Glück auf Schalker,
wir hoffen, ihr konntet die Länderspielpause etwas zum Durchatmen nutzen und seid bereit für die letzten Spiele im Aufstiegskampf.
Die beiden letzten Begegnungen hätten kaum emotionaler sein können, denn selten blickte man in derart enttäuschte Gesichter wie nach dem Hannover-Spiel. Kurve und Spieler gaben alles, um irgendwie den eigentlich verdienten Sieg über die Zeit zu bringen. Leider war aber auch der Schiedsrichter bis in die Haarspitzen motiviert, die drei Punkte für Königsblau zu verhindern und so wurde uns der Sieg in der achten Minute der Nachspielzeit aus den Händen gerissen. Das tat weh. Immerhin wurde im Nachhinein die Sperre von Dzeko auf ein Spiel verkürzt. Wenn aber selbst der Schiedsrichter vor dem Sportgericht zu Protokoll gibt, dass es auch ne gelbe Karte getan hätte, packt man sich nur noch an den Kopf, warum es überhaupt zu diesem einen Spiel Sperre kommen konnte.
DFB und DFL hatten in den letzten Wochen ohnehin alle Hände voll zu tun. Die Kampagne “Meister müssen aufsteigen”, an der auch wir uns mit Spruchbändern beteiligten, werdet ihr ja alle mitbekommen haben. Hier entwarf die unter dem DFB angesiedelte Arbeitsgruppe nun zwei Vorschläge, wie die Aufstiegsreform umgesetzt werden könnte. Einer der beiden Vorschläge ist das von den allermeisten Fanszenen befürwortete Kompassmodell, bei dem die zukünftigen vier Regionalliga-Staffeln vor jeder Saison anhand von regionalen Gesichtspunkten neu eingeteilt werden.
Beim anderen Vorschlag sollen die Regionalligen Nord, Nordost und Bayern in nur noch zwei Staffeln neu zusammengefasst werden. Die Vorschläge werden nun auf breiter Basis weiter diskutiert und könnten zur Saison 28/29 umgesetzt werden. Meister müssen aufsteigen!
Ebenfalls tagten die Sportminister auf Norderney. Thema waren unter anderem mal wieder die angeblich unsicheren Fußballstadien. Insbesondere die Innenminister Reul und Schuster zeichneten sich im Vorfeld wieder mit stumpfen und populistischen Forderungen aus. Vereine sollten sich an den Polizeikosten beteiligen, die Stadionverbote sollen sowieso strenger und zentral vergeben werden, etc. Viel rum gekommen ist auf der Tagung letztendlich nicht und es soll auf der nächsten Innenministerkonferenz weiter darüber gesprochen werden. Es gilt also nach wie vor, mit einem besonders aufmerksamen Auge die Entwicklungen zu beobachten. Die Exekutive wird sicherlich auch weiterhin alles dafür tun, die Zahlen weiter nach oben zu treiben. Denn bisher sagen die Statistiken rund um Straftaten beim Fußball nur eines aus: Die Stadien sind sicher!
Als Warnung sollten uns alle die Ereignisse in Schweden sein. Hier wurden unter anderem in Göteborg die Ultra- und Hooligan-Gruppen als kriminelle Vereinigungen eingestuft. Was so ein Verfahren auch in Deutschland für Konsequenzen hätte, erfahrt ihr in der aUsGEholt Rubrik und kann wohl nüchtern betrachtet als feuchter Traum von Reul und Co. bezeichnet werden. Unsere volle Solidarität gilt daher den Gruppen in Schweden.
Heute geht es zu Hause gegen den Karlsruher SC. Wie bereits erwähnt, wurden die letzten beiden Spiele in der Kurve besonders emotional erlebt. Während gegen Hannover die Enttäuschung überwog, war es in Darmstadt der kollektive Rausch. Selten sang die Nordkurve so unverkrampft das gesamte Spiel (und darüber hinaus) ihre Mannschaft nach vorne. Keine großen Ansprachen waren nötig, niemand musste motiviert werden, es hatten einfach alle Bock. Klar ist so etwas aktuell vielleicht nicht bei jedem Spiel erwartbar, aber wir sollten im Kopf behalten, was möglich ist: Eine durchdrehende Kurve, frei von allen Zwängen.
Fangen wir heute damit an und schreien die Badener aus dem Stadion.
FC Schalke 04 e.V. – Hannover 96 GmbH & Co. KGaA 2:2 (2:0
Nordkurve Gelsenkirchen
Die letzten beiden Heimspiele haben die Messlatte für die Nordkurve etwas höher gelegt und es galt, gegen Hannover nachzulegen. Die Wichtigkeit des Spiels gegen einen direkten Aufstiegskonkurrenten mit der entsprechenden Anspannung war nicht von der Hand zu weisen und somit musste die Kurve erstmal auf Betriebstemperatur kommen. Unsere Jungs auf dem Grün spielten eine super erste Hälfte und die zwei Tore ließen die Lieder dann trotz des ungeliebten Sonntagstermins doch leichter über die Lippen gehen. Die Mitmachquote war bei Armeinsätzen gewohnt hoch. Auch schön zu sehen, dass das Tifo-Material in der Kurve mittlerweile mit etwas mehr Fingerspitzengefühl eingesetzt wird.
In der zweiten Hälfte ging es denkbar schlecht los und Dzeko holte sich direkt die rote Karte ab. Eine zumindest strittige Entscheidung, welche den Unmut des Publikums auf den Schiedsrichter schürte. Das Stadion wirkte nach der Dezimierung unserer Mannschaft erstmal kurz gelähmt und bekam den Mund gar nicht mehr auf. Nachdem unsere Vorsänger zurecht darauf hinwiesen, dass wir noch 2:0 führen und Spitzenreiter der zweiten Liga sind, berappelte man sich in der Nordkurve dann wieder und konnte das Stadion öfter zum Mitmachen animieren. Highlight war sicherlich “Asoziale Schalker”, welches lautstark in Richtung Grün und Gästeblock geschmettert wurde. Am Ende wurde trotz der Anspannung noch alles versucht, um die drei Punkte in Gelsenkirchen zu lassen. Auch wenn die Hannoveraner Szene uns einen guten Auftritt attestierte, würden wir uns eher das Zeugnis “ordentlich” ausstellen.
Nach der sportlich starken ersten Hälfte brachte die Unterzahl natürlich einen Bruch in das Schalker Spiel. Die Hannoveraner hatten leider den längeren Atem und kamen nach Ablauf der Nachspielzeit noch zum bitteren Ausgleich. Somit gab es nach dem Spiel aufmunternden Applaus für unsere Jungs und mit einem “Auf geht’s Schalke, kämpfen und siegen” schickten wir die Mannschaft in die Kabine. Es geht weiter!
Gegner
Der aktive Gästehaufen aus Hannover besetzte sowohl den Ober- als auch den Unterrang und hatte auch ordentlich Schwenkfahnen im Gepäck, die auf beide Ränge gut verteilt waren. Optisch machte der Block so schon mal einiges her. Stimmungstechnisch kam übers gesamte Spiel gesehen nicht wirklich viel bei uns in der Nordkurve an. Dennoch kann man von einem soliden Auftritt der Gäste sprechen.
