Ultras von Neapel vergangenes Jahr einen Marsch organisiert, bei dem jeder einen symbolischen Antrag zum Wohnsitzwechsel in der Hand gehalten hat (in Anspielung auf das Verbot für die Anhänger mit Wohnsitz in der Provinz) begleitet von einer immer wiederkehrenden Botschaft: “Non è sicurezza, ma discriminazione” (“Das ist keine Sicherheit, sondern Diskriminierung”). Cesena hat Anfang dieses Jahres der Problematik sogar eine eigene Choreografie beim Spiel gegen Frosinone gewidmet. Die Salernitani hingen am Spieltag gegen Crotone ein Spruchband am Stadion auf: “Volle Stadien in allen Ländern, mit euren Verboten in Italien erstickt ihr unseren Fußball”.

Und wie verhält es sich in Deutschland und Europa? Das Committee on Safety and Security at Sports Events (T-S4) des Europarats hat im Oktober 2025 die “Recommendation Rec(2025) 1” herausgegeben. Diese empfiehlt, individuelle Verantwortung gegenüber kollektiver Bestrafung zu priorisieren, transparente Kriterien festzulegen, Betroffene einzubeziehen sowie ein Beschwerde- und Rechtsmittelverfahren sicherzustellen. Der Europarat erkennt ausdrücklich an, dass kollektive Verbote die Menschenrechte berühren können. Deshalb sollen sie nur unter außergewöhnlichen Umständen eingesetzt werden – wenn sie tatsächlich notwendig sind, um öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten.

Nun hat die Empfehlung des Europarats aber keine unmittelbare Rechtswirkung wie ein EU-Gesetz und die Hoheit bleibt damit bei den Ländern. Sie formuliert jedoch einen europäischen Referenzrahmen dafür, unter welchen Voraussetzungen kollektive Auswärtsverbote überhaupt vertretbar sein sollen. Für Deutschland ist das nicht unwichtig. Denn auch hier wird längst über Maßnahmen diskutiert, die nicht nur einzelne Personen treffen. Im Rahmen der 2025 eingesetzten Bund-Länder-Arbeitsgruppe “Fußball ohne Gewalt” wurden unter anderem die Reduzierung oder Streichung von Gästekontingenten und personalisierte Tickets als mögliche Maßnahmen diskutiert, jeder konnte die Proteste der Fanszenen in Deutschland verfolgen. DFB und DFL warnten ausdrücklich vor solchen kollektiv wirkenden Eingriffen.

Damit ist der Blick nach Italien für uns nicht nur einer auf ein fremdes Repressionsmodell. Die Frage, wem eigentlich die Verantwortung für das Verhalten Einzelner zugeschrieben wird und wie weit staatliche oder verbandliche Maßnahmen gegen ganze Fangruppen, Ultras und Familien gehen dürfen, stellt sich hier zwangsläufig. Italien zeigt dabei, wie weit sich ein System entwickeln kann, wenn Auswärtsfahren immer stärker als Sicherheitsproblem und immer weniger als selbstverständlicher Bestandteil der Fußballkultur behandelt wird. Noch gibt es in Deutschland andere Strukturen und rechtliche Rahmenbedingungen. Aber auch hier stehen kollektiv wirkende Maßnahmen im Raum. Genau deshalb sollte man die Entwicklung in Italien nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern kritisch verfolgen und dabei niemals wegschauen und jedem italienischen Ultra, der sich beständig zeigt, dagegen protestiert und nicht aufgibt, größten Respekt zollen.

Nach dem Spielbericht in der letzten Ausgabe, können wir euch nun endlich das Interview mit der Gruppe Loca Ragazzi vom Verein CS Constantine präsentieren. Die Gruppe ist aktuell in Algerien verboten und wird verfolgt, dennoch haben sich zwei Mitglieder bereit erklärt, uns ein Interview zu geben. Die Organisation war gar nicht so einfach, das Interview sollte per Video stattfinden, aber am vereinbarten Tag kam es zu einem großen Stromausfall in Constantine. Schlussendlich fanden unsere beiden Interviewpartner aber einen öffentlichen Ort, an dem Strom und Internet funktionierten und vor uns lagen anderthalb Stunden Geschichten aus einer anderen (Ultra) Welt.

