Glück auf Schalker,

unglaubliche 16 Wochen sind seit dem letzten Heimspiel vergangen. Viele werden nicht traurig über die lange Sommerpause in diesem Jahr gewesen sein. So schön wie die letzte Saison war, so anstrengend war sie dann auch. Aber wer beispielsweise an die Tore gegen Elversberg, Paderborn oder Düsseldorf zurückdenkt, dem wird bestimmt auch heute noch ein Lächeln über die Lippen gehen und sich sicher sein, dass sich all der Kraftaufwand lohnt!

Fußball, wie er sein sollte. VAR dauerhaft abschaffen

Schalke ist zurück in Liga 1. Die Aufgaben werden sicherlich nicht leichter, weder für die Jungs auf dem Feld noch für uns auf der Tribüne. Das Pokalspiel in Halle war da eigentlich der perfekte Auftakt, um wieder locker in die Saison zu starten. Die Nordkurve präsentierte sich dabei in solider Verfassung und hatte in den 16 Wochen nichts verlernt. Auf dem Rasen sah es leider nicht so souverän aus und die Mannschaft musste über 120 Minuten ran.

Positiv bleibt vor allem der fehlende VAR in Erinnerung. Welch ein ungewohnt gutes Gefühl, sich bei einem Tor direkt und ausgelassen freuen zu können, ohne den bangen Blick Richtung Schiedsrichter zu haben, ob es vielleicht doch wieder nicht zählt. Schafft diese VAR-Scheiße also einfach wieder ab und gebt uns die Emotionen zurück.

In Augsburg sind wir dann auf dem harten Boden der 1. Bundesliga aufgeschlagen. Während die Nordkurve eine gute Visitenkarte hinterließ, konnte die Mannschaft leider am Ende nicht ganz mithalten und ging mit 3:0 baden.

Rücksicht beim Fahneneinsatz

Eine Sache möchten wir euch abermals ans Herz legen. Achtet beim Fahnenschwenken darauf, dass ihr die Fahnen (und Doppelhalter) bei Torraumszenen herunter nehmt oder einrollt. Dazu zählen auch Eckbälle und Freistöße. Es ist niemandem geholfen, wenn insbesondere in den kleinen Auswärtsblöcken niemand erkennen kann, was auf dem Feld passiert. Wenn wir die Erwartungshaltung haben, dass die komplette Kurve durchdrehen soll, dann sollte es auch selbstverständlich sein, dass möglichst die komplette Kurve die entscheidenden Spielszenen überhaupt sehen kann.

Auf Schalke geht es schon immer nur gemeinsam, egal ob auf dem Feld oder in der Kurve!

Taschenspielplan

Wie ihr wahrscheinlich schon gesehen habt, findet ihr mit dem Taschenspielplan in dieser Ausgabe ein kleines Gimmick. In den Jahren 2006 und 2007 haben wir diese kleine Spielerei bereits bei uns am Stand verteilt. Natürlich hat sich die Welt seitdem weitergedreht und niemand wird ernsthaft sein Portemonnaie herausholen, um herauszufinden, wann denn Schalke in der Rückrunde gegen den VfB Stuttgart spielt. Dennoch sind es diese Kleinigkeiten, die etwas mehr (haptische) Wertigkeit in unsere Bubble bringen. Und sei es nur, wenn sie am Ende als Sammelstück im Schrank liegen.

Die restliche Ausgabe ist vor allem mit jeder Menge Spielberichten gefüllt. Besonders sind hier vielleicht die beiden Berichte mit Enschede hervorzuheben, bei denen sich der Autor mit Twente auf den Weg durch die Conference League Quali gemacht hat. Also endlich Mal wieder ein bisschen Flair von internationalen Spielen im Blauen Brief.

25 Jahre Arena auf Schalke

Gleiches gilt für den Text zum 25-jährigen Jubiläum der Arena. Kaum zu glauben, wie alt unser Stadion bereits ist. Wenn man sich bewusst macht, dass das Parkstadion bei seinem Abschied nur drei Jahre älter war, ist das schon ziemlich verrückt.

Zu guter Letzt noch eine absolute Kaufempfehlung. Vier Schalker waren das vergangene Jahr wieder auf der ganzen Welt unterwegs und haben nun ihre Erlebnisse zu Papier gebracht. Ab heute bekommt ihr bei uns am Stand die neue Ausgabe des ¡A la Cancha!.

Pünktlich zum Saisonstart ist die zehnte Ausgabe des Grounhopping-Fanzines ¡A la Cancha! erschienen. Wie gewohnt haben sich die 04 Autoren aus der Schalker Fanszene in der ganzen Welt herumgetrieben und dabei rund 50 Spielberichte aus über 20 Ländern für euch zusammengestellt – von ausführlichen Reiseberichten zu Madagaskar, dem Irak und Zentralasien über Geheimtipps in Südfrankreich und dem Nahen Osten bis hin zu etablierten Fanszenen aus der Schweiz, Italien und Schweden. Ein Fokus liegt zudem auf den großen und kleinen Fanszenen Athens. In der Rubrik “Seitensprünge” nimmt euch das Heft diesmal unter anderem mit in die Zeit der Troubles in Irland und Nordirland, zum Arabischen Frühling in Bahrain und nach Vallecas, den Heimatstadtteil von Conference-League-Finalist Rayo Vallecano. Erhältlich sind die knapp 250 vollfarbigen Seiten ab sofort für 6,50 Euro am Infostand, im Club oder unter [email protected]. An diese Email- Adresse könnt ihr euch wie immer auch gerne mit Feedback oder Anregungen zum Heft wenden – viel Spaß beim Lesen!

FC Schalke 04 e.V. – Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht von 1895 e.V. 1:0 (1:0)

Vor dem Spiel

Der Kaiser im Revier hat sein Zepter geschwungen – der letzte Spieltag der zweiten Liga ist um und wir verabschieden uns als Zweitligameister ins Fußball-Oberhaus. Endlich sind wir dorthin zurückgekehrt, wo wir hinwollen – und das mit einer sportlich wirklich beachtlichen Leistung. Denkt man zurück, auf welchem Tabellenplatz wir die Saison 24/25 abgeschlossen haben und wie „kopflos“ die Mannschaft zu jener Zeit in großen Teilen gewirkt hat, so grenzt es fast an ein kleines Wunder, dass wir es geschafft haben, uns innerhalb eines Jahres selbst umzukrempeln und dort zu stehen, wo wir stehen. Ein Verdienst aller, vor allem sicherlich von Trainer Miron Muslic, dem Staff und der Mannschaft, die nie aufgegeben und stets an dem festgehalten hat, woran sie geglaubt hat.

Nordkurve Gelsenkirchen

Um dem schon sicheren Aufstieg einen würdevollen Rahmen zu geben und die Saison gebührend abzuschließen, haben wir nach dem Marsch gegen Fortuna Düsseldorf zwei Wochen zuvor das altbekannte Motto „Unterrang weiß – Oberrang blau“ ausgerufen. Die passend zu diesem Anlass produzierten Shirts reihten sich perfekt in die übrigen weißen und blauen Dresse ein und erzeugten eine Basis für die geplante und lange vorbereitete Choreografie. Mit blauen und weißen Pappen wurde auf der Gegengerade ein klassisches Sonnenmuster erzeugt, davor zogen wir über eine Netz-Seil-Konstruktion das Motiv des „Kaiser im Revier“ hoch. Zwei große Blockfahnen mit dem entsprechenden Schriftzug in Nord- und Südkurve rundeten das Gesamtbild ab. Die dazugehörigen Bilder sprechen für sich. Begleitet wurde die Choreo durch den älteren Gassenhauer „Schalke seit 1904, bist du der Kaiser im Revier“. Das Lied kam gut durch, leider war es auch das einzige Lied am heutigen Tage, das im „Regelbetrieb“ ordentlich über die Lippen ging. Alle weiteren Lieder in den folgenden 90 Minuten wurden zwar nicht zwingend halbherzig, aber mit fehlendem Feuer vorgetragen, sodass die Stimmung eher 08/15 wirkte. Aber ehrlich gesagt, scheiß mal drauf. Ja, natürlich hatte man über die Saison das ein oder andere kleinere Stimmungstief und ja, 100% ist immer der Mindestanspruch an jeden einzelnen, heute durften wir aber auch einfach mal genießen. Eine gelungene Choreo, eine unerwartet geile Saison und einen mehr als versöhnenden Abschluss. Prost und Glück auf!

Nach dem Spiel feierten wir selbstverständlich noch einige Zeit mit der Mannschaft, die es sich hochverdient hat. Die anschließende kleinere „Meisterfeier“ auf dem Platz war dann aber leider, auch aufgrund des Rahmenprogramms und der eingeladenen Künstler, mehr schlecht als recht.

Gegner

Für die Braunschweiger war auf der Gegenseite noch alles möglich. Vom direkten Abstieg bis hin zum Klassenerhalt konnte, je nach Konkurrenzergebnissen, alles passieren. Der zeitig angereiste Gästeanhang legte jedoch von Beginn an gut los und ließ sich von der eigenen Tabellensituation offensichtlich nicht sonderlich beeinflussen. Für uns wirkte der Support über weite Strecken solide, ohne großartige Ausreißer nach oben oder unten. Trotz des schlussendlichen 1:0-Sieges unseres S04 sicherte sich der BTSV den Klassenerhalt. Was nach einem versöhnlichen Ende klingt, negierte die Fanszene mit einem Spruchband nach Spielende. Hier muss über die Sommerpause scheinbar Aufräumarbeit geleistet werden.

Freunde

Der Abschnitt für unsere Freunde schreibt sich über die Saison hinweg immer recht schnell, ist jedoch weder selbstverständlich noch könnte man hier auch nur annähernd die Worte finden, die jeder Einzelne, der uns in dieser Saison unterstützt hat, verdient. Ihr wart da, als wir fast am Boden lagen, ihr wart da, als wir kämpfen mussten, ihr wart da, als wir feiern durften. Diese gemeinsamen Momente sind genau das, was unsere Freundschaft ausmacht, was jeder Einzelne in den Stunden in der Kurve erlebt hat und was für immer bestehen bleibt.

Vielen Dank nach Nürnberg.
Vielen Dank nach Enschede.
Vielen Dank nach Skopje.
Vielen Dank nach Salerno.
Vielen Dank nach Mönchengladbach.
Vielen Dank nach Paris.

FC Gütersloh e.V. – FC Schalke 04 e.V. 2:1 (1:0)

Ein fast schon obligatorischer Testspielgegner wartete zum Auftakt der Vorbereitung auf unsere königsblauen Aufsteiger. Mit dem FC Gütersloh kreuzte man in den letzten vier Jahren bereits dreimal die Klingen, was möglicherweise auch an einem gemeinsamen Sponsor beider Vereine liegen könnte.

Mit der Vorfreude, die Sommerpause endlich ad acta legen zu können, wurde sich mit einer Autobesatzung auf den Weg nach Ostwestfalen gemacht. Für Gesprächsstoff sorgte das am Morgen des Spieltags vorgestellte Ausweichtrikot. Dieses kommt in einem Neongrün daher und stieß in unserer Runde nicht unbedingt auf Begeisterung. Bleibt zu hoffen, dass wir nicht allzu häufig damit auflaufen müssen.