Freunde
Einige Leute aus Mönchengladbach unterstützten uns beim Spiel gegen die Niedersachsen. Besten Dank für euren Besuch!
SV Darmstadt 1898 e.V. – FC Schalke 04 e.V. 1:1 (1:1)
Vor dem Spiel
„Wir woll‘n immer wieder diesen Wahnsinn spüren“ ist eine neue Zeile des Liedes, das wir in Darmstadt getestet haben. Dies hat sich die Nordkurve Gelsenkirchen heute definitiv zu Herzen genommen, so viel sei vorweggenommen.
Zum Einlaufen der Mannschaften thematisierten wir via Spruchband die unfaire Aufstiegsregelung in der Regionalliga. Unsere Forderung an die Arbeitsgruppe zur Regionalligareform ist dabei klar: „Meister müssen aufsteigen!“
Nordkurve Gelsenkirchen
Unsere Vorsänger brachten den mitgereisten Auswärtshaufen anschließend auf die richtige Betriebstemperatur, ehe wir mit dem altbekannten Gassenhauer “Kaiser im Revier” in den Support starteten. Bereits in der vergangenen Saison war festzustellen, dass das Lied insbesondere in kleinen Gästeblöcken enormes Potenzial hat und auch in Darmstadt konnten wir damit ein erstes verbales Ausrufezeichen setzen. Zur Minute 19:04 zeigten wir ein Spruchband, welches Genesungswünsche an ein erkranktes Gruppenmitglied sendete. Der wichtigste Sieg ist deiner!
In den folgenden 30 Minuten der ersten Spielhälfte konnte an die starke Anfangsphase angeknüpft werden und die Mannschaft wurde weiterhin lautstark mit einer Mischung aus melodischeren Liedern und Klassikern unterstützt. Kurz vor der Pause gab es kein Halten mehr, als Sylla die Blauen in Führung köpfte. Doch leider hielt die Freude nicht lange an, da Darmstadt noch vor dem Halbzeitpfiff den Ausgleich erzielte.
Nach dem Seitenwechsel gab die Nordkurve ebenso ein gutes Bild ab und trieb unser Team geschlossen an. Insbesondere die Hüpfeinlage zu “Super FC Schalke” ist mit einer Mischung aus hoher Lautstärke und viel Bewegung hängen geblieben. Zum Ende des Spiels sangen wir uns regelrecht in einen Rausch, der noch bis lange nach dem Abpfiff anhielt. Nachdem die Mannschaft für die weiteren Spiele eingeschworen wurde, folgte ein sehr emotionales “Königsblauer S04”, mehrere Attacken und ein bunter Mix an Liedern, die unserem Verein huldigen. Dies sind die Momente, an die wir uns noch jahrelang erinnern werden und die uns keiner mehr nehmen kann. Das ist der Mythos vom Schalker Markt!
Bei all den positiven Emotionen ist es am heutigen Tag natürlich umso bitterer gewesen, dass einige Brüder vor den Stadiontoren zurückgelassen werden mussten und diesen magischen Abend nicht mit uns im Block verbringen konnten. Haltet durch, Männer!
Gegner
Optisch startete die Heimseite mit einem Fahnenintro ins Spiel und im Vergleich zum Pokalspiel waren auf der Südtribüne wieder die üblichen Zaunfahnen zu sehen. Ansonsten kann der Heimseite durchgehende Aktivität und Bewegung attestiert werden.
Negativ aufgefallen ist die Heimseite nur durch das vorzeitige Verlassen der Party im eigenen Stadion, worauf sie natürlich freundlich hingewiesen wurden.
Freunde
Zu Gast auf unserer Seite waren Brüder aus Salerno und Nürnberg. Besten Dank!
1. FC Schweinfurt 05 e.V. – FC Schalke 04 e.V. 2:0 (0:0)
Anlässlich des 90-jährigen Jubiläums des Sachs-Stadion lud der 1. FC Schweinfurt 05 am Donnerstag vor der Länderspielpause zum Testspiel ein. Vor Ort angekommen, ging es nach kurzer Begrüßung der üblichen Gesichter in den Block, der zuletzt in der Saison 18/19 im Pokal in Beschlag genommen wurde.
Im Stadion musste aufgrund des Drittligaaufstiegs im vergangenen Sommer einiges an die Anforderungen angepasst werden. So gab es neben einer neuen Rasenheizung auch im Gästebereich ein paar Änderungen. Der Einlass wurde etwas verändert, ein neuer Zaun installiert und auf einem Teil der Steinstufen wurde ein kleinerer Sitzplatzblock gebaut. Nimmt optisch nur minimal etwas vom Charme der geilen Schüssel, jedoch kann das ohne aktiven Support letztlich auch nicht vernünftig bewertet werden.
Wie bei Testspielen üblich, ist das Spiel eher nebensächlich und wird meist mit guten Gesprächen verbracht, steht doch am Wochenende die 20 Jahre Freundschaftsfeier mit Ultras VAK-P an, was auf jeden Fall für genug Gesprächsstoff sorgte.
Die erste Halbzeit endete torlos, zu Beginn der zweiten Hälfte erzielten die Schweinfurter zwei schnelle Tore und dann war Feierabend.
Ein Dank geht an einige Nürnberger und auch ein Gladbacher ließ es sich nicht nehmen, seinen Donnerstagabend mit uns zu verbringen.
Nordkurve Nürnberg
Aktuelle Lage
Nach der Niederlage zuhause gegen Düsseldorf folgten zwei Siege. Beim Auswärtssieg in Kiel hatte die Nordkurve eine optische Aktion im Gepäck. Am Zaun prangerte ein schwarzes Spruchband mit der roten Aufschrift „GLUBB“, untermalt mit roten Luftballons im Ober- sowie schwarzen Ballons im Unterrang.
Das Spiel endete nach 2:0-Führung und zwischenzeitlichem 2:2 am Ende 3:2 für die Richtigen.
Der Heimsieg gegen Kaiserslautern fiel mit 3:0 deutlich aus und so konnte man entspannt auf Platz neun in die letzte Länderspielpause der Saison gehen. Auch zu diesem Spiel zeigte Ultras Nürnberg eine kleine Choreo. Im Oberrang wurden rot-schwarze sowie einige FCN-Fahnen verteilt. Passend dazu glich der Unterrang einem Meer aus Doppelhaltern, was in Verbindung mit dem „1. Fußballclub Nürnberg e.V.“-Spruchband zwischen beiden Bereichen ein gelungenes Bild abgab.
Zeitgleich zu unserem heutigen Spiel ertönt der Anpfiff des Nürnberger Auswärtsspiels bei Eintracht Braunschweig. Kommendes Wochenende steht eines der Highlightspiele zuhause gegen Dynamo Dresden auf dem weiteren Fahrplan.
VAK-P Enschede
Aktuelle Lage
Zum Auswärtsderby bei den Go Ahead Eagles aus Deventer wurde unseren Freunden eine ziemlich fragwürdige Strafe auferlegt. Aufgrund einer Pyroaktion in der Vorsaison erhielt Twente nur 200 Gästetickets. Die Eagles betonten, dass die Strafe bei einem Boykott auf die nächste Saison gelegt werden würde. So beschlossen unsere Brüder in Absprache mit anderen Fanclubs diese 200 Karten für das Spiel entgegenzunehmen und dem FC Twente Kidsclub zu spenden. Diese nahmen die Karten natürlich dankend an und die Kinder erlebten einen 4:1-Auswärtssieg im Derby gegen den Rivalen.