Interview mit Loca Ragazzi von CS Constantine Teil 1

Zuerst wäre es gut, wenn ihr uns etwas über euch erzählen könntet, über eure Gruppe Loca Ragazzi, über die Stadt Constantine und über euren Verein. Was ist besonders an CS Constantine und an Loca Ragazzi?

Loca Ragazzi: Loca Ragazzi wurde 2010 gegründet. Also, xxx und ich gehören zur jüngeren Generation der Gruppe. Wir haben viele ältere Leute und viele führende Mitglieder in der Gruppe. Nach dem Verbrennen des Banners, worüber wir später im Interview sprechen werden, hatten wir aufgrund der Repression weniger Kontakt zueinander, aber wir stehen immer noch in Kontakt. Die Gruppe hat viele Mitglieder. Wir möchten keine genaue Zahl nennen, aber wir sind sehr viele.

Zur Stadt: Constantine ist eine der ältesten Städte Afrikas. Beim Verein ist es ähnlich. CS Constantine wurde 1898 gegründet und ist damit der älteste noch existierende Verein Algeriens. Der Verein wurde während der französischen Kolonialzeit von Muslimen gegründet. Die Muslime wollten sich der französischen Kolonisation entgegenstellen,
deshalb gründeten sie einen Verein und eine Gemeinschaft für Kultur, Sport und andere Aktivitäten.

Natürlich ist Loca Ragazzi der wichtigste Teil. Erzählt uns also bitte etwas über eure Gruppe.

Loca Ragazzi: Loca Ragazzi wurde 2010 gegründet. Loca Ragazzi war die erste Ultra-Gruppe in Constantine, nicht in ganz Algerien. In Algerien waren wir etwa die dritte oder vierte Ultra-Gruppe, die gegründet wurde. Aber wir waren die erste Ultra-Gruppe, die viele Dinge gemacht hat, zum Beispiel ein Album mit Liedern zu
veröffentlichen.

Wir waren auch die erste Ultra-Gruppe, die bestimmte Choreografien gemacht hat, die erste, die den Geburtstag des Vereins in großem Rahmen gefeiert hat, und die erste, die außerhalb des Landes präsent war. In dieser Hinsicht hatten wir viele wichtige Momente. Seit vielen Jahren nutzen wir Lieder im lateinamerikanischen Stil und wir haben das erste Album dieser Art in Algerien veröffentlicht, das wir schon erwähnt haben.

Wo habt ihr die Lieder veröffentlicht?

Loca Ragazzi: Auf YouTube und Spotify. Die Lieder haben mehrere hunderttausend Aufrufe.

Warum habt ihr die Lieder dort veröffentlicht?

Loca Ragazzi: Wir haben die Lieder auf YouTube und Spotify veröffentlicht, weil es das erste Album für den Verein war. Wir wollten, dass alle Fans unsere Lieder hören, kennenlernen und lernen können. Danach nutzen wir sie im Stadion.

Später werden wir darüber sprechen, warum Loca Ragazzi verboten wurde und warum die Regierung euch gezwungen hat, euer Banner zu verbrennen. Aber zuerst sprechen wir über die Medien. Wie berichten die Medien in Algerien über Ultras? Und wie ist die Haltung der Regierung? Gibt es unterschiedliche Meinungen in den Medien?

Loca Ragazzi: Grundsätzlich gibt es zwei oder drei Phasen. In der ersten Zeit, ungefähr von 2010 bis zur COVID-Zeit, haben die Medien den Ultras kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Sie kannten die Ultras kaum und wussten nicht wirklich, was die Ultra-Szene in Algerien war.