Im Stadion angekommen trafen weitere bekannte Gesichter ein, mit denen der Kick verquatscht wurde. Auf dem Platz merkte man, dass die Gütersloher schon etwas weiter in ihrer Vorbereitung auf die Regionalliga-Saison waren. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitgehend in der ersten Halbzeit. Kurz vor der Pause musste Kurucay mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden, ehe der FCG mit der letzten Aktion der ersten 45 Minuten das 1:0 erzielte.

Die zweite Hälfte kam mit ein wenig mehr Torchancen daher, allerdings gehörten diese auch zum Großteil dem Gastgeber, der nach einem katastrophalen Fehlpass von Kevin Müller auf 2:0 stellen konnte. Für die Blauen traf Aouchiche mit einem schönen Freistoß in die Torwartecke. Kurz vor Schluss parierte Müller noch einen Elfmeter. Schlussendlich blieb es aber bei der 2:1-Niederlage.

In Anbetracht der frühen Phase der Vorbereitung sollte man das Ergebnis allerdings nicht zu hoch hängen.

Erzgebirge Aue – FC Schalke 04 2:4 (0:2)

Testspiel in Aue. Klingt erstmal nicht besonders spannend. Für jemanden, der aber mit den Fanzines der Nuller-Jahre aufgewachsen ist, dem wurde die Legende
rund um den Nudeltopf, der im malerisch gelegenen Aue serviert werden soll, förmlich eingebläut.

Gut 18 Jahre später ist das Stadion zwar inzwischen neu gebaut und der Nudeltopf soll eigentlich nicht mehr so gut sein und dennoch hatte ich mich gefreut, als das Testspiel angekündigt wurde. Es ist dabei nicht mal das erste in den letzten Jahren dort, aber da ich bei den vergangenen Spielen verhindert war, wurde diesmal fix eine Autobesatzung mit weiteren Interessierten zusammengestellt.

Der Plan war schnell erstellt: Nach der MV am Vortag direkt los und die Nacht in Karlsbad in Tschechien verbringen. Da die MV aber doch etwas länger dauerte, planten wir noch währenddessen um und fuhren nur bis Bamberg, um dort noch etwas vom Abend zu haben. Schließlich sollte die erfolgreiche MV noch gebührend gefeiert werden.

Die Äuglein waren nach den vielen fränkischen Bieren dementsprechend klein, als sich am nächsten Morgen die fünf müden Kadaver für die letzten Kilometer auf ins Erzgebirge machten. Die Mitfahrer, die dann eingepennt sind, haben allerdings was verpasst, denn die Fahrt war durchaus schön, wir durchquerten gefühlt die gesamte fränkische Schweiz und hatten durchweg einen wunderbaren Ausblick.

Irgendwann wurde die fränkische Schweiz zum Erzgebirge und die letzten Kilometer, die durch Hügel und kleine Dörfer bis direkt vor den Gästeblock führten, waren dann irgendwie doch etwas verstörend. Wer hier aufwächst, der steht nun wirklich nicht auf der Gewinnerseite des kosmopolitischen Lebens. Die Ordner schienen mit dem Tunnel im Ohr geboren zu sein und überhaupt wirkte das alles vollkommen aus der Zeit gefallen.

Gefallen bzw. zusammengefallen waren auch die Gesichter der anderen aus der aktiven Szene. So richtig konnte niemand für sich erklären, warum man sich diesen Kram antut. Die meisten waren dabei auf der Anreise ins Trainingslager und nahmen dann als Allesfahrer natürlich auch dieses Spiel mit. Im Block überraschte dann doch etwas, wie voll dieser war. Im Vorverkauf wurden noch erstaunlich wenige Tickets abgesetzt, so war er nun doch ziemlich gefüllt. Aus Gelsenkirchen kamen dabei allerdings die allerwenigsten und vor allem die sogenannten „Umlandfans” machten den Großteil aus. Diese versuchten sich auch ab und an für etwas Stimmung zu sorgen, was aber eher als unangenehm bezeichnet werden kann. „BVB Hurensöhne“ ist bei so einem Spiel dann doch etwas sehr unpassend.

Ansonsten plätscherte das Spiel vor sich hin. Schalke siegte mehr oder weniger souverän und die Heimkurve trat natürlich auch nicht groß in Erscheinung. Ein vermeintlicher Mob der Heimszene wurde vor dem Spiel noch von einer Autobesatzung zufällig gesichtet, aber die geschätzt 50-60 Leute hatten bei so einem Spiel natürlich auch keinen Bock auf groß Tamtam im Stadion. Genauso wenig Bock hatte ich auf die riesige Masse im Nudeltopf und verzichtete doch dankend. Wie ich im Nachhinein hörte, habe ich aber auch nichts verpasst.

Kurz vor Abpfiff verabschiedeten sich dann auch die meisten aus dem schönen Tal und machten sich wahlweise auf den Weg nach Österreich oder wie mein Auto zurück in die Heimatstadt. Ich wurde dabei am nächsten Bahnhof rausgeschmissen, denn ich sollte erst am nächsten Tag mit dem Zug weiter ins Trainingslager reisen.

Trainingslager 2026

Ich verbrachte die Nacht in Leipzig und stieg am nächsten Morgen ausgeschlafen in den Zug der Familie zu. Wer nun kurz stockt, dem sei gesagt, keine Sorge, das wird nun kein reiner Bericht aus Sicht eines Familienurlaubs, sondern ich versuche alle Seiten der Reisegruppen mit aufzunehmen.

Zum zweiten Mal schlug der Verein seine Zelte in Neustift im Stubaital auf. Die Berichte aus dem letzten Jahr waren dabei allesamt positiv, so dass auch ich mich in diesem Jahr auf den Weg machen wollte. Überhaupt war in diesem Jahr schon fast ein kleiner Hype um das Trainingslager und fast 3.000 Schalker bevölkerten das Tal nahe dem Brenner. Unterkünfte gab es in den vielen Dörfern genügend, doch die richtigen Trainingslager-Profis quartierten sich natürlich alle fußläufig zum Trainingsplatz ein. Während der Großteil die Abende zusammen in der Kneipe der Wahl verbrachte, wanderte ich mit den Kindern über die verschiedenen Berge im Umkreis. Beides ist definitiv zu empfehlen, die Wirte waren wie schon im letzten Jahr fast immer entspannt und kommunikativ und die Wanderwege sind gleichzeitig komplett auf Familien ausgelegt. Jeder war also auf seine Weise zufrieden.

FC Schalke 04 e.V – FK Metalist Charkiw 0:2 (0:0)

Das letzte Bier war am Trainingsplatz geradeso ausgetrunken, folgte auch schon das erste Testspiel. Westlich von Innsbruck wartete Metalist Charkiw als erster Gegner auf unsere Aufsteiger. Der Sportplatz Kematen hatte bis auf eine kleine Tribüne zwar keinen großen Ausbau, konnte aber mit einer riesigen Felswand hinter dem Platz überzeugen. Das war schon ein ganz besonderes Panorama. Die Organisation lief ebenfalls hervorragend. Die durstigen Kehlen brauchten zwar Wertmarken, um Getränke zu kaufen, dies ging aber alles extrem schnell vonstatten. Die Sonne knallte und das Bier schmeckte um so besser. Große Abzüge in der B-Note gab es allerdings für die Tatsache, dass es Kleinkindern, die noch nicht selber laufen konnten, untersagt wurde den Platz zu betreten äh zu bekrabbeln. Selbst auf dem Arm der Eltern oder im Kinderwagen wurde der Zutritt untersagt. Da kann man noch so viel von „was ist, wenn es eine Massenpanik gibt“ erzählen, das ist einfach kompletter Käse. Glücklicherweise konnte die Fanabteilung etwas vermitteln, ein paar Eltern mussten aber am Ende mit ihren Kindern dennoch draußen bleiben.

Im Stadion ein ähnliches Bild wie schon am Trainingsplatz, es war unglaublich, wie viele Schalker ihre Zaunfahnen mitgebracht hatten. Ist jetzt an sich auch nicht die größte Kunst, aber das waren deutlich mehr als bei normalen Auswärtsspielen in der Liga.

Die Mannschaft konnte in praller Sonne einen 2:0-Sieg erreichen und für die Schalker Massen ging es zurück ins Stubaital.

Gerade vom Testspiel erholt, folgte am Donnerstagabend das kleine Highlight „Musikfest“ in Neustift. Es ist schon fast süß zu sehen, wie viel Mühe sich die Dorfbewohner geben, um im Ort kleine Highlights zu schaffen. Das Musikfest hat als Zielgruppe wohl eher die Menschen jenseits der 60, was aber niemanden, auch nicht aus der aktiven Szene, davon abhielt, bei diesem Ereignis aufzukreuzen. Es entwickelte sich die komplette Eskalation und glückliche Gesichter bei der feiernden Meute. Wirte und Vermieter waren sicherlich nicht von allen Geschichten begeistert, aber auch hier hielten sich die Beschwerden in Grenzen und man bemühte sich um Kommunikation und einfacher direkter Klärung. Kein Vergleich zu den Jammerlappen aus Mittersill. Im Gegenzug ließen 3.000 Schalker gerne jede Menge Kohle in der Gemeinde.

Am Freitag hieß es ausruhen. Ein paar Unentwegte wussten mit ihrer Langeweile nichts anzufangen und zauberten noch etwas Farbe auf ein paar Wände im Stubaital. Aus Zeitungsberichten ist zu entnehmen, dass die Farbe wohl leider schon wieder verschwunden ist, aber man sich auf ein „das gehört halt dazu“ einigen kann. Dennoch schade, denn die Bilder konnten sich im Naturpanorama durchaus sehen lassen.

FC Schalke 04 e.V. – Fagiano Okayama FC 3:1 (2:1)

Zum Abschluss des Trainingslagers wurde nochmal getestet. Der Gegner hieß Fagiano Okayama und gespielt wurde in Schwatz in der Silberstadt Arena. An sich ein richtig nettes Ding für so ein Testspiel, allerdings kein neuer Ground, da im letzten Jahr bereits hier aufgedribbelt wurde.

Vorweg gab die Fanabteilung die Park-Empfehlungen heraus. Das Parkhaus direkt am Stadion sollte eh voll sein, daher war frühzeitig das Parken an der Bundesstraße angesagt. Als ich kurz vor Anpfiff ankam, war hier aber schon alles restlos belegt und mir schwante Böses. Aber wie es manchmal so ist, haben sich alle an die Fanabteilung gehalten und niemand hat das Parkhaus überhaupt erst angesteuert. Hier konnte entspannt und umsonst einer der freien Plätze genommen werden und man war direkt am Haupteingang. Klasse.

Während die Spieler trotz des Trainingslagers überraschend agil auf dem Feld wirkten, konnte man dies vom Schalker Anhang nicht behaupten. Die letzten Tage und der damit verbundene Konsum steckten da doch ziemlich in den Knochen und der Bierstand wurde nur halbherzig bevölkert. Einige komplett bekloppte sind tatsächlich nur zu beiden Spielen angereist, also zwei Mal hin und zurück. Verrückt.

Schalke zeigte ein gutes Spiel und konnte am Ende einen 3:1-Sieg holen. Lediglich die Verletzung von Gantenbein trübte etwas den Tag.

Den Weg zurück nach Neustift traten nicht mehr alle an. Für viele ging es bereits direkt nach dem Spiel ins Ruhrgebiet und für den anderen Teil zur Blau-Weißen Nacht in Neustift.