Beim darauf folgenden Heimspiel gegen den FC Utrecht erwischten die Tukkers einen rabenschwarzen Tag. Nicht nur die Mannschaft zeigte eins ihrer schlechtesten Spiele und verlor mit 2:0, auch der Support unserer Freunde war unterirdisch. „Ze zijn er wel, je hoort ze niet!“, auf Deutsch „Sie sind zwar da, man hört sie nur nicht!“, erklang es aus dem Gästeblock. Nach diesem Tiefpunkt meldete sich VAK-P auf ihren Kanälen in den Sozialen Medien zu Wort. Unter den Bildern der während des Spiels schon sehr geleerten Kurve, vergleichen sie die Entwicklung ihrer Stimmung mit einer Kerze, die „langsam ausbrennt“. Sie schreiben, dass VAK-P ein Stimmungsblock sei, sich viele dessen aber scheinbar nicht mehr bewusst seien. Bei Auswärtsspielen erlebe man ungeachtet des Geschehens auf dem Rasen vollen Support über 90 Minuten, weil dort jeder wisse, „was er zu tun hat“. Doch bei Heimspielen sei man immer weiter davon entfernt. Sie fordern jeden, der sich nicht am Support beteiligen will, Platz zu machen für Leute, die bereit dafür sind. Zu guter Letzt zitieren sie Gäste, wie sie einst über die „Hel van Enschede“ geschrieben haben: „Das Publikum bei Twente ist verrückt! 13.000 Kehlen und die verdammten Trommeln sind ohrenbetäubend. Die Angst überkommt dich langsam. Wo holen sie diese Energie her? Schau dich mal um und hör das anhaltende Trommeln und die lauten Chöre aus den Kehlen an. Verdammt Jungs, ihr steht echt dahinter!“. Am Ende des Post steht der Aufruf „so wurden wir einst wahrgenommen und so müssen wir wieder werden!“.
Beim Auswärtsspiel in Sittard konnten die Roten wieder überzeugen und mit einem 2:1-Sieg drei Punkte mit nach Hause nehmen.
Das spielfreie Wochenende nutzten wir mit unseren Brüdern, um das 20-jährige Bestehen unserer Freundschaft zu feiern. Dazu findet ihr in dieser Ausgabe einen ausführlichen Bericht.
Nach der Pause geht es für den FCT nach Amsterdam, bevor der FC Volendam in der Veste gastiert.
20 Jahre Ultras Gelsenkirchen & Ultras VAK-P 91
4.März 2006 – Schalke gastiert bei Hannover 96 und siegt durch Tore von Christian Poulsen und Zlatan Bajramovic mit 2:1. Vielleicht schwelgt der ein oder andere Schalker jetzt schon in Erinnerung rund um Lincoln, Ebbe Sand, Marcelo Bordon und Co., doch für unsere Gruppe war dieses Auswärtsspiel etwas Besonderes. Zum ersten Mal hing eine Fahne der Supportersvereniging VAK-P Enschede über unserer Zaunfahne und stellte den Beginn unserer Freundschaft dar. Mittlerweile wird diese Freundschaft seit 20 Jahren gelebt und gepflegt. Die Länderspielpause im März kam also wie gerufen, um dieses Jubiläum zu feiern. Doch bevor wir über die Feier berichten springen wir in der Zeit zurück: Wie kam es eigentlich zu einem Bündnis zwischen Schalke und dem FCT?
Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre, als der Fussball immer schnelllebiger wurde und die Stars eines Landes dem Geld zu den europäischen Topclubs folgten und somit die Ligen der kleinen Länder schwächten, lag es auf der Hand, dass sich Niederländer gerne deutschen Fussball ansahen. Das Niveau war schon damals höher als in der heimischen Eredivisie. Aufgrund der Entfernung war das Ruhrgebiet also natürlich ein gern genommenes Ziel für unsere Nachbarn. Zu der Zeit gab es sogar ein paar Jungs aus Oldenzaal, die mit ihrer Zaunfahne „Oldenzaal grüßt Schalke 04“ zu jedem Spiel der Blauen fuhren.
An einem Donnerstagabend im Mai 1990 spielte Schalke in Berlin unter der Beobachtung von nur 150 Gästefans. Bei diesem Spiel knüpften die Jungs aus Oldenzaal die ersten Kontakte zu Mitgliedern der Gelsenszene. Erst in den Jahren darauf fingen die Jungs an, auch die Spiele des FCT regelmäßig zu besuchen und wurden nach und nach ein Teil des harten Kerns von Twente, aus dem sich 1994 die Twente Hooligan Firm gründete. Bei einem Auswärtsspiel in Bremen 1994 kämpften Hools des S04 und FCT das erste Mal Seite an Seite. Danach lud die Gelsenszene eine größere Abordnung aus Enschede zu einem Heimspiel ein und die Besuche wurden regelmäßiger und die Freundschaft war geboren (Wer noch mehr zu diesem Teil der gemeinsamen Geschichte lesen möchte, dem sei das Buch Dit is Vak-P ans Herz gelegt).
Unsere Kontakte mit Ultras aus Enschede begannen erst Mitte der 2000er Jahre, als man sich über eine angewandte Technik bei einer Choreo von VAK-P informieren wollte. Kurz darauf fuhren wir mit ein paar Stadionverbotlern zu einem Heimspiel des FCT und so nahm das Ganze seinen Lauf, bis man dies 2006 in Hannover auch der Öffentlichkeit zeigte.
2010 feierten wir gemeinsam den FC Twente, der erstmals niederländischer Meister wurde. Ein Jahr später wurden wir mit eurer Unterstützung Pokalsieger. Wir standen an eurer Seite, als ihr um die Existenz eures Vereins bangen musstet und 2016 den Zwangsabstieg gerade noch abwenden konntet. Aber auch beim sportlichen Abstieg 2018 standen wir Hand in Hand und feierten ein Jahr später mit euch den direkten Wiederaufstieg. Die Revanche ließ nicht lange auf sich warten und so konnten wir auf eure Unterstützung bei unserem Abstieg 2021 zählen. Aber auch, als ihr euch nach eurem Heimspiel sofort auf den Weg gemacht habt, um unserer Aufstiegsparty 2022 beizuwohnen. Jahrelang habt ihr uns auf internationalen Touren begleitet, die letzten drei Jahre, in der Schalke wieder nur in der zweiten Liga spielt, waren wir es dann, die euch durch Europa begleitet haben. Neben unzähligen Spielbesuchen, einigen Testspielen zwischen unseren Vereinen, bleiben natürlich die beiden Aufeinandertreffen des FCT und S04 auf internationaler Bühne im Kopf. Vor zehn Jahren, als ihr euer 25. Jubiläum gefeiert habt, obwohl euer Verein kurz davor stand zu zertrümmern, blieb eine Feier zur 10-jährigen Freundschaft aus, jetzt war es an der Zeit einiges nachzuholen. Nun feiern wir, dass unsere Freundschaft schon 20 Jahre besteht, was wir gemeinsam erlebt haben und was uns die Zukunft noch bringen wird.