Dann gab es eine weitere Phase, ungefähr 2018 oder 2020. Zeitungen und Medien begannen, sehr negativ über Ultras zu berichten. Sie mochten die Ultras nicht und auch nicht das, was Ultras im Stadion und außerhalb des Stadions machten. Für sie waren Ultras etwas Gewalttätiges, etwas Unsicheres für die Stadt und auch für die Regierung.

Ultras wurden also hauptsächlich als Kriminelle und gefährliche Menschen dargestellt?

Loca Ragazzi: Ja, immer. Für sie waren Ultras etwas Kriminelles, etwas Unsicheres, allgemein etwas Gefährliches.

Aber in den letzten zwei oder drei Jahren gab es eine andere Version der Medien. Heute mögen sie viele Dinge, die Ultras machen: Choreografien, Lieder oder Feiern außerhalb des Stadions. Sie berichten inzwischen über fast jedes Detail, oft auf positive Weise.

Warum glaubt ihr, hat sich das verändert?

Loca Ragazzi: Vielleicht nutzen sie es einfach, um mehr Follower und mehr Aufrufe zu bekommen. Viele Menschen interessieren sich inzwischen für Ultras, für die Feiern der Vereine und für die Siege. Deshalb berichten die Medien darüber. Aber davor hatten wir viele Probleme mit den Medien.

Dann sprechen wir zuerst darüber, warum Loca Ragazzi verboten wurde. Was ist damals passiert?

Loca Ragazzi: Es war vor etwa zwei Jahren. Diesmal war es nicht wie bei den anderen Problemen. Wir hatten vorher schon viele Schwierigkeiten, im Stadion und in der Stadt. Die Auswärts-Ultras hatten Zugang zu vielen Dingen. Sie durften Banner, Fahnen, Trommeln und alles, was sie wollten, ins Stadion bringen. Aber am Eingang hatten wir immer viele Probleme mit den Cops. Wir durften keine Fahnen, Banner, Trommeln oder etwas Ähnliches mitbringen.

Und Schals oder Loca-Ragazzi-T-Shirts waren zu dieser Zeit noch erlaubt?

Loca Ragazzi: Zu dieser Zeit ja. Aber nach den Problemen, die zum Verbot der Gruppe führten, durften wir überhaupt nichts mehr benutzen: keine Schals, keine T-Shirts, nichts mit dem Logo der Gruppe. Sogar schwarze T-Shirts wurden zum Problem, wenn sie als Verbindung zur Ultra-Gruppe verstanden wurden.

Bei welchem Spiel ist das passiert?

Loca Ragazzi: Es war ein Spiel gegen USM Alger. Es begann schon außerhalb des Stadions. Vor dem Spiel hatte der Gegner bereits Banner an historischen Orten in Constantine angebracht, unter anderem an der historischen Brücke. Für uns war das eine Provokation.

Unter den Fußballanhängern von Constantine gibt es eine ungeschriebene rote Linie, besonders bei großen Spielen, die von Rivalität und Spannung zwischen beiden Seiten geprägt sind: Die Gastmannschaft kommt, um ihr Spiel zu spielen, aber sie zeigt ihre Identität nicht öffentlich in der Stadt. Fahnen herauszuholen, in den Farben des Gegners herumzulaufen oder vor allem das offizielle Banner des Vereins mitten im Herzen der rivalisierenden Hochburg aufzuhängen, wird schlicht nicht akzeptiert. Das zeigt sich besonders in Constantine, wo seit dem Aufkommen der Ultra-Kultur noch nie eine Gastmannschaft einen Corteo durchgeführt oder ihr offizielles Banner in der Stadt gezeigt hat. Solche Handlungen gelten als Überschreiten einer ungeschriebenen, aber tief verstandenen und respektierten roten Linie unter den Anhängern.

Wir mussten antworten, aber wir wollten sie nicht direkt außerhalb des Stadions angreifen. Also antworteten wir im Stadion zuerst mit unserem eigenen Banner.