Wir hatten mit dem Wetter in der Woche wirklich außerordentliches Glück, erst pünktlich zur Blau-Weißen Nacht öffneten sich erstmals die Wolken. Ein Sturzregen, der sich gewaschen hatte. Parallel näherte sich eine Gewitterzelle.

Dem Verein blieb nichts anderes übrig, als die Veranstaltung abzusagen. Mich persönlich juckt die Blau-Weiße-Nacht jetzt eh nicht groß, aber das Verhalten einiger Schalker ist dann an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Tillmann und Baumann wurden fleißig bepöbelt, als ob man auf irgendwas da Anrecht hatte. Wirklich unterirdisch. Überhaupt ist es manchmal nur schwer zu ertragen, wie manche Menschen am Trainingsplatz die Spieler belagern und mit einer Selbstverständlichkeit vereinnahmen, um sich ne Sprachnachricht für Onkel Willi zu besorgen. Schlimm.

Alle, die Geduld bewiesen haben, bekamen im Laufe des Abends, als der Regen weniger wurde, doch noch die Mannschaft zu Gesicht und auch Baumann und Mulder mischten sich für ein paar Stunden unter die Fans und die Verbliebenen nutzten die Chance auf einen unverkrampften Plausch.

Alles in allem wieder eine großartige Zeit im Stubaital.

Kasseler Sportverein Hessen e.V. – FC Schalke 04 e.V. 0:5 (0:2)

Eine schöne, altehrwürdige, aber mehrfach modernisierte Schüssel mit Tartanbahn und markanten Flutlichtmasten, die trotzdem nichts von ihrem besonderen Charme verloren hat – dazu ein Gegner, gegen den wir ewig nicht gespielt haben und den ich zum ersten Mal live erleben durfte. Für mich war es daher das Highlight der gesamten Sommervorbereitung. Das letzte Mal, als Schalke in Kassel gastierte, war 2004 bei einem Testspiel. Der Verein hat eine bewegte Vergangenheit. In den 1980er-Jahren trafen unser S04 und der heutige Regionalligist noch in der 2. Bundesliga aufeinander. Damals verpasste der KSV sogar mehrfach nur knapp den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Die Gründe für den späteren Niedergang waren vielschichtig. Die damaligen Verantwortlichen wirtschafteten über ihre Verhältnisse, häuften Schulden an und mussten aufgrund fehlender Einnahmen schließlich mehrere Insolvenzen anmelden. Daraus resultierten Abstiege und ein nachhaltiger sportlicher Rückschlag. 1998 erreichten die Nordhessen ihren absoluten Tiefpunkt. Nach einer erneuten Insolvenz musste sich der Verein neu gründen und fortan in der Kreisliga A antreten. Über die Jahre kämpfte sich der KSV bis in die Regionalliga zurück, in der er bis heute spielt. Die große Zuschauerbindung riss selbst in den schwierigsten Zeiten, bis heute, nie ab.

Mit einer Zweierbesatzung im Auto bestritt ich die Fahrt Richtung Hessen. Nachdem wir am Messegelände geparkt hatten, machten wir einen kleinen Fußmarsch, vorbei an der wirklich schönen Fulda, zum Auestadion. Dort angekommen wandelte sich meine vorherige Begeisterung erst in eine gewisse Skepsis und später ins absolute Unverständnis. Am Gästeeingang gab es einen Stand, bei dem rotes und weißes Konfetti verkauft wurde, womit sich zahlreiche Schalker eindeckten. Vor Spielbeginn spielte Arnd Kotlenga von The Florians gemeinsam mit einer Bergmannskapelle eines lokalen Sponsors „Königsblauer S04”. Noch absurder wurde es, als zwei Fallschirmspringer jeweils mit Fahnen beider Vereine den Spielball mit einem Sprung über das Stadion aufs Feld brachten. Was eine Scheiße alles, diese ganze Eventisierung des Sports, wie der Heimverein das hier als Marketingstrategie für maximale Medienaufmerksamkeit, Sponsorenpräsenz und Imagegewinn durchgezogen hat, kotzt mich einfach nur an. Mein persönliches Highlight unserer Testspielanhängerschaft passierte passend zum Anpfiff der Partie. Plötzlich schossen unzählige Blau-Weiße im Gästeblock das rote und weiße Konfetti in die Luft. Besser konnte es nun wirklich nicht werden.

Die heimische Fanszene machte ebenfalls ihren Unmut über die besagte Eventisierung der handelnden Personen während des Spiels mit einigen Spruchbändern deutlich. So hieß es: „Identität wolltet ihr stiften, Fremdscham habt ihr ausgelöst”, „Werbung für den regionalen Fußball? Knapp(en) am Ziel vorbei…”, „Schneller zurück in die Regionalliga als der KSV in die Öffentlichkeit”, „Königsblau war gestern – morgen ist wieder Löwenblau”, „Marketingabteilung: Sponsorenwillkür entschieden entgegentreten!”, „Herzlich willkommen allen Nordhessen zum Heimspiel des FC Schalke 04” und „Im Auestadion nur der KSV”. Optisch und akustisch war die aktive Fanszene während des Spiels ansonsten nicht präsent. Das Spiel dominierte der S04 und gewann mit 5:0. Es hätten durchaus mehr Tore fallen können, denn unsere Königsblauen hatten noch viele weitere Chancen. Negativ zu erwähnen sind leider die Verletzungen unseres Neuzugangs Gosens und von Ljubicic. Bei Ljubicic war es nur ein kleiner Aufprall, während es bei Gosens zunächst ernster aussah. Das Spiel war restlos ausverkauft, die Stadionsprecher sprachen von 18.737 Zuschauern, doch es waren deutlich mehr da, weil bei den Einlasskontrollen nur sporadisch die Tickets gescannt wurden. Gegen einen eher kleineren Gegner war das bislang gefühlsmäßig Schalkes beste Leistung. Ich bin gespannt, wie sich das Team gegen die kommenden Gegner Atalanta Bergamo und Real Madrid schlagen wird, schließlich agieren beide Klubs in ganz anderen Sphären.

FC Schalke 04 e.V. – Atalanta Bergamo Calcio S.p.A. 0:3 (0:2)

Was auf Schalke aktuell los ist, beschreibt sehr gut, was der Verein für die Leute bedeutet. Die Fakten sprechen für sich: 59.000 verkaufte Karten für ein Testspiel gegen Atalanta Bergamo, nur um danach die Woche noch einen draufzusetzen und das Testspiel gegen Real Madrid innerhalb kürzester Zeit komplett auszuverkaufen. Nachdem in den gängigen sozialen Medien immer mal wieder Videos italienischer Ultras auftauchten, welche ihre Mannschaften zu europäischen Testspielen verfolgten, und wir auch in den letzten Jahren im Trainingslager immer mal wieder italienische Ultras begrüßen durften, hoffte ich, dass die Ultras aus Bergamo vielleicht wie bei ihrem EL Spiel gegen Donezk erneut in Gelsenkirchen auftauchen würden. Übel kann man es ihnen nicht nehmen, dass sie es nicht taten. Im Rahmen der Saisoneröffnung gastierten die Italiener also wieder bei uns und viele freuten sich unter anderem auf die Rückkehr von Seo. Wie in den letzten Jahren auch, waren wir als Gruppe auf der Saisoneröffnung mit einem Stand vertreten, um Spenden für unsere sozialen Projekte zu sammeln. Dieses Jahr verlosten wir unter anderem match-worn Trikots aus der letzten Saison und konnten im Verlauf des Tages eine Summe von 21.328,32 Euro erzielen. Vielen Dank dafür!

Wie bei Testspielen üblich, verquatscht man sich mit seinen Leuten und bekommt das Spiel eher weniger mit. Die neu aufgestellte Mannschaft machte ihren Job jedoch ganz gut, wenn auch nicht klar war, inwieweit Bergamo mit angezogener Handbremse spielte. Offensichtlich war jedoch, dass vor allem vorne noch ein wenig Bedarf besteht, das war schon mau. Seo wurde bei seiner Einwechslung und erneuten Rückkehr auf Schalke gebührend gefeiert, und betonte im Anschluss an die Partie zum wiederholten Male die Bedeutung des Vereins für ihn.

FC Schalke 04 e.V. – Real Madrid CF 0:3 (0:2)

Die diesjährige Sommervorbereitung sollte mit einem richtigen Knaller enden: Anlässlich des 25. Jahrestags unserer Arena lotsten die Verantwortlichen niemand Geringeres als Real Madrid aufs Berger Feld. Müßig zu erwähnen, dass die Madrilenen sich das Antreten auf Schalke fürstlich entlohnen ließen und auch die geschaltete Bandenwerbung, einer der Hauptsponsoren von Madrid, war sicherlich nicht zufällig.

Wenn es also nach Angehörigen der Fanszene Hannover geht, dürfte es bei einigen Mitgliedern unserer Gruppe wegen der Frage, ob sie den Schalkern oder dem spanischen Rekordmeister die Daumen drücken sollen, zu Identitätskrisen gekommen sein. Aber zurück zu den wichtigen Dingen. Wahrscheinlich wurde ein Testspiel noch nie so gehypt wie dieses – und so konnte in Rekordzeit „ausverkauft“ vermeldet werden.

Natürlich schossen mir sofort die Erinnerungen aus den Champions-League-Jahren 2014 und 2015 in den Kopf. Vor allem der 4:3-Sieg im März 2015 bleibt unvergessen, auch wenn zum Weiterkommen damals ein Treffer fehlte. Da ich diese Momente allerdings nur als Kröte mit Papa auf dem heimischen Sofa erlebte, freute ich mich nun auch, ein Spiel der Königlichen gegen unsere Königsblauen im Stadion zu sehen.

Die Partie zog logischerweise auch viele Real-Fans – oder solche, die es gerne sein wollen – aus der Umgebung an. So drückten bestimmt zehn Prozent im Stadion den Madrilenen die Daumen. Aber auch in unseren Reihen fand das Spiel großen Anklang und man sah doch das eine oder andere Gesicht, das üblicherweise kein Stammgast bei Testspielen ist.

José Mourinho schickte sein Starensemble aufs Feld, gegen das unsere Mannschaft zum Start der Partie eigentlich ganz gut mithalten konnte. Ein haarsträubender Fehlpass von Schallenberg in den Lauf von Mbappé sorgte dann aber schon in der sechsten Minute für das 0:1. Danach wurde die Überlegenheit von Real deutlich. Sie ließen einige Chancen liegen, bevor die Kugel 14 Zeigerumdrehungen später nach einer Ecke erneut in unserem Netz lag. Dies stellte auch den Halbzeitstand dar.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde auf beiden Seiten kräftig gewechselt und unter anderem Mbappé hatte Feierabend. Für ihn kam das Sturmtalent Espí, der in der 57. Minute zum 0:3 einköpfte. Im weiteren Verlauf merkte man, dass Real ein paar Gänge zurückschaltete. Dadurch ergaben sich ein, zwei Möglichkeiten für unsere Elf, die allerdings ungenutzt blieben. Ein sehr starkes Spiel machte Timo Becker, der Vinícius Júnior über die gesamte Spielzeit im Griff hatte.Der Traum bleibt, solch hochkarätige Gegner irgendwann auch wieder bei Pflichtspielen auf Schalke begrüßen zu dürfen!