Die Feier
Diejenigen, die schon länger nach Enschede fahren, werden sich sicherlich gefreut haben, als man sich entschied, die Feier in der Länderspielpause in Enschede zu feiern. Im Herzen der Stadt am Oude Markt, den einige sicherlich schon länger nicht mehr besucht haben. Gerade in den Jahren, in denen das Home geschlossen bleiben musste, war hier oft der Treffpunkt für alle Tukker und deren Freunde.
So machten wir uns am Nachmittag auf die Reise über die Grenze zu unseren Freunden, die eine Location in der Stadt angemietet hatten. Die Bude füllte sich so langsam und man hatte Zeit für die ersten Gespräche und sich in einer Ecke umzuschauen, in der viele Fotos und Erinnerungsstücke der letzten 20 Jahre ausgestellt waren. Nach den ersten Getränken gab es von beiden Seiten eine kurze Ansprache, Dank wurde ausgesprochen und man übergab sich als Erinnerung an den Abend gegenseitig ein Geschenk. Ein langjähriges Mitglied unserer Brüder berichtete kurz aus den Anfangszeiten unserer Freundschaft und wie sich diese entwickelt hat.
Nach dem offiziellen Teil startete dann die Party mit einem Schlagersänger, der ein paar deutsche und niederländische Gassenhauer performte. Einer unserer Freunde ließ es sich schließlich nicht nehmen, das Mikrofon zu übernehmen und der Menge sein persönliches Lieblingslied vorzutragen, bevor zwei Ultras aus Enschede das DJ-Pult übernahmen und es eine typische VAK-P Party mit ordentlich Hardstyle wurde. Man will nicht zu viel verraten, aber dem Laden sei wahrscheinlich eine Kernsanierung ans Herz gelegt.
Am Ende verließen wir gemeinsam den Ort des Geschehens, die einen zogen weiter, für andere ging es dann schon nach Hause.
Einen großen Dank an alle Brüder für die Gastfreundlichkeit und die Planung dieses Abends.
Onze vriendschap is sinds 20 jaar en voor altijd, ze gaat nooit kapot!
Komiti Skopje
Aktuelle Lage
Die dritte und letzte Runde der mazedonischen Liga ist gestartet und Vardars Spiele gehen weiterhin 1:0 bzw. 0:1 aus. Das Heimspiel gegen Brera Strumica fand nach längerer Zeit mal wieder im Nationalstadion statt und wurde durch einen Elfer gewonnen. Das darauffolgende Auswärtsspiel in Gostivar bei Arsimi ging leider 0:1 verloren, sodass Vardar und Shkendija nun punktgleich in der Tabelle stehen.
Am gestrigen Samstag fand das Heimspiel gegen Gjorce Petrov statt. In der kommenden Woche steht dann das traditionsreiche Duell gegen Pelister Bitola an. Leider wieder mal an einem Wochentag statt am Wochenende, nämlich mittwochs um 15:30. So nimmt man dem mazedonischen Fußball auch noch eines der letzten interessanten Spiele.
Curva Sud Siberiano
Aktuelle Lage
Unsere Freunde aus dem Süden Italiens haben für den Abgang vom Eigentümer Danilo Iervolino sehr lange gekämpft und protestiert. Ob er den Druck nicht mehr ausgehalten hat oder ihm die Kohle ausging, werden wir wohl nicht erfahren, aber die wichtigste Nachricht ist: Er will den Verein verkaufen. Der Vorvertrag ist bereits unterschrieben, zum Redaktionsschluss laufen die rechtlichen Prüfungen und der Eigentümerwechsel ist damit nur noch eine Formsache. Der Verkauf erfolgt an den 45-jährigen Unternehmer Cristiano Rufini aus Rom, der mehrere Firmen führt, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten. Ganz uneigennützig handelt Iervolino dabei aber natürlich nicht, er hat sich mehrere Klauseln in den Vertrag schreiben lassen, nach denen er Millionen kassiert, wenn Salernitana aufsteigen sollte. Ob und wie der Verein positiv vom neuen Eigentümer profitiert, bleibt abzuwarten. Festhalten kann man jedoch, dass ein unerwünschtes Gesicht den Verein verlässt und damit der Fanszene einen großen Gefallen getan hat.
Sportlich konnte Salernitana unter dem neuen Trainer Serse Cosmi mehrere Spiele gewinnen und somit wichtige Punkte im Kampf um die höheren Relegationsplätze einfahren. Das Spiel am vergangenen Samstag in Potenza ging dagegen leider völlig in die Hose und man musste mit einem 5:2 die Heimreise antreten. Eine höhere Platzierung am Ende der Saison ist entscheidend, da man in den ersten Runden der Relegation das Heimrecht genießt und bei einem Unentschieden nach Verlängerung aufgrund der besseren Tabellenposition automatisch weiterkommt. Zudem steigen Teams auf den Spitzenplätzen erst deutlich später in das Playoff-Turnier ein, was die Anzahl der nötigen Spiele reduziert. Somit heißt es weiter: Kämpfen um jeden Punkt und bis zur letzten Minute alles geben!
Ultras als kriminelle Vereinigungen auch in Deutschland?
Wer die aktuelle Berichterstattung unserer Fußball-Blase verfolgt hat, der wird mitbekommen haben, dass in Schweden die Uhren ähnlich ticken wie in Deutschland und Bullen und Staat zunehmend freidrehen.
Als neuen Höhepunkt polizeilicher Repressionen wurden gleich mehrere „Risikogruppen“, darunter Wisemen und Ultras Göteborg, kurzerhand zu kriminellen Vereinigungen erklärt. In einem vernetzten Europa, in dem auch ausländische Ermittlungsbehörden Zuständigkeiten erhalten können und sich deutsche Zivis an die Fersen von Groundhoppern hängen, drängt sich mir unmittelbar folgendes Gedankenexperiment auf:
Was hindert Polizei und Staat daran, auch deutsche Ultragruppierungen als kriminelle Vereinigungen einzustufen und welche Folgen hat das für ihre Mitglieder und die gesamte Bewegung?
Denn selbst ohne hinter die behelmten Visagen und die Eulenaugen von NRW-Innenminister Herbert Reul blicken zu können, sind diese Gedanken nicht komplett aus der Welt geholt. Das Feindbild Fußballfan ist kein Hirngespinst, denkt man nur an die grinsenden Beamten, wenn diese friedlebende Fans die Treppen an Deutschlands Bahnhöfen herunterprügeln, nur um ihre miserable Berufswahl irgendeinem zweckstiftenden Inhalt zuzuführen.
Um hier einmal jeden Leser abzuholen, vorab die trockene Theorie:
Deutschland ist nicht Schweden und so behandelt auch unser Rechtsstaat kriminelle Vereinigungen anders als unsere nordeuropäischen Nachbarn. Der Umgang mit eben solchen Gruppen betrifft Straf- und Vereinsrecht. Eine reine „Risikogruppen“-Klassifizierung durch die Polizei gibt es in Deutschland – zum Glück – nicht, jedenfalls keine, die besondere Befugnisse von Polizei und Staatsanwaltschaft rechtfertigt.
Strafrecht
- 129 Strafgesetzbuch (StGB) regelt den Straftatbestand der „Bildung krimineller Vereinigungen“.
Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine Vereinigung gründet oder sich an einer Vereinigung als Mitglied beteiligt, deren Zweck oder Tätigkeit auf die Begehung von Straftaten gerichtet ist, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren bedroht sind.
Dabei obliegt es den Gerichten, das Vorliegen einer kriminellen Vereinigung festzustellen oder zu verneinen. Während die Voraussetzungen für eine Vereinigung niederschwellig sind und mehr oder weniger lediglich einen Zusammenschluss von mehr als zwei Personen erfordert, ist der kriminelle Zweck der Vereinigung schwammiger. Die Vereinigung muss jedenfalls insgesamt auf Straftaten ausgerichtet sein, was einzelne legale Aktivitäten nicht ausschließt.
Eine „im Höchstmaß mit Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren“ bedrohte Straftat erfasst bereits Bagatellkriminalität wie Landfriedensbruch, Nötigung, einfache Körperverletzung oder Sachbeschädigung. Mittlerweile leider „Standard“-Anschuldigungen, die bereits bei konspirativen Anreisewegen oder Graffiti-Sprühen bemüht werden.
Der Zweck der Vorschrift ist klar auf organisierte Kriminalität und politischen Extremismus ausgerichtet. Im Jahr 2015 allerdings hatte es auch fünf Dresdner Hooligans getroffen, deren Gruppe darauf ausgelegt gewesen sein soll, Körperverletzungen, Landfriedensbrüche und Beteiligungen an Schlägereien durch verabredete Drittortauseinandersetzungen zu begehen. Abgesehen von dem juristischen Drahtseilakt verabredeter Kämpfe ist mithin auch die – weitergehende – Fußball-Blase nicht sicher.
Vereinsrecht
Neben losen Zusammenschlüssen können Ultragruppierungen auch dem Vereinsrecht unterliegen, soweit sie sich bewusst für den Weg als eingetragener Verein (e.V.) entscheiden – prominentes Beispiel sind Ultras Gelsenkirchen.
Bei Vereinen, deren Zwecke und Tätigkeiten „den Strafgesetzen zuwiderlaufen“, können deutsche Behörden ein Vereinsverbot aussprechen. Folgen wären die Auflösung des Vereins, Beschlagnahme des Vereinsvermögens und Verwendungsverbot der Kennzeichen des Vereins. Wer für den verbotenen Verein eine Nachfolge- oder Ersatzorganisation bildet oder die Kennzeichen des verbotenen Vereins weiter verwendet, macht sich strafbar.
Wie steht es um die Ultrabewegung in Deutschland?
Um auf das einleitende Gedankenexperiment zurückzukommen: Wie hoch ist das Risiko straf- und vereinsrechtlicher Repressalien für deutsche Ultragruppierungen und was wird aus den Gruppen und ihren Mitgliedern, wenn Fußballfans eben doch zu Verbrechern erklärt werden?
Aus juristischer Sicht erscheint die Gefahr für deutsche Ultragruppierungen (noch) gering. Nach § 129 Abs. 3 Nr. 2 StGB nämlich ist eine Strafbarkeit dann ausgeschlossen, wenn die Begehung von Straftaten nur eine Tätigkeit von untergeordneter Bedeutung ist. Und trotz irrationaler Ängste von Cops und Staat vor einer Armee kritischer und organisiert agierender Straftäter, ist jeder rational denkenden Person wohl bewusst, dass Ultras nicht die Rechtsstaatsfeinde sind, die die Polizei in ihren objektiven und differenzierten (Ironie aus) Einsatzberichten beschreibt.
Ohne hier eine Abhandlung á la „Das ist Ultrá für mich“ einzuwerfen, geht es vordergründig um bedingungslose Unterstützung von Stadt und Verein, Freundschaft und auch darum, unbequem zu sein.
Nicht zuletzt „Ultras für GE“ und ähnliche soziale Projekte deutscher Ultragruppierungen auch in der Corona-Zeit zeigen die soziale Verantwortung, die Ultras sich auf die Fahne schreiben. Wer dabei nur an Pyro-Idioten und Gewalt denkt, der läuft mit Scheuklappen durchs Leben. Oder anders gesagt: Die Stadien in Deutschland sind so sicher, wie noch nie!
Was aber, wenn der Rechtsapparat eine Kehrtwende einlegt und auch „unsere Art zu Leben“ weiter pönalisiert wird?
Neben der persönlichen Strafbarkeit durch die Mitgliedschaft in der kriminellen Vereinigung unabhängig von der Beteiligung an den konkreten Straftaten der Vereinigung, ist § 129 StGB ein sogenannter „Türöffner-Paragraf“. Die Anerkennung einer kriminellen Vereinigung öffnet den Ermittlungsbehörden die Tür strafprozessualer Überwachungsmethoden, wie Telekommunikationsüberwachung, Online-Durchsuchung und akustischer Wohnraumüberwachung. Oder die bei der Polizei besonders beliebten Hausdurchsuchungen bei vermeintlichen Gruppenmitgliedern oder in den Ultra-Heimen selbst. Interessant sind dabei natürlich insbesondere Führungspersonen und “Rädelsführer”. Ultimativ liefe es also auf grenzenlosen Zugang zu Kommunikation und Strukturen der Gruppe hinaus. Gleichzeitig sind entsprechende Strafen mit maximaler Einschüchterung und Abschreckung der gesamten Bewegung verbunden. Denn was in Dresden, Gelsenkirchen oder sonst wo (hypothetisch) passiert, kann morgen schon vor meiner eigenen Haustür eintreten.
Die Gefahr ist die Wahrnehmbarkeit in der Gesellschaft. Denn machen wir uns nichts vor: Ultrá ist eine Subkultur, eine Blase, und das ist auch gut so. Aber was interessiert es den “normalen Fan” oder erst recht den nicht fußballinteressierten Bürger, wie es aktiven Fußballfans ergeht? Immerhin haben es sich diese Idioten ja selbst eingebrockt, ansonsten hätten sie ja keine Probleme mit der Polizei. Willkommen in Disneyland. Wir sind unsere eigene Lobby. Jeder Aktivismus geschieht von innen heraus und wirkt nach außen wie Rechtfertigung und Realitätsverweigerung.
Haben wir – Ultras Gelsenkirchen – mit unserem Weg als eingetragener Verein nun die ultima ratio gegen die Panikmache der Politik gefunden? Mitnichten. Der e.V. schafft durch seine Satzung zwar einen legalen Zweck, auf welchen sich Verein und Mitglieder berufen können, jedoch müssen Satzung und Realität auch übereinpassen, und das ist – wie eingangs beschrieben – dem Auslegungsspielraum der Strafgerichte und Behörden unterworfen. Außerdem hat das Ganze auch einen Haken. Sollte ein Gericht tatsächlich den Weg gehen wollen und einen entsprechenden e.V. nach § 129 StGB einstufen, bräuchten die Ermittlungsbehörden nur einen Blick in das Mitgliederverzeichnis zu werfen, um Repressionen gegen ein paar hundert Leute zu verhängen.
Der vereinsrechtliche Rattenschwanz kommt noch hinzu. Ein Vereinsverbot nämlich würde mit sich bringen, dass Mitglieder ihre Kleiderschränke säubern und je nach Körperstelle Rücksprache mit dem Tätowierer ihres Vertrauens halten dürften, um weiteren strafrechtlichen Folgen zu entgehen. Der gute Hans müsste mithin auf unbestimmte Zeit ein trostloses Dasein in deutschen Kellern fristen.