Außerdem hängten die Auswärtsfans ihre Banner außen an den Zaun, was eine Provokation und ein Zeichen von Respektlosigkeit war. Das machte alle Fans von CS Constantine wütend: Loca Ragazzi, Green Army und viele normale Fans. Danach begann die Konfrontation mit den Cops, und es wurde zu einer Katastrophe.

Die Tore wurden geöffnet, viele Fans gelangten in den Innenbereich, und es kam zu Konfrontationen mit der anderen Gruppe und mit den Cops. Viele Cops wurden verletzt und auch viele Fans auf beiden Seiten wurden verletzt. Außerdem war an diesem Abend ein sehr hochrangiger Militärvertreter zu Besuch in Constantine. Deshalb reagierten die Cops und die Sicherheitsbehörden besonders hart.

Am nächsten Tag wurden drei Mitglieder, beziehungsweise Gründer, unserer Gruppe festgenommen. Ihnen wurde vorgeworfen, für die Probleme im Stadion und auch außerhalb des Stadions verantwortlich zu sein und andere gegen die Cops beeinflusst zu haben. In den folgenden Tagen wurden viele weitere Menschen von den Cops festgenommen. Die Regierung zwang uns, unser Banner zu verbrennen.

Ihr standet also vor der Wahl: Entweder ihr verbrennt euer Banner oder die Gründer und andere Mitglieder gehen ins Gefängnis?

Loca Ragazzi: Ja, genau. Entweder wir verbrennen das Banner oder sie gehen alle ins Gefängnis. Es war wirklich so hart. Für uns waren diese Menschen nicht nur Freunde, sie waren Brüder und Familie. Viele von ihnen hatten eigene Familien und Kinder. Wir wollten nicht, dass sie dadurch noch größere Probleme bekommen. Deshalb entschieden wir uns, das Banner am nächsten Tag zu verbrennen.

Sind heute noch Mitglieder im Gefängnis?

Loca Ragazzi: Nein, im Moment nicht. Die drei Gründer sind vor einigen Monaten aus dem Gefängnis gekommen und waren über ein Jahr im Gefängnis. Aber das Verbot der Gruppe besteht weiterhin, und die Symbole der Gruppe sind weiterhin verboten.

Paris: Im September 2026 eskalierte bei Paris Saint-Germain der Konflikt zwischen dem Verein und der Ultra-Gruppe Parias Cohortis, die zum Collectif Ultras Paris (CUP) gehört. Die rund 80 Mitglieder starke Gruppe wurde vom Verein dauerhaft von Heimspielen im Parc des Princes und von organisierten Auswärtsfahrten ausgeschlossen. Hintergrund ist ein länger schwelender Konflikt innerhalb der Pariser Fanszene. Bei einer Auswärtsfahrt nach Angers war es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen PSG-Anhängern gekommen. PSG hatte daraufhin Bedingungen für die weitere Teilnahme der Gruppe an den Spielen gestellt. Nach Darstellung des Vereins wurden diese Bedingungen nicht eingehalten.

Ferrara: Ende September 2026 kam es zwischen der Curva Ovest von SPAL Ferrara und den örtlichen Behörden zu einem Konflikt um eine geplante Gedenkaktion für Federico Aldrovandi. Der damals 18-jährige SPAL-Anhänger war am 25. September 2005 bei einem Polizeieinsatz in Ferrara ums Leben gekommen. Vier beteiligte Polizisten wurden später wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Seitdem erinnert die Curva Ovest regelmäßig an Aldrovandi. Zum Heimspiel gegen Vianese am 27. September 2026, kurz nach seinem 21. Todestag, hatten die Ultras eine besondere Aktion vorbereitet. Kinder einer Grundschule aus Ferrara sollten während der Halbzeitpause auf dem Spielfeld selbst verfasste Gedanken über Aldrovandi vorlesen. Die Texte waren bereits zuvor in einer Veröffentlichung der Curva Ovest erschienen. Nach Darstellung der Ultras untersagte die Polizeibehörde von Ferrara die Aktion mit der Begründung, die Texte könnten zur Gewalt aufrufen. Auch der zuständige Fußballverband soll sich gegen die Durchführung ausgesprochen haben. Vermittlungsversuche der Vereinsführung blieben erfolglos. Die genauen behördlichen Entscheidungsgründe wurden allerdings nicht öffentlich zugänglich gemacht. Als Reaktion sagte die Curva Ovest eine seit Wochen vorbereitete Choreografie ab, die eigentlich die Rückkehr des historischen SPAL-Vereinswappens feiern sollte. Die Ultras erklärten, dass sie angesichts der Entscheidung keinen Anlass zum Feiern sähen und ihre Überzeugungen nicht dem Fußball unterordnen wollten. Beim Spiel selbst verzichtete die Kurve jedoch nicht auf das Gedenken. Stattdessen präsentierte sie ein großes Porträt Aldrovandis und ein Spruchband.