Hallescher FC e.V. – FC Schalke 04 e.V. 2:5 n.V. (2:2) (0:1)

Vor dem Spiel

Anders als in den letzten Jahren war die erste Pokalrunde diesmal gleichzeitig auch der Saisonstart für Königsblau. Die Auslosung ergab, wie in der vergangenen Spielzeit, einen Gegner aus dem Osten Deutschlands. Dank der hiesigen Medienanstalten durfte der königsblaue Tross die Reise an einem Montagmittag antreten.

Die Anreise gestaltete sich ereignislos, bis kurz vor Halle einer unserer Busse meinte, rumzicken zu müssen. Die letzten Kilometer absolvierte man im Stop-and-Go-Verfahren. Dennoch erreichten wir frühzeitig das „neue“ Kurt- Wabbel-Stadion. Die alte Schüssel wurde 2010 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die alten Außenmauern und Torbögen wurden Dank des Denkmalschutzes erhalten und so hatte das Stadion doch einen gewissen Charme.

Nordkurve Gelsenkirchen

Kurz vor Anpfiff zeigten wir ein Spruchband zur überregionalen Aktion gegen den VAR: „Heute: Fussball wie er sein sollte – VAR dauerhaft abschaffen!“ Ausführliche Infos dazu findet ihr auf www.ultras-ge.de.

Wir starteten mit einem neuen Lied in die Saison. Dieses wurde bereits gut angenommen und hat Potential für die Zukunft. Erstmals Gehör verschafften wir uns mit „Um die halbe Welt“ nach rund 10 Minuten. Ansonsten wechselten sich gute Phasen mit weniger guten ab. Generell hatten wir aber immer eine passable Mitmachquote und immer mal wieder wurde die ein oder andere Fackel zur Unterstützung angerissen. Mitte der ersten Hälfte solidarisierten wir uns mittels Spruchband mit unseren Freunden aus Nürnberg. UNBEUGSAME ULTRAS! Hintergrund waren eingetroffene Stadionverbote. Unsere Mannschaft tat sich ähnlich wie gegen Lok Leipzig im Jahr zuvor schwer und musste kurz vor dem Pausenpfiff gar den Rückstand hinnehmen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde mit einer ansehnlichen Schalparade der „Königsblaue S04“ besungen. Im weiteren Verlauf konnten wir gerade bei Hüpf- und Klatscheinlagen eine ordentliche Lautstärke erreichen, welche wie in Halbzeit eins bereits immer mal wieder von Fackeln begleitet wurden. Es muss nicht immer der ganze Block erleuchten, manchmal reicht auch eine Fackel, um das Feuer zu entzünden. Unsere Elf riss sich auch am Riemen und konnte das Spiel drehen. Man sah sich bereits auf dem Rückweg, als der HFC kurz vor Schluss noch den Ausgleich erzielen konnte.

In der Verlängerung ließen sich unsere Mannen aber nicht lange bitten und so konnte am Ende noch ein klarer Sieg eingefahren werden. Es hätte aber sicherlich kein Schalker was dagegen gehabt, wenn man dies in den 90  Minuten bereits erreicht hätte.

Im Großen und Ganzen ein solider Anfang der Saison, aber mit Luft nach oben.

Gegner

In der Heimkurve wurde an diesem Tag aus Protest gegen die Anstoßzeit auf Tifo und Zaunfahnen verzichtet. So hing über die gesamte Länge des Zauns das ganze Spiel über ein Protestbanner „Geträumt vom Spiel der Saison. Erwacht am Montag 20:45. Fickt euch!“ Geschlossenheit wurde demonstriert, indem nahezu die gesamte Kurve dem Aufruf gefolgt ist, in Rot zu erscheinen. Ebenfalls beteiligte man sich per Spruchband an der Initiative gegen den Videobeweis. Während der Partie war die Heimkurve immer mal wieder zu vernehmen, was aber größtenteils dem Dach geschuldet war. Beim Blick auf die Aktivität zeigte sich, dass oftmals nur der mittlere Bereich mitzog. Bei einer kleinen Tribüne wie in Halle, hat man da sicherlich eine Quote von nahezu 100 Prozent erwartet. Zu Beginn der Verlängerung wurden über dem Zaun noch einige wenige Schalke-Fan-Shop Artikel präsentiert. Sowohl der Zeitpunkt der Präsentation wie auch das präsentierte Material sorgten auf unserer Seite hingegen für Kopfschütteln.

Nach dem Spiel

Der Rückweg gestaltete sich ähnlich ruhig wie der Hinweg. Zwischendurch wurde ein Bus ausgetauscht, da dieser wie erwähnt auf der Hinfahrt Probleme machte. In den frühen Morgenstunden hatte uns der Kohlenpott wieder und so ging es für die einen ins Bett und für die anderen auf Maloche.

Freunde

Vielen Dank nach Mönchengladbach für die Unterstützung!

Gegnervorstellung Hallescher FC

Die Saison startete direkt mit einem für die meisten Schalker neuen Gegner. Das letzte Mal musste der FC Schalke in einem Benefizspiel während einer Länderspielpause 2005 in Halle ran. Eine Pflichtspielbegegnung gab es zuvor noch nie. Der Hallescher Fußballclub e.V. entstand 1966 aus einer Ausgliederung aus der SG Chemie Halle und trug noch bis 1991 den Namen Hallescher FC Chemie, dessen Namen und altes Wappen die ansässige Fanszene bis heute benutzt. Seine Heimspiele trägt der HFC im knapp 15.000 Zuschauer fassenden Kurt-Wabbel-Stadion aus. Das Stadion liegt charmant im Wohngebiet gelegen und empfängt die Fans an der denkmalgeschützten Außenmauer der alten Spielstätte, an deren Standort abgerissen und neu gebaut wurde.

Den größten sportlichen Erfolg hatte der HFC 1970/71 mit dem dritten Platz in der DDR-Oberliga und der damit verbundenen Qualifikation für den UEFA-Pokal. Die Bilanz dort ist mehr als tragisch. Am Vorabend des Rückspiels gegen PSV Eindhoven kam es zu einem Hotelbrand, in dessen Folge einzelne Spieler verletzt wurden und einer der Spieler sogar ums Leben kam, was den Rückzug aus dem Wettbewerb zur Folge hatte. 1991 qualifizierte man sich erneut für den UEFA-Pokal und scheiterte dort in Runde eins gegen Torpedo Moskau. Seit 1994 gewann der HFC zudem insgesamt 13 mal den Landespokal Sachsen-Anhalt. Das letzte Mal Profifußball-Luft schnupperte der Verein in der Saison 2023/24, nachdem man nach zwölf Jahren 3. Liga in die Regionalliga abstieg.

Rechtsform:

Der HFC firmiert als eingetragener Verein und zählt 4.000 Mitglieder, womit er auf Platz 8 in den neuen Bundesländern liegt.

Fanszene:

Die aktive Fanszene des Vereins steht in der HFC-Fankurve, die diese Saison 15 Jahre feiert, angeführt von der Gruppe Saalefront Ultras. Die 2000 gegründete Gruppierung wurde zum Beginn der Saison 2014/15 als Reaktion auf Pyro-Vorfälle im vorigen Landespokalfinale gegen den 1. FC Magdeburg von der Vereinsführung ausgeschlossen und sämtliche Gruppensymbole im Stadion verboten. Am elften Spieltag besagter Saison trat die Gruppe hingegen wieder offiziell mit ihrer Heim-Zaunfahne im Stadion auf. Weitere Gruppen sind die Nachwuchsgruppe Sektion 19, sowie Surreale Ultras, Coesa per Sempre und einige lokale Sektionen, um nur ein paar zu nennen.

Auch die Fanlandschaft des HFC hat eine Rassismus-Thematik, die zuletzt bei einem Testspiel im Juli 2026 gegen Energie Cottbus im Spielabbruch endete.

Freundschaften:

Freundschaften pflegt man zu Anhängern des 1. FC Lokomotive Leipzig und vom FC Rot-Weiß Erfurt sowie zu Újpest Budapest.

Feinde:

Größter Rivale der Hallenser ist der 1. FC Magdeburg. Besonders belastet wurde das Verhältnis durch den Tod des FCM-Anhängers Hannes Schindler im Jahr 2016 nach einer Begegnung mit einer HFC-Fangruppe. Die genauen Umstände seines Sturzes aus einem fahrenden Zug wurden nie abschließend geklärt und die dahingehenden Ermittlungen 2017 eingestellt. Eine direkte Schuld der in dem Zug befindlichen HFC-Fans konnte offiziell nicht festgestellt werden. Weitere Antipathien pflegt man gegenüber dem FC Carl Zeiss Jena und der BSG Chemie Leipzig.

FC Augsburg 1907 GmbH & Co. KGaA – FC Schalke 04 e.V. 3:0 (1:0)

Vor dem Spiel

Da war es also gekommen, das erste Bundesligaspiel des S04 nach über drei Jahren. Die Herren der DFL bewiesen ein klasse Händchen und schickten uns zur besten Fußballzeit am Sonntagabend um 17:30 Uhr nach Augsburg. Da merkt man doch direkt, dass man zurück im Oberhaus ist. Der gemeine Schalke-Fan auf dem Sofa wird so natürlich auch direkt wieder ins DAZN-Abo gelockt. Die verrückten Blau-Weißen sind zurück und der Rubel soll rollen. Schauen wir mal, wie oft wir ohne Europacup-Teilnahme an einem Sonntag antreten dürfen.

Alles lamentieren hilft nix. Unsere königsblauen Jungs spielen, also ab in den Bus und die Tour ins tiefe Bayern abspulen. Das dachte sich ein ordentlicher Haufen der aktiven Szene und fuhr pünktlich los in Richtung Freistaat. Angekommen am Busparkplatz, ging es bei angenehmen Temperaturen direkt ins Stadion. Vermisst hat man die Schüssel im Puppenland wahrlich nicht.

Nordkurve Gelsenkirchen

Einsingen und auch ins Spiel hinein gab es, wie schon im Pokal, unser neues Lied „Samstag, am Wochenende…“ auf die Ohren. Da kam schon ordentlich Lautstärke aus dem Block. Die Nordkurve kam vernünftig ins Spiel rein und konnte einige Ausrufezeichen setzen. Der Gästesektor sowie die angrenzenden Blöcke waren gut aufgelegt und angetrieben von vier Vorsängern gab es ordentlich Bewegung und Hände in der Luft zu sehen. Der Steher war oft bei nahezu 100 Prozent Mitmachquote. Durchaus zufriedenstellend. Auf dem Platz war es ebenfalls ein solides Spiel unserer Mannschaft in Halbzeit eins. Leider ließ man sich bei langen Bällen des Öfteren überrumpeln und es ging mit einem knappen Rückstand in die Pause.

Zum Start in den zweiten Durchgang musste die Nordkurve erstmal wieder aus dem Quark kommen, was gut gelang. Durch eine rote Karte in der 62. Minute kam Schalke auf die Verliererstraße, was leider auch eine leichte Lethargie in die Kurve brachte. Diese konnte mit „Von der Elbe bis zur Isar“ gut kompensiert werden. Leider gelang es uns nicht mehr, den Spieß umzudrehen. Die Augsburger nutzten ihre Überzahl und machten den Deckel mit dem 2:0 und schlussendlich 3:0 drauf.

Mund abputzen, weiter geht’s gegen den Rekordmeister zum Topspiel auf Schalke. Immer weiter, Nordkurve!