Vor dem Hintergrund ständig anstehender Politikwechsel bleibt also getreu dem Motto „es gibt auch wichtigere Probleme in unserem Land“ wie so oft nur zu hoffen, dass Dinge in Deutschland anders gehandhabt werden, als anderswo.
Nach einer kurzen Pause und dem Fokus auf das Kolumbien-Interview geht es nun in dieser Rubrik weiter.
Das La Cosa Nostra steht wohl wie kein anderes Fanzine für das absolute Ultra-Nerd-Tum, und das ist absolut positiv gemeint. Der Herausgeber bringt Jahr für Jahr dicke Wälzer auf den Markt, die eher Buch als Fanzine sind. Und da sind die ganzen Specials noch gar nicht mitgedacht. Inhaltlich ist es meistens eine Mischung aus den Spielberichten seines Vereins (SSV Ulm), Hoppingtexte (viel Italien!) und seiner Gedankenwelt. Die Highlights sind aber wahrscheinlich die Interviews von Gruppen, die er entweder selber führt oder aus alten (internationalen) Heften übersetzt.
Dass dem Heft so ein besonderer Ruf hervor eilt, liegt wahrscheinlich auch daran, dass es gar nicht so einfach zu bekommen ist “man muss wen kennen, der es mitbestellt”. Wie und warum das so ist, lest ihr im Interview.
Einfacher könnt ihr die aktuelle Ausgabe des Trespass Fanzine bekommen, nämlich seit diesem Spieltag bei uns am Stand. Das dazugehörige Interview findet ihr in der Nürnberg-Ausgabe des Blauen Briefes.
Interview mit dem La Cosa Nostra
Als Einstieg direkt mal folgendes Szenario: Du sitzt auf einer Parkbank in Gelsenkirchen und blätterst durch dein Heft. Es läuft eine Schalker Kutte mit Bier in der Hand vorbei. „Ey hömma, war is‘ dat denn?“ Wie erklärst du ihm dein Fanzine?
LCN: Hast du mir auch ein Bier?
Also, mit folgenden Schlagworten habe ich die LCN mal in einem anderen Interview beschrieben: Ultra, Lebenstil, Anarchie, Cyberpunk, Punk Rock, Kultur, DIY, Reise, Kompromisslosigkeit, klare politische Linie, Erziehung, Familie.
Wenn es einfacher sein soll: Die LCN ist gleichzeitig Fanzine, Tagebuch und Familienchronik.
Wenn du mit offenen Augen durch die Welt gehst, dann findest du darin hoffentlich etwas aus der wunderbaren Welt der Ultras, von dem du vorher noch nichts wusstest.
Wenn du zur Fraktion „Man wird doch wohl mal sagen dürfen“ gehörst, ist das Heft nichts für dich. Die LCN ist nicht gedacht, um jemanden zu bekehren, sondern für diejenigen, die schon Brüder und Schwestern im Geiste sind.
Stand heute, wie ist dein Heft in der Fanzinelandschaft einzuordnen? Was ist der inhaltliche Fokus?
LCN: Ganz voran eine Spitzfindigkeit, es ist nicht wirklich „mein“ Heft. Da tragen so viele Leute zu bei, dass es auch ihr Heft ist. Und am Ende gehört es dem Leser oder der Leserin.
Einordnung, mhhh, schwierig. Am liebsten wäre es mir, wenn die LCN seine eigene Kategorie hätte und nirgendwo richtig einzuordnen wäre. Aber das kann ich ja nicht selbst bestimmen, die Einordnung machen immer andere. Mit Rückgriff auf bestehende Kategorien: Mir wäre Ultrazine deutlich lieber als Hoppingzine.
Inhaltlich geht es um vieles, außer um Fußball als Sport. Mir sind Spieler, Tabellenstände, Taktik usw echt völlig latte und ich muss jedes zweite Spielergebnis nachschlagen, wenn ich einen Bericht schreibe. Wobei es das Heft ohne Fußball auf dem Platz auch nicht gäbe.
Ein Leser hat die LCN mal als „ Essenz von Ultrà“ bezeichnet. Das Bild, das er mir da geschenkt hat, hat mich damals sehr gefreut: Die LCN ist das, was übrig bleibt, wenn man meine ganzen Interpretationen, Träume, Erfahrungen zu Ultrà einkocht und dann in Wortform bringt. Sie ist eine Essenz von Ultrà, nicht die (eine allgemeingültige) Essenz davon.
Wie würdest du, bzw. wen würdest du als deine Zielgruppe beschreiben? Wen willst du erreichen und wen erreichst du tatsächlich?
LCN: Ich möchte mit der LCN gerne denjenigen etwas zurückgeben, die dafür sorgen, dass ich auch heute noch gerne zum Fußball fahre. Die sich für die Kurve die Hände dreckig machen, Pyrostrafen in Kauf nehmen und die Knie auf Hallenböden kaputt schaben. Dann gibt es Konsumenten, Nazis und anderweitige Idioten, das sind Leute, die ich von der Zielgruppe explizit ausschließen will.
Daher gibt es etablierte Spielregeln, die mit der Ankündigung zu jeder neuen Ausgabe aufs Neue rausgehen. Bei denjenigen, die mehr als ein Heft bestellen, ist Respekt und Vertrauen vorhanden, daher bin ich mir ziemlich sicher, dass das Heft auch genau diese Zielgruppe erreicht. Klar, ein bissl Streu ist vermutlich immer und das liegt ja nicht mehr in meine Hand, aber die Balance stimmt für mich.
Ne ganz spezielle Zielgruppe sind meine Kinder. Ich würde ihnen an dem Punkt, wo sie keine Kinder mehr, sondern Erwachsene sind gerne die Hefte in die Hand drücken. Damit sie nachlesen können, was ihr Papa mal gemacht hat, wie er tickt, wovon sie ein Teil waren, als sie jünger waren. Vielleicht ergibt sich daraus die Basis für ein neues Verhältnis zwischen uns.
Weißt du noch, wie und wann die Idee zu deinem Fanzine entstanden ist? Kannst du uns einen groben Abriss über die Entwicklung deines Heftes geben? Wir haben sich Inhalt, Umfang und der Druck über die Jahre gewandelt? Stand das Heft sogar mal vor dem Aus?
LCN: Man kann denke ich sagen, dass sich das Heft im Gleichschritt mit meiner Gruppe, also den Supporters Ulm 99, entwickelt hat. Zu Beginn, also 2000/01, war es das klassische durchschnittliche Heft einer damals klassischen, durchschnittlichen (höchstens!) Gruppe. 2010 kam bei uns ein Bruch. Danach mussten wir für uns klar machen, was wir wollen oder auch nicht. Aus dem Potpourri an Strömungen in der Gruppe hat sich Ultra nicht durchgesetzt, stattdessen die Mentalität „Scheiss auf den Rest“ und „jeder wie er will“. Entsprechend gab es Ausgaben mit 20er Auflage, teilweise handgemalt und-geklebt und am Kopierer erstellt (es war ne Scheiß-Arbeit). Und ja, eine Ausgabe war auch ein Abgesang. Auf der letzten Seite stand „fine“, das galt damals auch für meine Gruppe.
