Spruchbanderklärung

Posted by UGE Diverses

Bei dem letzten Pflichtspiel gegen den Hamburger SV zeigten wir im heimischen Stadion das Spruchband „Der neue Trick der Polizei – Lüge & Betrügerei – Gegen Meldeauflagen & Stadtverbote“, welches wir mit ein paar Sätzen gerne erläutern möchten.

In den vergangenen Jahren hatten bundesweit nahezu alle Fanszenen stets mit Repressionen der Staatsmacht zu kämpfen, inzwischen scheint jedoch eine neue Dimension erreicht zu sein.

Beschränkten sich die Repressionen in der Vergangenheit, abgesehen von ein paar Einzelfällen, auf die Vergabe von Stadionverboten, so werden nun Betretungsverbote und Meldeauflagen im großen Stil vergeben, welche bisher nur zur Europa-  und Weltmeisterschaft bzw. zu besonderen internationalen Spielen vergeben wurden.

Reine Betretungsverbote sind meist auf die Stadtgrenzen eines Spielortes am Spieltag beschränkt. Bei Nichtbefolgen wird eine Geldbuße in Höhe von 500 Euro fällig. Für die Einhaltung der Betretungsverbote sollen sich die sogenannten szenekundigen Beamte der Polizei kümmern, die am Spieltag anhand von Fotos gezielt nach Personen mit Betretungsverbot suchen. Anzumerken ist, dass häufig Personen betroffen sind, gegen die kein bundesweit gültiges Stadionverbot ausgesprochen wurde.

Eine Meldeauflage bedeutet, dass sich der Betroffene am jeweiligen Spieltag zu einer bestimmten Zeit bzw. zu bestimmten Zeiten bei seiner örtlichen Polizeistelle melden muss. Dieses Verfahren soll dazu dienen, dass der Meldepflichtige gar nicht erst die Chance bekommt, zum Spielort zu reisen.

Dieses Verfahren in unseren Augen absolut nicht legitim, denn wenn beispielsweise der Meldepflichtige selbst gar nicht zum jeweiligen Spiel seines Vereins anreisen möchte, da er arbeitstechnisch verhindert ist, dann gilt diese Meldeauflage dennoch. Welche Probleme dies mit dem Arbeitgeber bringen kann, sollte auf der Hand liegen.

Aktuell haben wir die Auflagen für unsere Nürnberger Freunde zum Anlass genommen, die aufgrund dieser nicht zum Spiel nach Hoffenheim (!) reisen konnten. Ebenso waren nahezu 150 (!) Kölner mit Stadtverboten für das Spiel in Mönchengladbach belegt worden und auch aus unseren Reihen durften einige Schalker aufgrund derartiger Maßnahmen nicht zum Derby nach Dortmund reisen. Bundesweit gibt es zahlreiche, weitere Fälle für diese Praktik.
Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Polizeibehörden durch massenhaft ausgesprochene Auflagen das begonnene Umdenken bei DFB, DFL und den Vereinen in Punkto Stadionverbote unterwandern möchten. Das Argument „Straftaten“ ist dabei zumeist nur vorgeschoben, tatsächlich geht es darum soziale Kontakte zu unterbinden, Personen zu stigmatisieren und somit die Szenen nachhaltig zu stören.

Das darf so nicht weitergehen, es kann jeden treffen, ein Stadionverbot, Beobachtungen der Polizei oder ein laufendes Ermittlungsverfahren reichten der Staatsmacht zur Begründung völlig aus. Denkt über das Thema nach, reflektiert die Methodik der Polizei und werdet aktiv!

Ihr könnt die Nächsten sein – kämpft!


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