Gegner

Nachdem die Szene der Augsburger bei unseren letzten Auftritten stetig Fortschritte gemacht hat, war man gespannt, wie diese sich in den letzten Jahren weiterentwickelt hat. Die Tribüne wirkte durchaus geschlossen und der Tifo-Einsatz war mit einigen Fackeln während des Spiels sehr ordentlich. Von den Gesängen kam kaum was rüber, aber das sah schon ganz gut aus.

Eigentlich hätte man auch eine Choreo auf Seiten der Ulrich-Biesinger-Tribüne bestaunen können. Diese liegt aber wohl im Clinch mit dem Verein, was die Durchführung eben dieser betrifft. Somit sagte die Legio Augusta eine geplante Aktion ab.

Freunde

Vielen Dank an einige Freunde aus Nürnberg für die Unterstützung!

Nordkurve Nürnberg

Aktuelle Lage

Die abgelaufene Saison endete für den FCN nach dem 3:3 in Hannover mit 46 Punkten auf Platz 8.

Sportlich fängt die neue Spielzeit deutlich besser an. Das 3:0 zuhause gegen Dresden sowie der Derbysieg gegen Fürth führten dazu, dass der FCN als Tabellenführer in die erste Pokalrunde ging. Dort drehte man bei Viktoria Köln eine Ehrenrunde durch die Verlängerung und weil es so schön war, zog die Mannschaft von Miro Klose den Sieg erst im Elfmeterschießen. Zwei Euro ins Phrasenschwein: „Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss“.

Vergangenen Samstag gastierte Arminia Bielefeld zum Topspiel im Achteck. Der Glubb verteidigte die Tabellenführung souverän mit 4:1.

Eine optische Aktion für die Sektion Stadionverbot gab es in der Nordkurve zu bestaunen. Im Oberrang war ein großes Spruchband mit den Worten „Gegen alle Stadionverbote“ zu sehen. Der ersten Reihe zeigte man passend dazu die Aufforderung „An unsere Freunde, die vor den Toren stehen: Haltet durch – gemeinsam schlagen wir das System!“. Abgerundet wurde das Bild im rot schwarz roten Hintergrund gezündeten Fackeln.

Die Nürnberger SEK SV hat im Sommer leider großen Zuwachs erhalten, sodass dieses Thema sicherlich die komplette Saison präsent sein wird.

Heute Mittag fand das Auswärtsspiel unserer fränkischen Freunde in Kiel statt.

UNbeugsame Ultras!

1. FC Nürnberg – Dynamo Dresden

Um dem Trubel rund um den Schalke-Tag und den Kirmes-Verrückten zu entkommen, entschloss sich meine Reisegruppe kurzerhand dem Ruf aus Nürnberg zu folgen und das Wochenende dort zu verbringen. Nach Ankunft gegen 21:30 Uhr ging es auf direktem Weg zum besten Smash-Burger der Stadt. Nach der ordentlichen Stärkung ließen wir den Abend bei Wasser und Pfefferminztee ausklingen und strichen zeitig die Segel. Nach einem reichhaltigen Frühstück wurde am Samstag das gute Wetter für Training und Schwimmen genutzt. Das Abendprogramm läuteten wir mit traditionellem Schäufele-Essen ein und schlossen uns anschließend mit weiteren Freunden aus Nürnberg zusammen, um zum Brückenfest zu gehen. Das Brückenfest wird über zwei Tage veranstaltet und komplett ehrenamtlich organisiert. Auf mehreren Bühnen treten internationale Künstler auf, wobei der Fokus eher auf Subkulturen liegt. Abgerundet wurde der erfolgreiche Abend letztlich bei Adana und Ayran.

Am Sonntag war es dann endlich soweit und der Glubb startete mit einem Heimspiel gegen Dynamo Dresden in die neue Saison. Die Vorfreude wurde jedoch durch die in der Sommerpause eingetroffenen Stadionverbote etwas getrübt. Nach Ankunft am Stadion wurde die große Sek SV verabschiedet, ehe es zügig ins Achteck ging. Die Nordkurve Nürnberg startete mit einem schlichten „Max-Morlock-Stadion“-Intro, welches durch ein lautstarkes „seht ihr die Fahnen weh‘n“ untermalt wurde, in die Partie. Durch die frühe Führung durch Zoma konnten in der Anfangsphase regelmäßig die Sitzplätze supporttechnisch mitgenommen werden, ehe die Stimmung etwas abflachte und sich die restliche Halbzeit auf die Stimmungsblöcke beschränkte. Kurz vor der Pause konnte außerdem das 2:0 bejubelt werden…. Oder auch nicht, da es erst nach einer ewig langen Überprüfung des VAR zählte.

Die Kurve konnte die Halbzeitpause zunächst nicht in neue Energie umwandeln und startete etwas träge in die zweite Spielhälfte. Erst nach der Vorentscheidung durch das 3:0 wurde es wieder lauter und auch die Sitzplätze stiegen in die Gesänge ein.

Die Gäste aus Dresden konnten einige optische Akzente in Form von Klatscheinlagen setzen. Ebenfalls wusste die Zaunbeflaggung zu gefallen. Lautstärketechnisch konnten sie allerdings selten im Norden vernommen werden und somit konnten sie nicht an den letzten Auftritt im Max-Morlock-Stadion anknüpfen. Dies ist natürlich auch bedingt durch den eindeutigen Spielverlauf.

Nach Abpfiff wurde die Mannschaft aufgrund des bevorstehenden Derbys ordentlich eingeheizt und der Sieg gefeiert, ehe es zügig wieder Richtung Ruhrpott ging.

SpVgg Fürth – 1. FC Nürnberg

Zum Einstieg zitiere ich doch glatt meinen Bericht zum Auswärtsderby unserer Brüder in der letzten Saison: „Bleibt zu hoffen, dass die Westvorstadt endlich absteigt und in der Versenkung verschwindet.“ Wie wir nun alle wissen, hat sich dieser Drecksverein in der Relegation gegen unsere Nachbarn aus Essen behauptet. Dementsprechend zog es uns am 2. Spieltag erneut zum Auswärtsderby nach Fürth. Ein Spiel, welches bei Ultras Nürnberg mittlerweile nur noch wenig Begeisterung auslöst, aber gleichzeitig mit voller Ernsthaftigkeit angegangen werden muss.

Früh morgens traf man sich, um per Auto nach Fürth zu fahren. Die SEK SV begleitete den Mob erneut zum Stadion und wurde angemessen verabschiedet. Haltet durch, Brüder! Eine Choreo war wie fast immer im Gepäck und sollte vor Toröffnung aufgebaut werden. Währenddessen ließ es sich der restliche Haufen in der Sonne vor dem Stadioneingang gut gehen, andere wiederum verzogen sich in den Schatten. 35 Grad, Frankenderby, Choreos auf beiden Seiten – Fußballherz, was willst du mehr? Leider machten uns die Bullen einen Strich durch die Rechnung, auf Fürther Seite kam es während des Choreo-Aufbaus zu einem unverhältnismäßigen Polizeieinsatz. Daraufhin sagten die Fürther ihre geplante Choreo ab, UN zeigte sich solidarisch und verzichtete ebenfalls.

So gab es zum Einlauf der Mannschaften ein schnell angefertigtes SB auf Nürnberger Seite: „Freiheit für die Kurven – der größte Feind bleibt die Polizei!“ Die Nordtribüne zeigte ebenfalls ein Spruchband: „Die heutige Choreo wird präsentiert von der Polizei Bayern!“.

Das Spiel startete rasant und Fürth war ab der ersten Minute besser im Spiel und direkt gefährlich. So kam es, wie es kommen musste und in der 22. Minute gab es einen Handelfmeter für die Fürther, der zur 1:0 Führung verwandelt wurde. Danach waren die Glubberer wacher und konnten vier Minuten später ausgleichen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. So kamen die Fürther fünf Minuten vor Ende der ersten Hälfte zur erneuten Führung. Eine Minute vorher nahm der scheiß VAR noch ein Tor der Fürther zurück, diesmal zählte es aber. Doch in der Nachspielzeit konnte Nürnberg erneut ausgleichen und ein abgefälschter Ball landete im Kasten. Gute Stimmung zur Halbzeit mit der Hoffnung, diese in den zweiten Durchgang mitzunehmen. Dies klappte auch ganz gut, das frühe 2:3 in der 54. Minute tat sein Übriges. Fürth gab sich noch nicht geschlagen und bekam einen Elfmeter zugesprochen. Diesen konnte Reichert zum Jubel der Glubbfans abwehren. In der 74. machte der FCN den Deckel drauf und stellte die Weichen auf Derbysieg. Die Stimmung im Gästeblock war nun angemessen und auf einem guten Niveau. Tifo und Fackeln überzeugten über das ganze Spiel. Nach dem Spiel wurde der Derbysieg mit der Mannschaft gefeiert und die Sachen zusammen gepackt. Kurz vor dem Parkplatz nahm uns die SEK SV in Empfang und der Derbysieg wurde nochmal kurz zusammen gefeiert. Nach dem Spiel ging es noch ins Lokal und der Tag klang bei Kaltgetränken aus. Der Auftritt der Heimseite bleibt auch dieses Mal nicht in Erinnerung.

Vielen Dank für die Gastfreundschaft! Schalke und der FCN!

VAK-P Enschede

Aktuelle Lage

Die vergangene Saison beendete der FCT mit einer 1:5-Pleite beim niederländischen Meister PSV Eindhoven. Durch diese Niederlage verpasste Twente die Königsklasse und startete dieses Jahr in der zweiten Runde der Europa-League-Qualifikation. Somit war die Sommerpause für die Tukkers relativ kurz. Die Losfee bescherte den Roten ein Duell mit Ferencváros Budapest. Durch ein 1:2 zuhause und ein 2:2 Unentschieden in Ungarn war die Europa-League-Reise noch im Juli zu Ende und Twente rutschte ins Halbfinale der Conference-League-Qualifikation. Hier wurde das Weiterkommen bereits im Hinspiel mit einem 6:0-Heimsieg gegen Dunajská Streda so gut wie perfekt gemacht. Zum Rückspiel findet ihr in dieser Ausgabe einen ausführlichen Reisebericht.

Das Ticket zur Conference League konnte Twente in der Verlängerung in Aserbaidschan gegen Qarabag Agdam ziehen. Auch hier findet ihr im Folgenden einen ausführlichen Reisebericht.

In der Gruppenphase erwarten unsere Freunde in der Veste den FC Thun, Paphos FC und Kairat Almaty. Auf Reisen geht’s für unsere Brüder nach Gibraltar zu den Lincoln Red Imps, nach Dänemark zum Aarhus GF und zum deutschen Teilnehmer SC Freiburg.

Der Ligastart lief für den FC Twente erfolgreich. Mit zwei Siegen aus drei Spielen hat der nächste Kampf um Europa bereits begonnen, wir drücken unseren Freunden die Daumen für eine erfolgreiche Saison in Liga und internationalem Geschäft.

Come on Twente Enschede!