Ab etwa 2015 hab ich mich dem Heft hauptamtlich und als mehr oder weniger Allein-Schreiber angenommen und daraus hat sich letztlich das entwickelt, was die LCN heute ist. Bißchen Nerd, bißchen Außenseiter, bißchen anecken, aber den Ultras in Ulm weiterhin verbunden und mit dem Versuch, etwas zur Entwicklung beizutragen. Irgendwie auch meine eigene Rolle bei den Ultras heute…
Einige Texte landen seit dem Aufstieg von Firma und Kurve vorab im Kurvenheft der Broken Society Ultras, so es denn Platz gibt und ich meine Überzeugungen nicht verbiegen muss, was bislang eigentlich immer der Fall war. Danke für das Vertrauen an dieser Stelle.
Haben auch mal andere Personen an dem Heft mitgearbeitet?
LCN: Ich mach zwar das meiste an der LCN, aber ich mach sie nicht alleine. Ich bin ja auch nicht mehr dauernd beim SSV und die LCN soll schon noch ein Ulmer Fanzine bleiben. Also gibt es diverse Beiträge aus der Gruppe und Fanszene. Außerdem ist die Leserschaft sehr aktiv. Das ist vielleicht nicht immer durch einen separaten Beitrag ersichtlich, aber in die Sachen, die ich schreibe fließen so viele Infos von anderen ein. Bei den letzten Ausgaben haben sich immer um die 50% der Szenen, die Hefte abnehmen auf die ein oder andere Weise beteiligt.
Die Welt wird immer schnellebiger und Infos landen fast in Echtzeit auf den Handys der Konsumenten. Welche Lücken können hier Fanzines noch schließen?
LCN: Meine erste Antwort wäre: Keine. Fanzines als Medium sind ein Relikt aus vergangenen Zeiten, überholt, und bestenfalls was für Leute, die damit sozialisiert worden sind.
Andererseits: Es gibt heute echt sehr viele, sehr gute Fanzines in unserem Kosmos und die werden ja auch abgenommen. Schnitzer, Credo, Plattenpost haben ja vierstellige Auflagen, euren Blauen Brief sollte ich hier stellvertretend für die Dutzenden Kurvenhefte, die jedes Wochenende erscheinen auch erwähnen… Es muss also doch noch eine Daseinsberechtigung geben.
Ein Erklärungsversuch, wohlwissend, dass ich kein Medienwissenschaftler bin: Ein Fanzine ist langlebig und es stehen Infos drin, denen wenigstens ich mehr Vertrauen schenke als anderen Quellen. Außerdem sind Inhalte vorgefiltert und nicht so hektisch. Vielleicht schließen Fanzines also eine Lücke für Leute, die Substanz voranstellen, Informationen anstatt beliebige Inhalte wollen und gerne auch nen Rückzugsraum haben, in dem man nicht mit Inhalten (ich schreibe bewusst nicht von Informationen) zugemüllt wird. Aber da schließe ich vielleicht zu sehr von mir und meiner Bubble (ist schön da, kommt rein!) auf Andere.
Zu guter letzt würden wir dann natürlich noch gerne wissen, wo dein Heft erhältlich ist.
LCN: Die LCN ist nur über persönliche Kontakte erhältlich, warum steht oben bei der Zielgruppe und der Nicht-Zielgruppe.
Es gibt Personen aus eurer Fanszene, die das Heft bestellen. Wenn ihr neugierig geworden seid, fragt euch durch. Wenn ihr aktiv den Weg zu LCN sucht, dann wäre mein Wunsch, dass sie euch auf halbem Weg entgegenkommt.
Vielen Dank für das Interview
Aufgaben und Arbeitsweise des Wahlausschusses
Am 18.07.2026 findet die diesjährige Mitgliederversammlung unseres FC Schalke 04 e.V. statt. Die Mitgliederversammlung ist das höchste Beschlussorgan des Vereins. Hier hat jedes Mitglied ab 16 Jahren die unmittelbare Gelegenheit sein Stimmrecht in Gebrauch zu nehmen und den Weg unseres Vereins mitzubestimmen. Die Mitgliederversammlung ist daher aus unserer Sicht ein absoluter Pflichttermin. In den kommenden Ausgaben werden wir die einzelnen Organe, die auf der MV gewählt werden, genauer vorstellen. Den Start macht in dieser Ausgabe der Wahlausschuss.
Aufgaben:
Was macht der Wahlausschuss eigentlich genau? Kurz gesagt: Der Wahlausschuss entscheidet, wer sich auf der Mitgliederversammlung zur Wahl zum Aufsichtsrat stellen darf. Wenn ein Mitglied für das Amt des Aufsichtsrates kandidieren möchte, muss es seine Bewerbung bis zum 1. Februar einreichen. Auf weitere Formalitäten der Bewerbung werden wir im Text zum Aufsichtsrat eingehen. Die eingegangenen Bewerbungen muss der Vorstand spätestens eine Woche nach Ende der Vorschlagsfrist an den Wahlausschuss weiterleiten. Dieser sichtet die Bewerbungen und entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen, welche Kandidaten zur Wahl zugelassen werden. Diese Entscheidungen sind unanfechtbar und nicht zu begründen. Der Wahlausschuss soll mehr Kandidaten zulassen als Aufsichtratsämter zu besetzen sind, aber maximal die doppelte Anzahl.
Im Grunde trifft der Wahlausschuss eine Vorauswahl und lässt die geeignetsten Kandidaten zur Wahl zu. Wer und wie viele zugelassen werden, hängt natürlich davon ab, wie viele Bewerbungen eingehen und wer sich bewirbt. Die Kandidaten stehen in direkter Konkurrenz zueinander und die Aufgabe des Wahlausschusses ist es, die vier besten Kandidaten herauszufiltern. Daher kann es auch dazu kommen, dass Aufsichtsräte, die sich zur Wiederwahl bewerben, nicht zugelassen werden.
Wahlen:
Der Wahlausschuss besteht aus acht Mitgliedern, die direkt von der Mitgliederversammlung gewählt werden. Durch ein rollierendes Verfahren werden jedes Jahr zwei Mitglieder des Wahlausschusses gewählt. Die Amtszeit beträgt vier Jahre. Bis zum 1. Mai kann sich jedes Mitglied, das mindestens ein Jahr ununterbrochen dem Verein angehört, zur Wahl stellen lassen. Die Bewerbung für die Kandidatur muss schriftlich erfolgen und von drei Vereinsmitgliedern unterstützt werden, die zu dem Zeitpunkt nicht von der Ausübung ihrer Mitgliederrechte ausgeschlossen sind. Der Kandidat darf nicht bereits anderen Vereinsorganen angehören oder dafür kandidieren.
Auf der Mitgliederversammlung hat jedes Mitglied so viele Stimmen wie Plätze zu vergeben sind, in der Regel also zwei. Für die Wahl in den Wahlausschuss reicht die einfache Mehrheit aus, das bedeutet, dass die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen gewählt sind.
Wenn ein Wahlausschussmitglied im Laufe seiner Amtszeit ausscheidet, rückt für die restliche Amtszeit der Kandidat nach, der auf der letzten Mitgliederversammlung die nächsthöchste Anzahl an Stimmen bekommen hat.
