Fragebogen AR-Kandidat Ingolf Müller

Bitte stellen Sie sich kurz vor!ar_mueller
Ingolf Müller, Bottrop, 56 Jahre, verheiratet, 3 Söhne. Seit 20 Jahren Wirtschaftsprüfer/ Steuerberater in eigener Kanzlei tätig

Seit wann und wie regelmäßig besuchen Sie die Spiele des FC Schalke 04? Seit wann sind Sie Vereinsmitglied und was hat Sie damals dazu bewogen?
Seit ca. 20 Jahren besuche ich die Heimspiele des FC Schalke 04. Bis zu letzten Saison war ich 10 Jahre lang ‚Allesfahrer‘. Nur in der der aktuellen Saison konnte ich aus berufs- und familienbedingten Gründen an einigen Auswärtsspielen nicht teilnehmen.
Ich bin Schalke Fan, seitdem ich mich für Fußball aktiv interessiere. Vereinsmitglied wurde ich 2004 nachdem ich mich viele Monate mit unserem Verein und dessen Politik auseinander gesetzt habe. Denn nur als Mitglied hat man auch die Möglichkeit Einfluss auf die Entwicklung unseres Vereins zu nehmen

Warum stellen Sie sich als Kandidat für den Aufsichtsrat des FC Schalke 04 zur Wahl? Was qualifiziert Sie persönlich für die Arbeit im Aufsichtsrat? Warum sollten die Mitglieder Ihnen ihre Stimme geben?
Ich möchte gerne die Entwicklung unseres Vereins aktiv mitgestalten. Ich verfüge über mehr als 20 Jahre Erfahrungen als Wirtschaftsprüfer in der der Beratung und Prüfung von mittelständischen Unternehmen, zu denen auch der FC Schalke 04 eV und seine verbundenen Unternehmen wirtschaftlich gehören. Des Weiteren verfüge ich über jahrelange Erfahrung im professionellen Jugendfußball. Darüber hinaus habe ich einschlägige Erfahrungen aus meiner früheren Tätigkeit als Aufsichtsrat. Als aktiver Fan bin mit allen wesentliche Interessen und Bedürfnissen der aktiven Schalke Fans vertraut, so dass ich gerne deren Stimmen im Aufsichtsrat Gehör verschaffen möchte.

Wie beurteilen Sie die Rechtsform des eingetragenen Vereins im Profifußball, insbesondere in Bezug auf eine mögliche Ausgliederung der Profiabteilung des FC Schalke 04? Glauben Sie, dass ein eingetragener Verein noch zeitgemäß und zukunftsfähig ist?
Aufgrund unserer Tradition und Erfahrungen ist der eingetragene Verein die richtige und glaubwürdige Rechtsform für unseren FC Schalke 04. Diese Rechtsform ist auch heute zeitgemäß und durch stetige Verbesserungen der Strukturen im Verein auch zukunftsfähig. Die immer wieder genannten Vorteile einer Ausgliederung (hoher Kapitalzufluss, bessere Vermarktung etc.) können, auch im Hinblick auf die bestehenden Alternativen, nicht überzeugen. Eine Ausgliederung ist somit für mich nicht akzeptabel.

Wie beurteilen Sie die derzeitige Integrität der UEFA und der FIFA?
Nach den Informationen/ Skandale, die in den letzten Jahren über beide Verbände ans Licht gekommen sind, ist die Integrität zumindest verschiedener Funktionäre deutlich in Frage zu stellen.

Wie sollte das Zusammenspiel zwischen Verein und Fans aussehen?
Die Vereinsführung sollte immer die Wünsche, Sorgen und Bedürfnisse der Fans bei allen Entscheidungen mit in Betracht ziehen. Hier sollte immer ein Interessenausgleich angestrebt werden. Ein Beispiel. Die Änderungen im Bereich der Ticketbörse. Sie dienen nur dem Zweck die teuren Sitzer zu verkaufen, um ein paar tausend Euro mehr in der Kasse zu haben. Der Fan, der gerne seine Karte fair an ein anderes Mitglied weitergeben möchte, schaut in die Röhre. Dies sorgt für unnötigen Unmut. Dieser Unmut hätte vermieden werden können, in dem man das bestehende System einfach beibehält. Mit ein oder zwei Gesprächen mit den Fanorgas hätte die Vereinsführung das im Vorfeld vermeiden können

Welche Ziele haben Sie, wenn sie in den Aufsichtsrat gewählt werden?

  • Rückkehr zur Konsolidierungspolitik. D.h. das wir nur soviel ausgeben, wie wir auch erwirtschaften. Keine weitern Transfers ‚auf Pump‘.
  • Stärkung der Knappenschmiede. D.h. insbesondere Unterstützung bei der Verbesserung der Struktur und Ausstattung.
  • Den Fans Gehör im Aufsichtsrat verschaffen, Nöte und Sorgen der Fans im Aufsichtsrat transparent machen und vom Vorstand sachgerechte Lösungsvorschläge fordern (Anstoßzeiten, Kartenpreise, Auswärtsschikanen etc.)
  • Den Vorstand hinsichtlich der bedenklichen Entwicklungen im Profifußball sensibilisieren

Wie beurteilen Sie die mögliche Entwicklung im Fußball (Reform der Champions League zu einer “geschlossenen Meisterschaft”, Anstoßzeiten für den chinesischen Markt, DFB-Pokal-Finale im Ausland etc.)? Was ist für Sie vertretbar und wo sehen Sie eine rote Linie?
Die geplante Entwicklung ist sehr fragwürdig, da diese die weitere Kommerzialisierung des Fußballes vorantreibt. Diese Politik zementiert die Vormachtstellung einzelner kapitalkräftiger, mit Investorengeldern vollgepumpter Gesellschaftskonstrukte und schadet dem sportliche Wettbewerb. Bezogen auf unseren Verein sind alle Tendenzen der Internationalisierung der Bundesliga (Anstoßzeiten für den chinesischen Markt, DFB-Pokal-Finale im Ausland etc.) kritisch zu hinterfragen, weil sie vor allem uns Fans schadet. Schon die Anstoßzeiten von Auswärtsspielen zB. in Berlin, Augsburg und Nürnberg an einem Freitag oder Sonntag sind in keiner Weise im Sinne der Fans. Spielansetzungen wie Karsamstag um 20:30 Uhr sind eine Zumutung für die Fans. Ein DFB-Pokal-Finale im Ausland stellt für mich die ‚Rote Linie‘ dar.

Als wie wichtig betrachten Sie die soziale Verantwortung des Vereins? Kommt der Verein Ihrer Meinung nach seinen Verpflichtungen zur Genüge nach?
Die soziale Verantwortung hat bereits Eingang in unser Leitbild gefunden. Und muss zwingend von der Vereinsführung bei deren Entscheidungen berücksichtigt werden. Dem ist die Vereinsführung in der Vergangenheit nicht immer gerecht geworden. Stolz wird verkündet, dass die Eintrittspreise für die kommende Saison nicht erhöht werden. Gleichwohl muss man sich allerdings fragen, ob bei unseren Ticketpreisen der Fußball noch für alle bezahlbar ist, gerade für die jüngere Generation, welche viel Zeit und Geld investiert, um unseren Verein bei Heim- und Auswärtsspielen zu unterstützen.


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