DAC Dunajská Streda – FC Twente Enschede

Halbwegs gespannt verfolgte ich 13 Tage zuvor die Auslosung der 3. Quali-Runde zur Europa Conference League. Twente musste nach der Niederlage in der Europa-League-Qualifikation gegen Ferencváros nun in der Conference League ran – und im Lostopf waren noch einige fußball-exotische Ziele vertreten. Das Los fiel auf DAC Dunajská Streda, gelegen nahe dem Dreiländereck Slowakei/Ungarn/Österreich. Da Dunajská Streda mehrheitlich von Ungarn bewohnt wird, gilt der DAC als Verein der ungarischen Minderheit in der Slowakei. So richtig etwas ausgelöst hat das Los in mir zunächst allerdings nicht.

Das Hinspiel in Enschede konnte Twente mit 6:0 für sich entscheiden. Sportlich hatte das Rückspiel damit zusätzlich jeden Reiz verloren, das Weiterkommen war quasi schon besiegelt. Der innere Abenteuertrieb war aber offensichtlich bereits zu sehr getriggert. Als Argument zur Selbstrechtfertigung reichte schließlich ein simples: „Da kommste halt sonst nicht hin!“ – garniert mit einem „Da waren wir mit Schalke noch nicht!“. Bei der Suche nach Mitstreitern kam mir sehr zugute, dass man in Gelsenkirchen offenbar nicht berufstätig ist und sich so relativ schnell zwei Kurzentschlossene für die Tour fanden. Also rein in die Planung.

Mit dem Auto – eine Strecke elf Stunden – absolut kein Bock. Flüge nach Bratislava – entweder zu teuer oder zu umständlich und damit ebenfalls raus. Unser Weg ans Ziel sollte uns deshalb am Spieltag selbst für einen schmalen Taler von Brüssel nach Budapest und von dort weiter mit dem Zug nach Bratislava führen.

Ein Mitglied unserer Reisegruppe studierte im Vorfeld akribisch die Speisekarten der verschiedenen Zugunternehmen und bestand darauf, nicht den nächstmöglichen, sondern unbedingt den Zug von Ceské dráhy, also der tschechischen Eisenbahn, zu nehmen. Das ermöglichte uns in Budapest noch ein kurzes Frühstück und vor allem, die Lippen schon einmal in weiser Voraussicht auf das, was da kommen sollte, mit den ersten Pilsner Urquell anzufeuchten.

Bei Einfahrt des Zuges in den Budapest-Keleti steuerten wir zielsicher das Bordbistro an, wo uns ein Mitarbeiter freudig begrüßte. Die Speisekarte war exakt die vorher recherchierte und so ließen wir es uns drei Stunden lang bei frisch gezapftem Pilsner Urquell, Gulaschsuppe und Schnitzel gut gehen. Astrein! Die für unsere Gefilde gar nicht mal so hohe Rechnung wurde aufgrund des herausragenden Services großzügig aufgerundet, sodass wir bei Ankunft in Bratislava nur zufriedene Gesichter im Bordbistro zurückließen.

Da unser Zeitplan relativ knapp bemessen war, wurde in Bratislava nur kurz im Hotel eingecheckt, ehe es mit dem Uber weiter ins rund 50 Kilometer entfernte Dunajská Streda zum von VAK-P ausgerufenen Treffpunkt ging. Dort angekommen, folgte das übliche Szenario: Händeschütteln, bekannte Gesichter begrüßen und gemeinsam ein paar leckere Bierchen trinken. Rund eine Stunde vor Anpfiff sollte dann, untermalt von zwei bis drei roten Rauchtöpfen und einigen Gesängen, der gemeinsame Weg zum Stadion angetreten werden.

Der Rest ist schnell erzählt. Die 2017 errichtete MOL Arena passt sich überhaupt nicht in die abgeranzte Nachbarschaft ein und erweckt den Eindruck eines austauschbaren 15.000-Zuschauer-Stadionbausatzes von Temu, der genauso gut in Halle oder Ingolstadt stehen könnte. Nur rund 3.000 Zuschauer wollten sich das 3:3-Spektakel gegen eine Twente-B-Elf nach der 0:6-Pleite im Hinspiel nicht entgehen lassen. Entsprechend trostlos wirkte die Szenerie. Da halfen auch die rund 30 Leute nicht, die sich hinter einer „Ultras 1904 Dunaszerdahely“ Zaunfahne – dem ungarischen Namen der Stadt – versammelten. Dafür gibt es von mir maximal die Bewertung: stets bemüht.

Im Gästeblock entwickelte sich durch die rund 400 mitgereisten Tukker dagegen eine ausgelassene Stimmung. Das Bier im Stadion für 2,90 € hatte daran sicherlich einen nicht zu unterschätzenden Anteil. Warum die Zwischen-Cola nach Jägermeister schmeckte, wird auf ewig das Geheimnis des Caterers bleiben.

Unmittelbar nach dem Abpfiff ging es mit dem Uber zurück nach Bratislava, wo nach einem letzten Absacker die kurze Nacht angetreten werden sollte. Dieses Mal musste die tschechische Bahn auf unsere Gesellschaft verzichten, da es früh morgens für uns direkt von Bratislava zurück nach Brüssel ging. Von dort aus ging es mit drei Vomex im Balg direkt weiter zum Kundentermin.

Man muss auch mal Prioritäten setzen.

Qarabag Futbol Klubu – FC Twente Enschede

Durch das Weiterkommen in der Slowakei sollte in den Playoffs zur Europa Conference League das von mir gleichzeitig innerlich erhoffte als auch verfluchte Reiseziel Aserbaidschan auf Twente warten.

Mein perfider Plan, die alkoholbedingte Willenlosigkeit der Slowakei-Reisegruppe nachts um 2 Uhr in einer Kneipe in Bratislava auszunutzen, um sie von dem Trip zu überzeugen, fruchtete zumindest bei einem der Mitstreiter darin, dass wir unmittelbar Nägel mit Köpfen machen wollten. Lediglich die Tatsache, dass bei der Buchung die gerade nicht vorliegende Reisepassnummer abgefragt wurde, rettete ihn vor dieser Dummheit. Nüchtern betrachtet waren ihm die Rahmenbedingungen am nächsten Morgen selbstredend nicht mehr überzeugend genug – Plan gescheitert.

Lediglich zwei Wochen Vorlauf, die schlechtesten Flugzeiten, die man sich vorstellen kann, gepaart mit dem Ferienende in NRW und entsprechend exorbitant teuren Rückflügen, sind jetzt auch nicht zwangsläufig valide Argumente. Der Nagel steckte allerdings schon zu tief quer in meinem Kopf, weshalb ich mich entschied, die Tour alleine anzutreten.

Die einzigen halbwegs sinnigen Flüge führten von Düsseldorf über Istanbul nach Baku. Irgendwen trifft man dann schon, den man kennt. Flüge aus Deutschland in den Nicht-Schengen-Raum sind für die meisten aktiven Fußballfans ein bekannt nerviges Prozedere. Die digitale Passkontrolle schickt einen zwangsläufig wegen bestehender Einträge in der Datei „Gewalttäter Sport“ zum nächsten Beamten der Bundespolizei, der anschließend mit einer Akribie versucht, einen Zusammenhang zwischen der Reise und einem Fußballspiel herzustellen, bei dem Schimanski vor Neid erblassen würde. Das Ganze gipfelte dann darin, dass Sherlock sich das Go für die Ausreise telefonisch bei den Zivis aus Gelsenkirchen eingeholt hat. Meine Fresse!

Am Gate traf ich dann auch schon auf die ersten Nasen von Ultras VAK-P, sodass wir die Reisepläne kurz übereinander legen konnten. Wir hatten zwar nicht dieselben Flüge, die Umstiegszeiten in Istanbul überschnitten sich aber für einige Stunden, sodass wir uns auf ein Bier verabredeten.

Erinnert ihr euch an den Kollegen, der die Speisekarten der Züge verglichen hat? Dieser kam wieder mal mit einer wertvollen Info inklusive Wegbeschreibung um die Ecke. In Istanbul Sabiha Gökçen ist alles unbezahlbar, vor allem Alkohol. Es soll laut ihm aber einen ominösen Kühlschrank geben, in dem das Heineken nur 3,50 € kosten soll.

Genau so ist es dann auch gekommen, sodass der mehrstündige Aufenthalt in Istanbul halbwegs angenehm rumzukriegen war, ehe es weiter in Richtung Baku ging. Ankunftszeit: 3:40 Uhr in der Nacht. Holla die Waldfee.

Das Einreiseprozedere dauerte ebenfalls noch seine Zeit, weshalb ich erst gegen 5 Uhr am Spieltag im Hotel einchecken konnte. Da ich in Baku nur diesen einen Tag zur Verfügung hatte und dort zeitnah vermutlich nicht mehr aufschlagen werde, entschied ich mich – anders als die Jungs aus Enschede – dagegen, den Tag in einem Beach Club zu verbringen.

Stattdessen machte ich mich auf, ein wenig Sightseeing zu betreiben und lokale Leckereien zu vertilgen, ehe es für mich gegen Abend zu Fuß in Richtung Stadion gehen sollte.

So richtig hatte ich mich mit dem heutigen Gegner und seiner Fanszene im Vorfeld nicht auseinandergesetzt. In der Folge bin ich also zunächst einmal nichtsahnend schnurstracks in den Heimmob gelaufen. Mit mir wusste dort allerdings niemand so recht etwas anzufangen, sodass es bei verwunderten Blicken ob meines Schalke-Trikots blieb. Ehrlicherweise hatte ich nicht mit einer großen organisierten Ultrasgruppierung gerechnet. Wer etwas mehr über die Fanszene vor Ort erfahren möchte, dem sei an dieser Stelle ein Interview ans Herz gelegt, das die Gruppe Imaret Tayfa mit Faszination Fankurve geführt hat.

Am Gästeblock angekommen, stachen auf Anhieb die vielen Truppentransporter in Tarnoptik ins Auge. Diese sollten allerdings nur der erste Eindruck eines an Absurdität nicht zu überbietenden Aufgebots an Sicherheitskräften gewesen sein. Im Gästeblock selbst machten sich rund 150 Twente-Leute aller Couleur breit. Für die weiter oben genannten Umstände eine durchaus respektable Anzahl. Im Vorfeld wurde seitens des Vereins kommuniziert, dass Ultras-Artikel jeglicher Art von den aserbaidschanischen Sicherheitsbehörden als extremistisch eingestuft werden könnten. Deshalb verzichtete Ultras VAK-P auf die eigentliche Auswärtsfahne und griff stattdessen auf die bekannte VAK-P-Fahne zurück.

So richtig stimmen konnte das allerdings nicht, waren in beiden Heimkurven doch jeweils Ultras-Fahnen zu erspähen. An dieser Stelle eine kurze Beschreibung der Szenerie im Stadion:

Das Tofiq-Bahramov-Stadion war mit rund 30.000 Zuschauern annähernd ausverkauft und ist von einer Laufbahn umrundet. Im gesamten Rund hatte das Militär (!) in Security-Westen eine Kette gebildet. Zwischen jedem einzelnen Block, sowohl im Gäste- als auch im Heimbereich, wurde durch die Polizei zusätzlich noch eine Kette gebildet. Rund 3.000 Sicherheitskräfte sollen für ein Spiel mit gerade einmal 150 Gästefans im Einsatz gewesen sein. Das musst du erstmal nachmachen.

Da fragt man sich wirklich, ob die Erfindung des Zauns in Aserbaidschan einfach übersprungen wurde. Dann hätte man sich den ganzen Zirkus sparen können, wenn man doch so viel Angst hat vor … wovor eigentlich? Die 150 Tukker haben sich jedenfalls redlich bemüht, ihre Mannschaft zu supporten. Ohne Trommel und mit vergleichsweise geringer Manpower wurde allerdings jedes Lied unmittelbar von den nur zwei Meter entfernt sitzenden Aserbaidschanern niedergepfiffen und kaputtgebrüllt.