Nach der Wahl wählt der Wahlausschuss auf seiner ersten Sitzung, welche meistens direkt im Anschluss an die Mitgliederversammlung stattfindet, einen Vorsitzenden. Zudem gibt er sich eine Geschäftsordnung, die von jedem Vereinsmitglied eingesehen werden kann.
Wie in der Einleitung bereits erwähnt kämpft die aktive Fanszene des IFK Göteborg gerade mit schweren Repressalien. Auch in anderen Ländern tragen Fussballfans schwere kämpfe mit den örtlichen Behörden aus, wie Beispielsweise die Verbotswelle in Frankreich 2025. Aber wie wahrscheinlich jedem bereits aufgefallen ist, sind Polizeigewalt und Repressionen auch in Deutschland deutlich spürbarer geworden, weswegen sich auch die gemischte Tüte immer mehr mit dem Thema auseinandersetzt und darauf aufmerksam macht, dass diese Vorfälle nicht nur eine Nebenerscheinung sind. Aus diesem Grund gilt unsere Solidarität allen Betroffenen jener Maßnahmen! Bleibt stark!
Bochum: Die Fanhilfe Bochum kritisiert scharf das Vorgehen der Staatsanwaltschaft nach mehreren Hausdurchsuchungen im Umfeld von Anhängern aus Bochum. Hintergrund sind Ermittlungen zu einer Auseinandersetzung im August 2024 in Frankreich. Zunächst waren fünf Personen lediglich als Zeugen geladen worden, da sie sich zum vermeintlichen Zeitpunkt in Frankreich aufhielten. Sie machten jedoch von ihrem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch, woraufhin sie plötzlich selbst zu Beschuldigten erklärt wurden, weswegen Hausdurchsuchungen durchgeführt wurden. Begründet wird dies mit einem Anfangsverdacht sowie der angeblichen Zugehörigkeit zu einer sogenannten „Hooliganvereinigung“. Dieses Vorgehen stellt einen willkürlichen und rechtsstaatlich fragwürdigen Schritt dar. Es gebe keine neuen belastbaren Erkenntnisse, vielmehr wirkt es so, als wäre das Schweigen der Zeugen gezielt genutzt worden, um den Verdacht zu konstruieren. Diese Praxis untergräbt grundlegende Rechte und das Vertrauen in die Strafverfolgungsbehörden.
Köln: Nach dem Rheinderby zwischen dem 1. FC Köln und unserer Brüder aus Mönchengladbach kam es am Bahnhof Merzenich zu einem massiven Polizeieinsatz gegen rund 500 Gladbacher. In einer gemeinsam veröffentlichten Stellungnahme der Fanhilfe Mönchengladbach und dem Fanprojekt Mönchengladbach heißt es, dass der von der Polizei genannte Auslöser, welcher eine angebliche sexuelle Beleidigung gegen eine Polizistin beinhaltet, sowie die Solidarisierung und angeblichen Verhinderung der Personenfeststellung, unzutreffend war und nichts mit der späteren Eskalation zu tun hatte. Hierbei handelte es sich um die “Reingeschaut”-Geste, welche missverstanden wurde. Stattdessen habe die Polizei ohne erkennbaren Grund zunächst eine kleine Gruppe Gladbacher, die auf den aus Köln zurückreisenden Haufen wartete, angegriffen, was die Unruhen auslöste. In der Folge sei die Situation eskaliert: Fans wurden von beiden Seiten zurückgedrängt, mit Schlagstöcken und Pfefferspray angegriffen und teilweise auf die Gleise oder Treppen gedrängt. Die Fanhilfe spricht von gefährlichen, panikartigen Szenen. Mehrere unserer Freunde aus Gladbach wurden verletzt, darunter mit Knochenbrüchen und Platzwunden. Die Fanhilfe kritisiert den Einsatz als unverhältnismäßig und kündigt rechtliche Schritte an.
Bremen: Beim Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und SV Werder Bremen ordnet die Grün-Weiße Hilfe aus Bremen in Ihrer Stellungnahme die Geschehnissen vor der Partie mit der Polizei ein. Auslöser war laut Angaben der Staatsmacht ein angeblich unerlaubter geschmuggelter Gegenstand, der sich aber als falsch erwies. Besagter Gegenstand war lediglich eine Fahnenstange, die die vorangegangene erlaubte Anzahl von zehn Fahnenstangen überschritt. Die Situation eskalierte, als ein Ordner sofort körperlich gegen einen Fan vorging. In dem engen Treppenbereich des Gästeblocks haben Polizeikräfte anschließend die Bremer Anhänger eingekesselt und mit Schlägen sowie Pfefferspray angegriffen. Dabei wurden zahlreiche Personen verletzt, auch unbeteiligte Fans und Fanbetreuer. Die Fanhilfe widerspricht der offiziellen Darstellung von „Fanangriffen“ deutlich und spricht stattdessen von einem unverhältnismäßigen Polizeieinsatz.
Lübeck: Nach dem es zu Ausschreitungen rund um das Heimspiel gegen den HSV II kam, hat der VfB Lübeck weitreichende Maßnahmen ergriffen und reagiert damit auf die eskalierende Situation innerhalb der eigenen Fanszene. Für das Auswärtsspiel beim FSV Schöningen wurde auf Empfehlung des Vereins vollständig auf einen Gästeblock sowie eine Tageskasse verzichtet. Hintergrund war die Auseinandersetzung der Lübecker Szene untereinander, bei welcher wohl auch Unbeteiligte verletzt wurden. Das Ultrakollektiv Lübeck und die Gruppe Halunken waren bislang in der Pappelkurve beheimatet, ein gemeinsames Auftreten ist jedoch aktuell nicht mehr möglich. Als Konsequenz wurde beim Heimspiel gegen Blau-Weiß Lohne die Pappelkurve vollständig geschlossen und eine strikte Fantrennung umgesetzt. Das UKL soll im Gästeblock A1 untergebracht werden, während Halunken den Block B erhalten. Auch die Zuwegungen werden voneinander getrennt organisiert. Darüber hinaus bleibt das Contidorf vorerst geschlossen, da bauliche und sicherheitstechnische Mängel behoben werden müssen. Weitere Maßnahmen betreffen unter anderem ein Verbot des Zutritts zum Innenraum für die Anhänger zum Aufhängen von Zaunfahnen sowie den Entzug von Saison-Akkreditierungen für Fanordner und Fotografen. Der Verein betont, dass die Maßnahmen in enger Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden und den betroffenen Gruppen getroffen wurden.
Hamburg: Der Förderkreis Nordtribüne e.V. ruft zum erneut zum Blutspenden auf. Unter dem Motto “Rauten retten Leben” wurde eine Aktionstag ins Leben gerufen, an dem im Juni am UKE-Gelände in Hamburg unter anderem zur Blutspende aufgerufen wird. Die Einnahmen des Aktionstags werden dem Kinderhospiz Sternenbrücke gespendet. Darüber hinaus stellt der Förderkreis Stempelkarten zur Verfügung, mit denen bis Oktober über Blutspenden dokumentiert werden sollen. Um einen gewissen Anreiz zu schaffen, erhält die Person mit den meisten Stempeln ein getragenes HSV Trikot von Luka Vušković.