Aue: Im September 2026 wurde bekannt, dass der Bundesgerichtshof die Revisionen zweier Mitglieder der Auer Ultra-Gruppierung „Starke Jugend“ beziehungsweise „Brigade Jugend“ verworfen hat. Damit sind ihre Verurteilungen durch das Landgericht Dresden rechtskräftig. Dieses hatte Freiheits- und Jugendstrafen unter anderem wegen der Mitgliedschaft in einer nach § 129 StGB als kriminell eingestuften Vereinigung verhängt. Zur Begründung führte der BGH an, die Gruppe habe durch Angriffe auf gegnerische Fans und die gewaltsame Wegnahme von Fanutensilien eine regionale Vormachtstellung durchsetzen wollen. Das geplante Präsentieren und anschließende Verbrennen erbeuteter Schals und Trikots stehe einer Verurteilung wegen Raubes nach Auffassung des Gerichts nicht entgegen. Damit bleibt es bei einer Entscheidung, die über die Ahndung einzelner Taten hinaus eine ganze Ultra-Gruppierung als kriminelle Vereinigung einordnet. Der Einsatz des § 129 gegen organisierte Fans ist eine Entwicklung, die uns als Ultras auch über Aue hinaus betrifft.

Santiago de Chile: Am 22. September 2026 eskalierte beim Pokalspiel von Colo-Colo gegen Audax Italiano ein interner Konflikt innerhalb der Garra Blanca. Im Estadio Nacional griffen mehrere Personen einen Anhänger mit Schlägen, Tritten und Eisenstangen an. Dahinter sollen seit Längerem bestehende Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen Lo Espejo und La Victoria, die im Stadion normalerweise getrennt voneinander stehen, liegen. Der Konflikt hat demnach auch einen politischen Hintergrund: Während Teilen der Gruppe Lo Espejo eine Nähe zur früheren Barra-Führung um den heute rechtsextremen Aktivisten „Pancho Malo“ zugeschrieben wird, stehen die linksgerichteten „Los Ilegales“ dieser alten Führung ablehnend gegenüber. Muñoz selbst bestreitet, noch Verbindungen zur Barra zu unterhalten. Zusätzlich belasten gegenseitige Vorwürfe wegen verlorener Zaunfahnen die Beziehungen zwischen den Gruppen. Diese waren Anhängern des Rivalen Universidad de Chile in die Hände gefallen.

Rijeka: Damir Kreilach erhielt bei seinem Heimatverein HNK Rijeka ein Abschiedsspiel im ehemaligen direkt an der Adriaküste liegenden Stadion Kantrida, welches zum Teil in eine Felswand verbaut wurde. Über acht Jahre nach seinem letzten Spiel für den 1. FC Union Berlin reisten knapp 1.000 Unioner nach Kroatien und ehrten ihn mit einer Choreografie, die sein Porträt zeigte. Auch die Anhänger von Armada Rijeka präsentierten eine Choreografie unter dem Motto „West Side Story“. Das Spiel begann um 19:17 Uhr, passend zu Kreilachs früheren Rückennummern 19 bei Union und 17 bei Rijeka. Kreilach spielte noch einmal für beide Mannschaften und erhielt damit einen würdigen Abschied.