Der Support der Heimseite war nicht mit dem in hiesigen Gefilden zu vergleichen. Die Kurven versuchten zwar, etwas melodischere Lieder anzustimmen, richtig laut wurde es aber nur bei den einfachen Schlachtrufen.

Was man den Einheimischen allerdings definitiv nicht absprechen kann, ist die Begeisterung für das Spiel und ein unglaublicher Enthusiasmus. Der Torjubel von Qarabag war so abnormal laut, dass meine Ohren vermutlich heute noch darunter leiden. Sportlich dachte ich nach dem 1:0 für Qarabag in der 60. Minute, dass die Messe gelesen sei. Twente benötigte zu diesem Zeitpunkt zwei eigene Treffer für die Verlängerung, die sich zu diesem Zeitpunkt wahrlich nicht abgezeichnet hatte.

Nichtsdestotrotz erzielte Twente in der 80. Minute den Ausgleich. In der Nachspielzeit gelang dann tatsächlich noch die 2:1-Führung und damit die Verlängerung. Was folgte, war ein ziemlich geiler Torjubel, der die Army-Jungs zwei Meter vor uns sichtlich irritiert aus der Wäsche gucken ließ. In der Verlängerung hatte Twente dann den längeren Atem und konnte das Spiel letztendlich souverän mit 1:4 nach Hause bringen. Damit qualifizierte sich der FCT für die Gruppenphase der Conference League. Eine ziemlich geile Erfahrung und definitiv ein Spiel, das einen Platz weit oben auf meiner europäischen Highlight-Liste bekommt.

Nach kurzer Blocksperre verabschiedete ich mich von den freudestrahlenden Jungs aus Enschede und machte mich unmittelbar auf den Weg zum Flughafen. Abermals ging es über Istanbul zurück nach Düsseldorf, wo abermals ein übermotivierter Bundespolizist dumme Fragen stellte.

Zwei wirklich ereignisreiche und schlauchende Tage, die sich aber definitiv gelohnt haben.

Twente Europa!

Komiti Skopje

Vardar Skopje – Kuopion PS 0:2 (0:1)

Endlich wieder Balkan, endlich wieder Champions League! Gespannt wie immer verfolgten wir natürlich auch in diesem Jahr die Auslosung zur Qualifikation der Königsklasse. Dort sollte es für unsere mazedonischen Freunde in der ersten Runde gegen den finnischen Verein KuPS aus Kuopio gehen. Vardar bestritt das Hinspiel zuhause und schnell konnte sich eine zweistellige Reisegruppe zusammenschließen.

Da der ein oder andere “Gewalttäter Sport”-Eintrag in unseren Reihen vermerkt ist, machten wir uns frühzeitig auf den Weg zum Flughafen, um die Tortur an Fragen der Beamten über uns ergehen zu lassen.

Zum Glück warteten hinter der Kontrolle schon die ersten blau-weißen Schlachtenbummler und so wurde auch die Kneipe des Flughafens schnell besetzt und die ersten Gezapften gingen über die Ladentheke.

Da die Bedienung dort für einen Fasswechsel leider nicht kompetent genug war, half natürlich gerne ein Angehöriger unserer Reisegruppe nach, was uns auch eine Hausrunde bescherte. Die ebenfalls nicht berechnete nächste Runde sorgte natürlich für ausgiebige Begeisterung.

Der Flug ging relativ schnell mit entspannten Gesprächen vonstatten, bis auf einen Mitstreiter, der sich seinen Mageninhalt beim Landeanflug nochmal genauer ansehen wollte. Von unseren Brüdern am Flughafen eingesammelt, ging es nur noch auf ein schnelles Getränk in einen Park, bevor dann aber auch schon das Bett rief, um fit in den kommenden Tag zu starten.

Ich nutzte den Morgen, um einem unserer Skopje-Neulinge ein wenig die Stadt zu zeigen, während der Rest noch weiter die Augen geschlossen hielt. So ging es gegen 10:30 Uhr auch für uns zum traditionellen Suppenfrühstück, wo es auch den ersten Rakija des Tages gab. Den Rest des Tages verbrachten wir bei bestem Wetter an unterschiedlichen Orten der Hauptstadt, bis wir uns zur Mittagszeit mit den ersten bekannten Gesichtern von Komiti in einem Restaurant niederließen. Von dort aus ging es dann auch zum Treffpunkt, der von Komiti ausgerufen wurde.

Vor dem Stadion traf man dann auch schließlich die letzten fehlenden Freunde und verquatschte die Zeit bis kurz vor Anpfiff. Mit Hardtickets ausgestattet betraten wir das Gradski Stadion.

Zum Spiel will ich gar nicht viele Worte verlieren. Sportlich war das Spiel schon eine ziemliche harte Kost, genauso wie das restliche Publikum im Stadion. Während die Tribuna Zapad an diesem Tag für das erste Champions-League-Spiel okay besetzt war, war der Rest des Stadions nicht mal ansatzweise gut gefüllt. Sicherlich hat der aktuelle Investor auch einiges dazu beigetragen, dass der Volksverein trotz sportlich guter Leistung aktuell nicht der Zuschauermagnet ist, der er noch vor zehn Jahren war.

Auf den Rängen machte Komiti aus der Situation das Beste und trotzdem hatten wir eine gute Zeit im Herzen der Kurve.

Das Spiel wurde leider mit 2:0 verloren. Nach dem Abpfiff ging es dann noch gemeinsam mit den Jungs in eine Bar, wo wir den Abend ausklingen ließen, bevor es anschließend am nächsten Morgen, leicht übermüdet mit knapp einer Stunde Schlaf, zurück zum Flughafen ging, um die Heimreise anzutreten.

Danke für eure Gastfreundschaft – Brüder für immer!

Curva Sud Siberiano

Aktuelle Lage

Salernitana hat es trotz der stellenweise desaströsen Leistungen der Rückrunde geschafft, die Playoffs zu erreichen und sich damit die Chance erspielt, in die Serie B aufzusteigen. 

Die Curva Sud Siberiano mobilisierte noch einmal alle Kräfte. Beim Hinspiel des Halbfinales gegen Union Brescia zählte das Arechi über 26.000 Zuschauer – Saisonrekord und Ausdruck der Hoffnung auf die Rückkehr in die Serie B.

Doch der Traum vom Wiederaufstieg platzte schließlich beim Rückspiel. Union Brescia, das erst zu Beginn der Saison nach der Insolvenz des traditionsreichen Brescia Calcio neu gegründet worden war, erwies sich als zu stark. Nach dem 1:1 zu Hause im Arechi, das noch Hoffnung auf das Weiterkommen gemacht hatte, verlor Salernitana das Rückspiel mit 0:2. Damit war der Aufstiegstraum beendet und die Granata müssen eine weitere Saison in der Drittklassigkeit antreten.

Seitdem sind gerade einmal wenige Monate vergangen. Sportlich ist die Salernitana bereits mit zwei Niederlagen beim Pokalaus gegen Scafatese in der ersten Runde und einer 1:2-Heimspielniederlage gegen Sorrento in die neue Spielzeit gestartet. Das Spiel in Foggia konnte man mit einem Punkt bei einem 1:1-Unentschieden noch gerade so retten. Während sich beim Pokalspiel die Kurve noch einsichtig und geduldig zeigte, geriet die Mannschaft gegen Sorrento unter höheren Druck, als sie nach der Niederlage ausgepfiffen wurden. Das Spiel in Foggia mussten die Fans beider Vereine gezwungenermaßen vor dem heimischen Bildschirm verfolgen. Eine Verbandsstrafe von vier Geisterspielen aus den Auseinandersetzungen zwischen Foggia und Monopoli riegelte das Zaccheria komplett ab.

Unverändert bleibt das Verhältnis zum Eigentümer Danilo Iervolino und dem Geschäftsführer Riccardo Pagano, dessen Namen man bei beiden Heimspielen durch ständige Rufe und Gesänge hören konnte, weil die Kurve lautstark ihren Unmut über die wirtschaftliche und sportliche Entwicklung zum Ausdruck bringt. Mit Blick auf die beiden ersten verlorenen Spiele und der Planlosigkeit, mit der die Vereinsverantwortlichen auftritt, hat die Curva Sud Siberiano vor dem Spiel in Foggia in der Stadt mehrere Spruchbänder aufgehangen, die darauf Bezug nehmen, unter anderem war darauf zu lesen: “Ohne Liebe, ohne Plan, ohne Würde… Iervolino und Pagano raus aus unserer Stadt!”.

Bezüglich des seit zwei Jahren anvisierten Stadionumbaus des Arechi gibt es nicht viel Neues zu berichten. Nach italienischer Manier ist man derzeit etwa ein Jahr hinter der Planung. Aktuell werden Plexiglasscheiben im Oberrang der Curva Nord installiert, um die Gästefans nach dort umzusiedeln. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass dieser Rang seit 20 Jahren aus angeblichen Sicherheitsgründen geschlossen ist.

Rückblick Mitgliederversammlung 2026

Die zweite Mitgliederversammlung in nur neun Monaten. Durch die Satzungsänderung im November konnte die MV endlich wieder bei wärmeren Temperaturen stattfinden. Nach dem Aufstieg mit satten 70 Punkten hätte man erwarten können, dass es ähnlich ruhig und harmonisch wie noch einige Monate zuvor läuft. Da hat man auf Schalke natürlich weit gefehlt.

Eine mögliche Berufung von unter anderem Clemens Tönnies ins Ehrenpräsidium, die Wahlen für den Aufsichtsrat und Wahlausschuss sowie einige Satzungsänderungsanträge waren die zentralen Themen, zu denen es teilweise sehr unterschiedliche Meinungen gab.

Einer der Anträge kam von uns und sollte die bislang vom SFCV in den Aufsichtsrat entsandte Person als Fanver- treter breiter aufstellen und an die heutigen Strukturen und die Vielschichtigkeit der Fan-Landschaft anpassen. Trotz einiger Gesprächsrunden im Vorfeld und frühzeitiger Transparenz wurde das Thema in den Wochen vor der MV nochmal emotionalisiert und oft leider mit dem Kooperationsvertrag des SFCV und den darin enthaltenen Tickets verbunden. Dazu folgten öffentliche Wahlempfehlungen und damit verbundene Presseartikel, wodurch im Vorfeld der MV nahezu alle Themen mit unterschiedlichen politischen Interessen und Positionen verbunden waren.

Am Ende waren es 5.000 Mitglieder, die zur MV kamen, um die teilweise sehr wegweisenden Abstimmungen mitzuentscheiden. Die große Mehrheit davon entschied sich gegen den großen Umsturz, sondern für personelle Konstanz im Aufsichtsrat. Und bei den zugelassenen Satzungsänderungsanträgen einige Male dafür, vereinzelt aber auch dagegen. Unseren Antrag zur Änderung des Fan-Vertreters haben wir im Sinne einer hoffentlich gemeinschaftlichen und somit breit akzeptierten Lösung vorerst zurückgezogen. Dafür erwarten wir nun aber auch endlich konstruktive realistische Vorschläge, ohne nur an eigene Privilegien zu denken. Die MV 2026 war insgesamt also eine Veranstaltung, bei der der Schalker Augenmaß bewies und die in der gesamten Atmosphäre deutlich positiver ablief, als es im Vorfeld medial vermutet wurde.

25 Jahre Arena AufSchalke

Als durch Günter Eichberg 1988 die ersten Pläne für ein neues Stadion auf Schalke aufkamen, ahnte noch keiner so richtig, welch eindrucksvolles Bauwerk dort einmal entstehen würde. Aufgrund von Bedenken der finanziel- len Machbarkeit verflogen die Ideen vorerst wieder, bis Rudi Assauer einige Jahre später einen neuen Versuch startete und das Projekt in die Tat umsetzte. Spätestens mit den konkreten Plänen und Modellen der Arena mit ausfahrbaren Rasen, einer schließbaren Dachkonstruktion, sowie einem Videowürfel im Zentrum der Arena stieg die Vorfreude auf Schalke. Ab dem obligatorischen ersten Spatenstich am 21. November 1998 vor rund 300 geladenen Gästen wartete man sehnsüchtig auf die Eröffnung dieser neuen Multifunktionsarena auf dem Berger Feld mitten in Gelsenkirchen. Unsere Vorgängergruppen waren allerdings nicht so begeistert über die neue Arena. Sie erwarteten eine steigende Kommerzialisierung rund um unseren Verein und blickten eher kritisch auf den Neubau.

Am Montag, den 13. August 2001 war es dann soweit. Nach einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren und Baukosten von rund 191 Mio. Euro wurde die Arena AufSchalke offiziell eröffnet. Nach einem großen festlichen Rahmen mit Auftritten von Lionel Richie oder PUR gab es ein Blitzturnier, an dem unter anderem der 1. FC Nürnberg sowie die gelben Nachbarn teilnahmen. Heute undenkbar, damals leider möglich.

Der darauffolgende Samstag sollte dann der erste Kracher im neuen Wohnzimmer werden. Das erste Bundesligaspiel bestritt die Mannschaft von Trainer Huub Stevens gegen Bayer 04 Leverkusen. Partycrasher Bernd Schneider machte mit seinem 3:3 Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit den perfekten Start im neuen Wohnzimmer zunichte. In der Presse fand daraufhin vor allem die unglaubliche Lautstärke im Stadion Platz in den Artikeln und der Vergleich mit einem startenden Düsenjet wurde nicht nur einmal gezogen.

Seither hat die Arena viel gesehen. Packende Bundesligaspiele und Derbysiege reihen sich in Europapokalabende gegen große Gegner wie Real Madrid oder Barcelona ein. Besonders die Heimspiele der Champions-League-Saison 2010/2011, allen voran das Viertelfinale gegen Inter Mailand und das Halbfinale gegen Manchester United, bleiben in ganz besonderer Erinnerung. Aber auch die beiden Heimspiele in der 2. Bundesliga, als man gegen St. Pauli 2022 und Fortuna Düsseldorf 2025 die Rückkehr ins Oberhaus klar machen konnte, werden für immer über diesem Stadion schweben. Die Liste aus 25 Jahren ist lang und kann sicherlich einen ganzen Abend füllen.

Abseits der Heimspiele von Schalke 04 fanden Spiele der Weltmeisterschaft 2006, sowie der Europameisterschaft 2024 in Deutschland auf dem heiligen Rasen statt. Das auf dem Papier langweiligste Champions-League-Finale 2004, als sich die AS Monaco dem FC Porto geschlagen geben musste, bleibt ebenfalls in Erinnerung. Auch die Europa-League trug ihr Finale im Jahr 2020 in Gelsenkirchen aus.

Nicht nur der Fußball gastierte hier. Auch einige Footballspiele von Rhein Fire Düsseldorf fanden bereits auf Schalke statt. Natürlich weckten solche Events auch Interesse bei anderen und so boxten beide Klitschko-Brüder im Jahr 2009 bzw. 2010 im Arenaring. Selbst der Wintersport macht hier regelmäßig halt, etwa mit dem jährlichen Biathlon-Event oder dem Eröffnungsspiel der Eishockey-WM 2010 in Deutschland, bei dem mehr als 77.000 Zuschauer für eine grandiose Atmosphäre sorgten. Vor einigen Wochen wurde bekannt gegeben, dass das Eröffnungsspiel der IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 wieder auf Schalke stattfinden soll.

Doch nicht nur der Sport findet Jahr für Jahr seinen Platz, neben Messen und Showevents finden immer wieder Konzerte von Weltstars den Weg auf die Bühne der Arena. Die Liste ist lang und wird sicherlich in den nächsten Jahren um einige Acts größer.

Auch wenn die Arena für DAS neue Schalke steht und von dem ein oder anderen Schalker noch immer kritisch gesehen wird, ist diese trotz der hohen finanziellen Belastung der Selbstfinanzierung, die noch heute im Verein spürbar ist, ein absolutes Faustpfand und ebnete Schalke 04 den Weg in die Zukunft. Trotz des schon 25-jährigen Bestehens gehört das Bauwerk noch heute zu den modernsten in ganz Europa und wird es sicherlich noch einige Jahre bleiben.

Und eines ist ja sowieso klar, die Seele eines jeden Stadions sind die Fans, die es mit Leben füllen. Jeder Fangesang, jede Choreo aber auch jedes verschüttete Bier auf den Aufgängen in der Kurve, wird Spuren hinterlassen und immer mehr Identität stiften. Auf die nächsten Jahre!

Uruguay/Argentinien: Nach dem 3:0-Auswärtssieg von Tigre gegen Nacional Montevideo in der Copa Sudamericana wurden die Busse der mitgereisten Tigre-Fans auf dem Rückweg aus Montevideo angegriffen. Es wurden um die zehn Schüsse auf die Busse abgefeuert, in Folge dessen etliche Scheiben zu Bruch gingen und mindestens ein Tigre-Fan medizinisch behandelt werden musste. Als mutmaßliche Täter wurden Fans von Nacional identifiziert.

Münster: Die neue Osttribüne des Preußenstadions mit fast 9.000 Stehplätzen trägt künftig offiziell den Namen „Fiffi-Gerritzen-Kurve“, benannt nach Vereinslegende Felix „Fiffi“ Gerritzen. Die bereits seit 2013 von der Fanszene verwendete Bezeichnung wird damit dauerhaft im Stadion verankert. Besonders ist, dass die gesamte Kurve werbefrei bleibt, entgangene Vermarktungseinnahmen sollen teilweise durch einen im Ticketpreis enthaltenen „Kurventaler“ ausgeglichen werden.

Kiel: Am 13.06.2026 ging die Fanszene Kiel mit anderen Bündnissen geschlossen auf die Straße, um gemeinsam gegen das neue Polizeigesetz in Schleswig-Holstein zu demonstrieren. Im März diesen Jahres beschloss das dortige Kabinett einen solchen Gesetzesentwurf. Dieser Entwurf sieht eine massive Ausweitung der Befugnisse der Landespolizei vor. Konkret geht es um automatisierte Datenanalyse, erweiterte Videoüberwachung, biometrische Fernidentifizierung, Präventivgewahrsam und elektronische Aufenthaltsüberwachung.

Leipzig: Die Stadt Leipzig hatte für sogenannte Hochrisikospiele der BSG Chemie Leipzig Allgemeinverfügungen erlassen, die das Mitführen bestimmter Gegenstände wie Baseballschläger, Schutzwesten, Sturmhauben, Reizstoffsprühgeräte und teilweise auch Sonnenbrillen verboten. Das Verbot galt nicht nur im Alfred-Kunze-Sportpark, sondern auch in einem größeren angrenzenden Gebiet. Eine Klägerin, die in diesem Bereich einen Kleingarten besitzt, klagte dagegen, weil sie dadurch bei ihren Gartenbesuchen eingeschränkt werde. Das Verwaltungsgericht Leipzig entschied im März, dass die Allgemeinverfügung rechtswidrig ist, soweit sie über das Stadiongelände hinausgeht. Nach Auffassung des Gerichts erlaubt das Sächsische Polizeibehördengesetz solche Verbote nur am konkreten Veranstaltungsort selbst, nicht in den umliegenden Straßen und Gebieten. Für Gefahren im Umfeld eines Fußballspiels könnten andere polizeiliche Maßnahmen wie Kontrollen, Durchsuchungen oder Ingewahrsamnahmen eingesetzt werden. Da die Rechtslage in Sachsen bislang nicht abschließend geklärt ist, wurde eine Berufung zugelassen. Die Stadt Leipzig hat diese eingelegt. Nun muss das Sächsische Oberverwaltungsgericht endgültig entscheiden, ob solche Verbote auch außerhalb des eigentlichen Veranstaltungsortes zulässig sind.

Jena: Horda Azzuro kritisiert die Stadt Jena für die weiterhin bestehende Begrenzung der Südkurve bei Hochrisikospielen. Obwohl der Fanblock baulich 1.061 Plätze bietet, sind aktuell nur 800 Zuschauer zugelassen. Die Anhänger fordern die vollständige Freigabe der Südkurve. Hintergrund ist ein Rechtsstreit zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und der Stadt. Das Verwaltungsgericht Gera erklärte die starre Begrenzung auf 800 Plätze für rechtswidrig, erlaubt bei Risikospielen aufgrund einer NOFV-Vorgabe jedoch nur 90 Prozent der Kapazität. Damit wären aktuell 955 Plätze möglich. Gleichzeitig sieht die Stadt eine mögliche Verlegung des Heim-Fanblocks als Lösung, um Heim- und Gästefans stärker räumlich zu trennen. Der FC Carl Zeiss lehnt eine solche Umsiedlung der Fanszene jedoch ab und kündigt an, sich juristisch dagegen zu wehren. Horda Azzuro hielt deshalb an ihrer Forderung nach voller Auslastung der Südkurve fest und rief zum Protest sowie zum gemeinsamen Derbymarsch auf.

Ode an die Fanzines

Wir haben Fanzine-Nachwuchs am Stand. Neben der bereits in der Einleitung erwähnten neuen Ausgabe des ¡A
la Cancha! könnt ihr das Grafitti-Heft “Vandalen fürs Leben” und die neue Supertifo bekommen.

¡A la Cancha! Nr. 6
Das Hoppingheft aus Schalker Feder kostet 6,50 Euro. Alles weitere zum Inhalt findet ihr in der Einleitung.

Vandalen fürs Leben – Grafitti-Spezial

Das Fanzine aus Osnabrück kommt mit 250 Seiten und
mit über 850 Bildern aus fast 25 Jahren Ultragrafitti-Geschichte
in Osnabrück daher. Die Autoren verzichten dabei
auf jeglichen Text und lassen stattdessen die Bilder
für sich sprechen.

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Supertifo – Ausgabe Juli 2026

Die Supertifo aus Italien ist zurück. Nach über zehn Jahren gibt es tatsächlich eine neue Ausgabe und sie war
innerhalb kürzester Zeit in Italien ausverkauft. Wir haben euch ein paar Ausgaben gesichert.

Für nur vier Euro seid ihr dabei.

NEUES LIED

SAMSTAG,
AM WOCHENENDE,
WENN ICH DICH SEHE, IN DEINER KURVE STEHE,

WEISS ICH,
ICH BIN ZUHAUSE,
BEI MEINER LIEBE ,
AUS GELSENKIRCHEN-SCHALKE!